Abo

„Pragmatische Hilfe im Alltag“Stadtbezirk testet Gratis-Menstruationsartikel – Demo in Köln angekündigt

2 min
Sechs Tampons liegen in einem Kreis. Kostenfreie Menstruationsartikel stehen künftig in städtischen Gebäuden, Schwimmbädern und der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen bereit. (Archivbild)

Sechs Tampons liegen in einem Kreis. Kostenfreie Menstruationsartikel stehen künftig in städtischen Gebäuden, Schwimmbädern und der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen bereit. (Archivbild)

Kostenfreie Menstruationsartikel sollen künftig in städtischen Gebäuden, Schwimmbädern und der Stadtteilbibliothek bereitstehen. 

In öffentlichen Verwaltungsgebäuden, Schwimmbädern und der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen sollen künftig kostenlose Menstruationsartikel für den akuten Bedarf bereitliegen. Das beschloss die Rodenkirchener Bezirksvertretung in ihrer Sitzung am 21. September. Das Testprojekt soll demnach zunächst als einjährige Pilotphase starten.

Den Antrag hatte zuvor die Volt-Einzelmandatsträgerin Lucia Hinsen eingebracht. Er stieß in Köln auf breite politische Unterstützung: SPD, Grüne, FDP/KSG und Linke schlossen sich der Initiative an. Der Beschluss fiel nach Angaben von Volt einstimmig. CDU und AfD enthielten sich demnach. 

Kostenlose Menstruationsartikel: Pilotphase in Rodenkirchen

Mit der Pilotphase soll nun der „tatsächliche Bedarf, der Verbrauch sowie der logistische Aufwand für die Verwaltung präzise evaluiert“ werden, teilte Volt in einer Pressemitteilung mit. Der Stadtbezirk knüpft damit an frühere Initiativen in Köln an. Auf dadurch vorhandene Erfahrungswerte sowie Beschaffungs- und Logistikwege könne jetzt zurückgegriffen werden, erläuterte Volt.

Die Bestückung soll über einfache, mechanische Spendersysteme oder im Rahmen der bestehenden Gebäudebewirtschaftung erfolgen, um Missbrauch vorzubeugen und die Kosten gering zu halten. Die Menstruationsartikel sollen demnach in Sanitärräumen oder geeigneten Flurbereichen zugänglich gemacht werden. 

Rodenkirchener Schulen nicht Teil des Beschlusses

Die Rodenkirchener Schulen sind unterdessen vorerst nicht Teil des Beschlusses. Die Versorgung an Kölner Schulen werde derzeit separat im Gleichstellungsausschuss der Stadt behandelt, heißt es in der Mitteilung.

Menstruationsartikel seien keine Kosmetikprodukte, sondern existenziell für die Infektionsprophylaxe, betont Volt. Wenn die Menstruation unvorhergesehen oder unregelmäßig unterwegs einsetze, werde mangels Alternativen häufig Toilettenpapier als Notlösung genutzt, heißt es in der Pressemitteilung. Dies berge jedoch erhebliche gesundheitliche Risiken wie bakterielle Entzündungen oder das Toxische Schocksyndrom (TSS). 

„Seife, Papiertücher und Toilettenpapier stehen in städtischen Gebäuden ganz selbstverständlich zur Verfügung. Menstruationsartikel gehören genauso zur Grundversorgung“, erklärte auch Antragstellerin Lucia Hinsen. „Uns geht es nicht darum, den Monatsbedarf abzufangen, sondern um eine pragmatische Hilfe im Alltag.“ Das Angebot ist demnach nicht als Ersatz für die Versorgung zu Hause gedacht.

„Free Bleeding“-Demo am Samstag in Köln

Das Thema kostenfreie Menstruationsartikel wird auch am Samstag (26. September) in Köln in den Fokus rücken: Auf dem Heumarkt wollen um 12 Uhr Menschen für „eine Gesellschaft, in der Menstruation nicht zum finanziellen, gesundheitlichen und beruflichen Nachteil wird“ auf die Straße gehen, wie es in einer Ankündigung der Veranstalter heißt.

Zu den Forderungen der „Free Bleeding Demo“ gehören kostenfreie Menstruationsprodukte in öffentlichen Einrichtungen, Menstruationsfreistellungstage und mehr finanzielle Mittel für die Forschung zu Frauen und menstruationsbezogener Gesundheit. Nach Angaben der Kölner Polizei wurden von den Veranstaltern rund 6000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. (das)