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Politiker streiten über geplante Siedlung

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Elsdorf – Die geplante Bebauung an der Friedensstraße in Elsdorf sorgt bei einigen Porzer Politikern für große Verärgerung. In der Bezirksvertretung teilte die Verwaltung schriftlich mit, dass der Bebauungsplan für das Areal „Südlich Friedensstraße“ offengelegt werden soll. Konkret geht es um rund 260 Wohneinheiten, aufgeteilt auf Mehrfamilien- und Einfamilienhäuser. „Ursprünglich waren mal 25 Wohneinheiten geplant, dann haben wir einer Erweiterung auf rund 200 Einheiten zugestimmt und jetzt sollen es noch mehr werden“, sagte Dieter Redlin. „So geht es nicht, das sieht nachher aus wie Kaninchenställe, so eng aufeinander“, kritisierte der Fraktionsvorsitzende für die Grünen scharf. Bei ihrem Stadtgespräch in Porz vor wenigen Wochen habe Oberbürgermeisterin Henriette Reker noch versprochen, Bauvorhaben erst zu realisieren, wenn die nötige Infrastruktur vorhanden sei. Also etwa der Anschluss an Bus und Bahn sowie ausreichend Schul- und Kitaplätze.

„Wir haben aber nicht genug Schulkapazität und auch die Straßen sind für ein Mehr an Pkw-Verkehr nicht ausgelegt“, kommentierte Bezirksbürgermeister Henk van Benthem. Deshalb haben CDU, Grüne und FDP einen gemeinsamen Dringlichkeitsantrag eingereicht, in dem sie den dafür zuständigen Rat auffordern, die Pläne zu stoppen – bis die nötigen Schulen, Kindergärten und Straßen gebaut sind und der öffentliche Nahverkehr erweitert wurde. Gegen die Stimmen von SPD und Linke wurde der Antrag verabschiedet.

Die Sozialdemokraten sehen das Vorhaben der Stadt nämlich nicht so negativ. Wohnen sei das größte Problem in Köln, ständig steigende Mieten verdränge die Menschen aus der Stadt, sagte SPD-Fraktionschef Simon Bujanowski. „Die Bebauung passt dort hin und es werden mehr Wohnungen, das ist gut so, die werden gebraucht“, erklärte der SPD-Politiker. Man könne nicht mehr Wohnraum fordern und dann sagen, aber bitte nicht bei uns. Die Infrastruktur müsse natürlich vorhanden sein. „Aber ich gehe davon aus, dass das gemacht wird“, so Bujanowski weiter.

Soviel Vertrauen in die Verwaltung haben die übrigen Parteien der Porzer Bezirksvertretung allerdings nicht. „Man hat uns gesagt, dass eine neue Schule dort nicht gebaut wird, also können auch keine Wohnungen gebaut werden“, urteilte Redlin. Um die Verwaltung zu zwingen, erst Straße und Schulen zu bauen und dann neue Wohnungen, müsse eine solche Forderung in den Bebauungsplan aufgenommen werden, so Redlin weiter. Ein entsprechender Passus steht auch in dem mehrheitlich verabschiedeten Dringlichkeitsantrag. Darin heißt es weiter: „Die genannten Erschließungsmaßnahmen müssen zwingend vor dem Bezug der ersten Wohnungen fertig und sicher gestellt sein.“ Der Antrag ist allerdings lediglich eine Bitte an den Rat, denn dort wird letztendlich über die Offenlage der aktuellen Pläne entschieden. Sollten die Ratspolitiker die Bitte der Porzer Bezirksvertreter ignorieren, würde auf der Grundlage der jetzigen Pläne weitergearbeitet. Die sehen konkret den Bau von 198 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern vor. Davon sollen 160 öffentlich gefördert werden. Hinzu kommen 61 Einfamilienhäuser.

Dieter Redlin, Grüne