Reggae-Festival gestartetSummerjam bringt Karibik-Feeling nach Köln

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Fans feiern vor der Bühne beim Summerjam.

Köln – „Feel the beat“ – unter diesem Motto ist das Summerjam Festival in sein 35. Jubiläums-Wochenende gestartet. Dieses Jahr wird gleich doppelt gefeiert: 35 Jahre Festival und 25 Jahre in Köln am Fühlinger See. Und dafür haben sich die Veranstalter mal wieder ein perfektes Wochenende ausgesucht: Vorausgesagt sind Sonnenschein, warme Temperaturen und ein Line-up mit knapp 40 Acts aus der deutschen, jamaikanischen und internationalen Reggae-Szene. Dank der sommerlichen 25 Grad und strahlend blauem Himmel musste man nur die Augen schließen und der Musik lauschen, um sich gedanklich direkt in die Karibik zu versetzen.

Bereits seit Anfang der Woche haben Tausende Reggae-Fans ihre Zelte aufgestellt und stimmen sich langsam auf das Wochenende ein. An den Ufern des Sees im Kölner Norden haben sie eine richtige kleine Zelt-Stadt errichtet, denn viele Camper verbringen eine ganze Urlaubswoche auf dem Gelände und haben es sich dementsprechend richtig schön gemacht, mit Lichterketten, bunten Fahnen und Teppichen.

Festival findet auf Insel im Fühlinger See statt

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Zelten direkt am Ufer des Fühlinger Sees

Das Festival findet rund um den Fühlinger See statt, logistisch profitieren die Organisatoren sehr von der kleinen Insel, die sich mitten im See befindet und über drei Brücken betreten werden kann. Dort befindet sich das eigentliche Festival-Gelände mit den beiden Bühnen, vielen Getränke- und Foodtrucks und jede Menge kleiner Stände auf dem Basar, an denen Kleidung, Accessoires und unzählige Feuerzeuge mit dem typischen Marihuana-Blatt verkauft werden. Im „Garden of Food“ kann man zwischen Ghanischer, Jamaikanischer und anderer internationaler Küche wählen oder den Saft aus Kakaofrüchten probieren.

Alles zum Thema Summerjam

Auf dem Summerjam sind auch immer dutzende Hilfsorganisationen zu Gast, die Hamburger Organisation VivaconAgua etwa läuft während der Konzerte durch die Reihen mit eigens verzierten Mülltonnen, in die man seinen Pfandbecher spenden kann. Fe Boell freut sich sichtlich über die gute Stimmung, am Stand gibt es kostenloses Wasser: „Für uns ist das immer eine tolle Veranstaltung, vor allem während der Hauptacts und wenn die dann auch nochmal auf uns hinweisen kommen wirklich viele Spendengelder zusammen.“

Summerjam in Köln: 30.000 Fans vieler Nationalitäten

Das Besondere am Summerjam ist eindeutig diese einzigartige Atmosphäre, die entsteht, wenn sich rund 30.000 Fans verschiedener Generationen und Nationalitäten vor und auf den Bühnen treffen, zusammen singen und tanzen. Der vom Festival liebevoll getaufte „Cologne Bay“ bietet die perfekte Kulisse für die Shows und auch für all diejenigen, die sich zwischen den Konzerten etwas ausruhen möchten, Tischtennis spielen und einfach mit Freunden in der Sonne sitzen. Reggae-Musik ist zum Entspannen, Tanzen und keine Sorgen machen da, und genau das spiegelt sich in den lachenden Gesichtern der Festival-Besucher wieder.

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Entspannte Stimmung bei den Festivalbesuchern

Schon beim allerersten Konzert am Freitag haben sich viele Fans vor der Hauptbühne direkt an der Regattabahn gesammelt, was auch daran liegen könnte, dass sich diese Band über besondere Unterstützung freuen darf: Memoria ist eine achtköpfige Reggae-Band aus Köln Mülheim, die sich von der Keupstraße auf die Bühnen der internationalen Reggae-Festivals gespielt hat.

Für Inti und die anderen Künstlerinnen und Künstler ist das noch immer eine kleine Sensation: „Ganz ehrlich, für mich ist das immer noch surreal. 2008 waren wir das erste Mal auf dem Summerjam und haben unseren Helden zugehört, und zehn Jahre später haben wir das erste Mal selbst auf diese Bühne gestanden.“ sagt er nach dem Auftritt. Sein Freund Chaski ergänzt: „Ich fands unglaublich schön, es sind so viele Leute gekommen und haben unsere Lieder mitgesungen, auch die, die erst vor zwei Wochen rausgekommen sind.“ Was das Summerjam Festival für sie als Kölner bedeute, müsse er wohl gar nicht erst erklären: „Hier haben wir uns in das Genre verliebt und können jetzt selber Menschen darüber connecten, das ist Wahnsinn.“

Kölner Band Memoria tritt auf dem Summerjam auf

Memoria spielten schon 2018 das erste Mal auf dem Summerjam, am Freitag traten sie als erster Act auf der Hauptbühne auf, und davor hat sich eine richtige kleine Fan-Gruppe versammelt. Alle sind in der Keupstrasse aufgewachsen, dieses Jahr spielen sie das erste Mal auch auf dem größten Reggae Festival Europas in Spanien.

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Das Köln mittlerweile die Heimat von immer mehr auch international bekannten Reggae Künstlern und Künstlerinnen ist, haben sie vor allem einem zu verdanken: Gentleman. Natürlich ist er auch dieses Jahr als Headliner wieder auf dem Festival vertreten, für ihn ist das ein richtiges Heimspiel.

Bob Marleys Sohn Julian ist in Köln dabei

Auch das restliche Line-Up liest sich für Reggae-Fans wie ein Best-Of der alten und neuen Szene. Das Festival hat wieder einmal internationale Größen wie Bob Marleys Sohn Julien, den Jamaikaner Protoje, der am Sonntag das Finale spielt und die Charts-Dauerbrenner Sean Paul und Shaggy für sich gewinnen können.

Für viele ist das eigentliche Highlight aber die Band Seeed, die das erste Mal seit vielen Jahren wieder am Fühlinger See spielen. Maja Hoffman ist mit ihren Freundinnen hier und freut sich vor allem auf die deutschen HipHop Acts Miwata, SDP und Seeed. Auch für die Freundesgruppe um Patrick, Erich, Lennart und Helen aus Aachen ist Seeed das Highlight, sie campen schon seit ein paar Tagen hier und erkennen sich durch passende Hüte auf dem Festival wieder.

Nachdem Protoje am Sonntag das Abschlusskonzert gespielt hat, kommt dann ein Auftritt, der für viele langjährige Summerjam-Fans das wohl eigentliche Highlight darstellt: Moderator und Summerjam-Gesicht Andrew Murphy singt ganz allein auf der Red-Stage mit seiner Gitarre die alten Bob Marley Hits, vom Redemption Song bis hin zu Oh Happy Day. Obwohl alleine nicht ganz stimmt: Bei diesem Konzert singen wirklich alle mit.

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