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OB Reker bei Zollstock-Besuch„Radfahren ist mir in dieser Stadt zu gefährlich“

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Oberbürgermeisterin Henriette Reker diskutiert mit den Besuchern.

  • Die Bürger im Kölner Süden wollen mehr Mobilität und machen Vorschläge zur Müllvermeidung

Köln-Zollstock – Die Bürger im Bezirk Rodenkirchen wünschen sich vor allem Verbesserungen in den Bereichen Mobilität, Umwelt und Wohnen - in dieser Reihenfolge. Das hat sich beim Stadtgespräch herausgestellt, einer Dialogreihe, zu der Oberbürgermeisterin Henriette Reker regelmäßig einlädt. Die Besucher der Veranstaltung konnten stellvertretend für ihren Wunsch jeweils einen kleinen roten Ball in diverse Eimer werfen. Am Ende landeten weitaus die meisten Kugeln in dem Topf, der mit einem Schild Mobilität gekennzeichnet war.

Vergleichsweise mager gefüllt waren dagegen die Behältnisse für Sicherheit, Altwerden, Gesundheit, Bildung und Arbeit. „Die Rodenkirchener haben ein abweichendes Ranking aufgestellt“, sagten Henriette Reker und Brigitte Scholz, die Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung. In anderen Bezirken stehe „Wohnen“ an erster Stelle.

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„Kölner Perspektiven 2030“ lautet das Thema der Stadtgespräche in diesem Jahr, die in den Kölner Bezirken noch bis zum Oktober stattfinden sollen. Der Kölner Süden traf sich im Alfred-Müller-Armack-Berufskolleg in Zollstock. In punkto Mobilität kritisierten die Bürger „große Lücken“ beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Bezirk Rodenkirchen. Bodo Schmitt und Bodo Arens forderten etwa eine Viertelstunden-Taktung der Stadtbahn-Linie 12 auch nach Mitternacht. Der Ausbau des Park-and-Ride-Platzes in Godorf wurde gewünscht für die zahlreichen Pendler, die die Linien 16 und 17 nutzen. Auch eine Elektrifizierung der Busflotte wollen die Bürger in Zukunft - die Verbesserung des Radwegenetzes sowieso.

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Ob sie selbst auch mit dem Fahrrad unterwegs sei, wurde die Oberbürgermeisterin gefragt. „Radfahren ist mir in dieser Stadt zu gefährlich“, sagte sie und erntete im Publikum Zustimmung für ihre Bewertung. Viele Ampelschaltungen seien geradezu „unsinnig“, hieß es. Die Oberbürgermeisterin verwies auf das neue Verkehrsmanagement der Stadt, das in den kommenden fünf Jahren alte Ampeln ersetzen und die Signalschaltungen optimieren werde. Ein schwacher Trost: „Wir brauchen die Verbesserungen jetzt“, so die Bürger.

Was das Thema Umwelt anbelangt, wurde der Verwaltung vorgeworfen, dass sie kein Konzept gegen die zunehmende Vermüllung habe. Eine Lehrerin hatte da einen praxisnahen Vorschlag parat im Ausblick auf den Sommer. „Die Stadt könnte ein jährliches Grill-Ticket anbieten und von dem Geld zusätzliche Ordnungskräfte einstellen“, sagte sie. Die Idee fand Henriette Reker prüfenswert. Gleichzeitig meinte sie, dass gerade Lehrer bei der Umwelterziehung eine wichtige Rolle spielen könnten und sollten.

Wohnungen seien insgesamt zu teuer, hieß es allgemein. Speziell in Zollstock betreffe das die kleinen und stark nachgefragten Wohnungen in der Nähe der Universität. Einen Masterplan für das Hochhausensemble „Kölnberg“ in Meschenich forderte Ingo Brambach vom Bürgerverein „aktiv für Meschenich“. Für den komplizierten Bereich sei seit Jahren nichts mehr getan worden. Die geplante Stadtbahn vom Bonner Verteiler bis Meschenich dürfe außerdem nicht wie bislang geplant im Norden des Stadtteils enden, denn sonst würden 2500 Menschen, die im Süden leben, ausgegrenzt.

Bei aller Problematik konnten die anwesenden Bürger auch ihre Lieblingsorte im Bezirk auf einem riesigen Stadtplan markieren. Davon gibt es offenbar viele. Am beliebtesten sind demzufolge der Kalscheurer und der Decksteiner Weiher, der sich allerdings im Bezirk Lindenthal befindet. Sehr gern halten sich die Leute aus dem Kölner Süden auch am Rheinufer und im Vorgebirgspark auf.

www.stadt-koeln.de/stadtgespraech

www.stadt-koeln.de/koelnerperspektiven2030

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