Der Bürgerverein Porz-Mitte setzt sich für mehr Kontrollen gegen illegalen Pkw-Verkehr in der autofreien Porzer Fußgängerzone ein.
Mit PetitionViele Autos in Porzer Fußgängerzone – Bürgerverein fordert mehr Kontrollen

Mehrere Autos fahren in der Fußgängerzone der Porzer Innenstadt.
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Der Fahrer im roten Pkw hupt. Eine Frau mit Einkaufswagen zuckt erschrocken zusammen und macht dem Auto Platz. Im Hintergrund ist die Stimme einer anderen Frau zu hören. „Sie haben nichts falsch gemacht, das Auto darf hier gar nicht sein“, ruft Rita N. Ihren richtigen Namen will sie nicht in der Zeitung lesen, oft genug sei sie schon mit Leuten aneinandergeraten, die unerlaubterweise mit dem Pkw in die Fußgängerzone der Porzer Innenstadt gefahren sind. „Viele werden frech und beleidigend“, sagt Rita N., die seit März 2024 in einem der neugebauten Häuser in der Porzer Innenstadt wohnt.
Und seit dieser Zeit werde der Verkehr immer mehr. „Ich bekomme jedes Auto mit und stehe immer senkrecht“, sagt Rita N. Alle ihre Fenster, egal, ob Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Balkon, lägen in Richtung City-Center und Augencentrum.
Bürgerverein fordert mehr Kontrollen gegen Autos in der Fußgängerzone
Der Eingangsbereich der Josefstraße von der Karlstraße aus habe sich regelrecht zu einem illegalen Parkplatz entwickelt, sagt Anita Mirche. Sie ist Vorsitzende des Bürgervereins Porz-Mitte und kennt das Problem mit Pkw in der Fußgängerzone. „Es sind leider sehr viele Menschen, die meinen, dass sie hier mit ihrem Auto hineinfahren dürfen“, sagt Mirche. Und damit sei nicht der Lieferverkehr oder Handwerker gemeint. So werde die Bahnhofstraße häufig als Abkürzung zwischen Mühlenstraße und Hauptstraße genutzt. Auch gebe es Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zum Training eines Kampfsportvereins fahren. Andere wiederum fahren mit dem Auto bis zum Imbiss oder Restaurant. Letzteres sei besonders in den Abendstunden der Fall. „Wir vom Bürgerverein fordern mehr Kontrollgänge durch das Ordnungsamt“, sagt Mirche.
Besser wäre es, wenn die gar nicht nötig wären. Das ist das Ziel einer Petition, die der Verein Porzity, die Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden der Porzer Mitte, zusammen mit dem Bürgerverein Porz-Mitte, dem City-Center sowie weiteren Vereinen und Institutionen ins Leben gerufen hat. Das Ziel ist eine sichere und autofreie Fußgängerzone in der Porzer Mitte. Bis 15. Juni kann die Petition online unterzeichnet werden.
Das haben bisher knapp 800 Menschen getan. Weitere 150 Unterschriften hat der Bürgerverein jüngst beim „Porzer Frühling“ gesammelt. Mit einer Unterschrift werde „ausdrücklich keine grundlegende Verschärfung der bestehenden Regeln gefordert“, heißt es seitens der Initiatoren. Es gehe lediglich „um eine konsequente Umsetzung der bereits geltenden Verkehrsregelungen in der Fußgängerzone“.
Schranken, Poller, Kontrollen: Petition fordert konsequente Umsetzung
Die Stadt soll prüfen, wie die bestehenden Verkehrsregelungen in der Fußgängerzone konsequenter umgesetzt und kontrolliert werden können und ob Kontrollen und Sanktionen durch Ordnungsamt und Polizei ausreichend erfolgen oder verstärkt werden müssen. Falls die Regeln weiterhin nicht eingehalten werden, soll auch geprüft werden, was kurzfristig umgesetzt werden kann, damit die Regeln eingehalten werden.
Dies könnten bauliche oder technische Lösungen sein, etwa eine Schrankenlösung für berechtigte Zufahrten, feste oder versenkbare Poller an Zufahrten oder digitale Zufahrtskontrollen, die Fahrzeuge erfassen, die unberechtigt in die Fußgängerzone einfahren. Punkte, die die Bezirksvertretung Porz teilweise auch schon vorgeschlagen hat. Im Sommer 2025 hatten die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen einen Antrag eingebracht, mit dem die Verwaltung beauftragt wurde, „kurzfristig ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept“ für die Fußgängerzone in der Porzer Innenstadt zu erstellen. Und das kann aus Sicht der Initiatoren der Petition nur das Ergebnis haben, dass private Fahrten von Autos in der Porzer Mitte unterbunden werden.
Anita Mirche hat auch öfter mal von Autofahrerinnen und -fahrern gehört, dass es mit dem Wegfall des Parkplatzes entlang der Linie 7, wo der Glashüttenpark neu gebaut wurde, zu wenig Parkplätze gebe. Das Parkhaus am City-Center sei da kein hilfreicher Ersatz. Dadurch, dass die Kassenautomaten sich im Innern des City-Centers befinden, kann das Parkhaus außerhalb der Geschäftszeiten nicht genutzt werden. „Aber da gibt es bestimmt Möglichkeiten, dass das geändert werden kann“, sagt Mirche und verweist auf die Situation am Rewe-Parkhaus, wo die Kassenautomaten auch außerhalb der Geschäftszeiten zugänglich sind.
„Ich hoffe, dass bis zum 15. Juni noch mehr Menschen die Petition unterschreiben und, dass sich dadurch etwas zum Positiven entwickelt“, sagt Rita N. Adressat der Petition ist Torsten Burmester, der in seiner Funktion als Oberbürgermeister, Chef der Verwaltung ist.
