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Hoffest in ZündorfDrüber und Drunter feiert sein 40-jähriges Bestehen

3 min
Viel Menschen stehen um einen Stand herum, auf dem der Slogan steht: Gemeinsam Boden und Wasser für morgen schützen.

Auf dem Spargelhof Wermes trafen sich Aktive des Arbeitskreises „Drüber und Drunter“, um den runden Geburtstag zu feiern. 

Der Arbeitskreis „Drüber und Drunter“ hat seinen 40. Geburtstag auf dem Spargelhof Wermes gefeiert. Böden und Grundwasser zu schützen, ist heute so wichtig wie damals.

Nicht mit Kölsch, sondern abwechselnd mit Wasser und Erde sind die 40 nummerierten Gläser gefüllt. Der Porzer Bezirksbürgermeister Lutz Tempel, der Bürgermeister der Stadt Niederkassel, Matthias Großgarten, der Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes, Erich Gussen, sowie der Landwirt und Vorsitzende des Arbeitskreises „Drüber und Drunter“, Bernd Bulich, müssen auf dem Spargelhof Wermes in Zündorf mit anpacken. Ganz langsam werden die Gläser gedreht und geben Buchstabe für Buchstabe eine Botschaft frei. „Gemeinsam Boden und Wasser für Morgen schützen“, liest die achtjährige Margaretha Bulich vor und bringt damit auf den Punkt, wofür die Gewässerschutzkooperation „Drüber und Drunter“ steht: den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen und das gemeinsame Engagement von Land- und Wasserwirtschaft.

1985 von einer Handvoll Landwirten ins Leben gerufen, wird der Arbeitskreis „Drüber und Drunter“ ein Jahr später offiziell gegründet. Von Anfang an mit dabei sind die Wasserversorgungsunternehmen der Region. Heute, 40 Jahre später, gehören dem Arbeitskreis mehr als 40 Landwirte an sowie die Rhein-Energie Köln und die Stadtwerke Niederkassel und Troisdorf. Das Ziel, damals wie heute: Boden und Grundwasser zu schützen.

Humusgehalt der Böden deutlich erhöht

Gemeinsam haben Landwirte und Wasserversorgungsunternehmen Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, die den Schutz von Boden und Wasser vorantreiben. Dazu gehört die Reduzierung der Nitratwerte im Grundwasser. Stefan Schiffmann, Abteilungsleiter Nachhaltigkeit und Ressourcensicherheit der Rhein-Energie betont: „Der Arbeitskreis hat es auch geschafft, die Humusgehalte der Böden deutlich zu erhöhen.“ Das wirkt sich positiv auf die Qualität des Grundwassers aus. „Humus hält Schadstoffe, etwa aus der Luft, effektiv zurück. Durch ein gezieltes Humusmonitoring binden die Böden heute zudem mehr CO₂ als noch vor 40 Jahren“, so Schiffmann.

Vier Kinder in Säcken hüpfen über eine Wiese.

Sackhüpfen war eine der Attraktionen des Hoffests in Zündorf.

Ein Grund, den runden Geburtstag des Arbeitskreises zu feiern. Und das macht „Drüber und Drunter“ mit einem Familienfest auf dem Zündorfer Spargelhof. Die Kinder erfreuen sich an einer Rallye mit traditionellen Spielen wie Sackhüpfen, Kirschkernweitspucken und Kartoffellaufen und können an verschiedenen Stationen spielerisch ihr Geschick testen und gleichzeitig Wissenswertes über Landwirtschaft, Natur und Gewässerschutz erfahren. Interessierte bekommen zudem Einblick in die Landwirtschaft, Technik und in die Arbeit von „Drüber und Drunter“.

Ziel: Herbizide weiter zurückfahren

Der Arbeitskreis verfolgt auch in Zukunft das Ziel, verbesserte Anbaumethoden einzuführen und bei der Entwicklung neuester Techniken eine führende Rolle zu spielen. „Vor zwei Jahren stellten unsere Landwirte Flächen zur Verfügung, um die Weiterentwicklung von Agrar-Robotern zu unterstützen“, sagt Bernd Bulich. Wenn diese Technologie marktreif und erschwinglich sei, können die Landwirte den Einsatz von Herbiziden weiter zurückfahren, so der Vorsitzende von „Drüber und Drunter“.

Aktuell unterstützt der Arbeitskreis die Industrie dabei, mittels Drohnen- und optimiertem Spritzeneinsatz, die Aufwandmengen für Pflanzenschutzmittel zu minimieren. „Dabei fliegt eine Drohne über das Feld und erfasst, wo der ,Beikräuterdruck' besonders hoch ist. Die so gewonnenen Daten steuern eine speziell ausgerüstete Spritze. Pflanzenschutzmittel bringt diese nur dort aus, wo sie wirklich notwendig sind“, erklärt Bulich.

Diese Technik sei momentan noch teuer und nicht vollständig marktreif. Es bestehe jedoch die begründete Aussicht, dass Landwirte in den kommenden zehn bis 15 Jahren den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich reduzieren können, so Landwirt Bulich. „Wir sind überzeugt, auch in Zukunft einen maßgeblichen Beitrag zum Schutz unserer Böden und des Grundwassers zu leisten und freuen uns darauf, diese Aufgabe anpacken zu können.“