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Blindgängerfund in RodenkirchenStörer haben Gefahrenbereich verlassen – Sperrung der A4 beginnt

4 min
Der Blindgänger war von einem Passanten am Rheinufer entdeckt worden. Ein Bagger steht während der Evakuierung am Fundort.

Der Blindgänger war von einem Passanten am Rheinufer entdeckt worden. Ein Bagger steht während der Evakuierung am Fundort.

In Rodenkirchen soll heute eine Weltkriegsbombe entschärft werden. 3000 Menschen sind betroffen, auch die A4 liegt im Gefahrenbereich.

In Köln-Rodenkirchen ist am Montagnachmittag (28. September) ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die amerikanische Zehn-Zentner-Bombe liegt im Bereich des Rodenkirchener Leinpfads auf Höhe der Kirche Alt St. Maternus. Sie verfügt über einen Front- und einen Heckaufschlagzünder.

Der Blindgänger war erst durch den niedrigen Rheinpegel sichtbar geworden. Ein Kölner hatte das Ordnungsamt informiert, nachdem er im Rhein etwas entdeckt hatte, das wie eine Bombe aussah. Bei der Überprüfung bestätigte sich der Verdacht.

Die Bombe soll am Dienstag (29. September) entschärft werden. Dafür muss ein Radius von 500 Metern rund um den Fundort geräumt werden. Nach Angaben der Stadt Köln sind rund 3000 Menschen von der Evakuierung betroffen. Diese hat um 9 Uhr begonnen.

Die Anlaufstelle für alle Betroffenen befindet sich in der Erzengel-Michael-Kirche, Pfarrer-Te-Reh-Straße 7 auf dem Gelände der Diakonie Michaelshoven. Dort gibt es kostenlose Getränke und Snacks.

Zwei Personen wollten Gefahrenbereich nicht verlassen

Diese Straßen sind seit 11 Uhr gesperrt:

  1. Links- und rechtsrheinisch an den Rampen für den Fuß- und Radverkehr auf die Rodenkirchener Brücke
  2. Militärringstraße/Heinrich-Lübke-Ufer
  3. Heinrich-Lübke-Ufer (kurz vor der Rodenkirchener Brücke)
  4. Rodenkirchener Leinpfad (westlich, kurz vor der Rodenkirchener Brücke)
  5. Rodenkirchener Leinpfad (östlich, an der Rodenkirchener Riviera)
  6. Weidenweg (rechtsrheinisch)
  7. Uferstraße (ungefähr Höhe Hausnummer 11)
  8. Im Park/Walther-Rathenau-Straße
  9. Hauptstraße/Walther-Rathenau-Straße/Gudrunstraße
  10. Nibelungenweg/Gudrunstraße
  11. Nibelungenweg (ungefähr Höhe Hausnummer 13/14)
  12. Schillingsrotter Straße (ungefähr Höhe Hausnummern 9/16)
  13. Maternusstraße (ungefähre Höhe Hausnummern 31/44)
  14. Brückenstraße/Maternusstraße/Ringstraße Brückenstraße (ungefähr Höhe Hausnummern 41/110)
  15. Frankstraße (ungefähr Höhe Überführung KVB-Gleise)
  16. Konrad-Adenauer-Straße/Frankstraße

Gegen 12.30 Uhr teilte die Stadt mit, dass zwei Personen die Evakuierung verzögern würden: Sie weigerten sich, den Gefahrenbereich zu verlassen. Bei einem der Menschen mussten sich die Einsatzkräfte sogar über den Balkon Zugang zur Wohnung verschaffen – dann brachten sie ihn nach draußen. In beiden Fällen stehen nun Bußgeldverfahren an.

Doch auch wenn der Gefahrenbereich mittlerweile geräumt wurde, ist kein schnelles Ende in Sicht: „Die Entschärfung selbst könnte mehr Zeit als üblich in Anspruch nehmen, weil der Blindgänger zwei Zünder hat, von denen einer beschädigt ist“, berichtet das Presseamt.

Evakuierung in Rodenkirchen läuft noch – A4 wird jetzt gesperrt

Das Ordnungsamt hat die Polizei gegen 14 Uhr gebeten, mit der Sperrung der A4 zwischen dem Kreuz Köln-Süd und dem Autobahndreieck Heumar zu beginnen. Das könne rund anderthalb Stunden dauern, heißt es aus dem Lagezentrum.

Die A4 wird am Autobahnkreuz Köln-Süd in Richtung Olpe sowie am Autobahnkreuz Köln-Gremberg in Richtung Aachen gesperrt. Zudem ist die Auffahrt der Anschlussstelle Köln-Poll in Richtung Aachen dicht. Betroffen sind außerdem die A555 am Kreuz Köln-Süd, die A559 am Kreuz Köln-Gremberg sowie die A3 am Autobahndreieck Köln-Heumar – dort sind jeweils Überleitungen auf die A4 in Richtung Aachen gesperrt.

Die Evakuierung in Rodenkirchen koordinieren das Ordnungsamt der Stadt Köln und der Kampfmittelräumdienst.

Die Evakuierung in Rodenkirchen koordinieren das Ordnungsamt der Stadt Köln und der Kampfmittelräumdienst.

Währenddessen laufen die letzten Krankentransporte, denn auch die Bewohner des Caritas-Altenzentrums St. Maternus werden evakuiert. Es handelt sich um 114 Seniorinnen und Senioren, von denen nur 35 gehfähig sind. 14 Personen müssen liegend transportiert werden, 64 Personen sind nur eingeschränkt mobil und müssen gesichert transportiert werden.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf und das Kölner Ordnungsamt koordinieren den Einsatz. Die Polizei informiert außerdem, dass wegen der Entschärfung die Wache in Rodenkirchen nur eingeschränkt erreichbar ist. Für Notfälle gilt die 110. Sonstige telefonische Anliegen nehme die Wache in Sülz entgegen.

Auch der Rhein wird für die Bomben-Entschärfung gesperrt

Wasserschutzpolizei und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt überwachen von Booten aus den Gefahrenbereich. Was sich am Ufer abspielt, ist hingegen Aufgabe der Stadt. Ab 14.30 Uhr soll der Rhein im Bereich der Rodenkirchener Brücke für die Entschärfung gesperrt werden.

Eine Karte der Stadt Köln zeigt den Evakuierungsradius.

Einschränkungen gibt es zudem bei den KVB-Buslinien 130, 131, 134 und 135. Die Haltestellen Heinrich-Lübke-Ufer, Frankstraße, Maternusplatz und Rathaus Rodenkirchen werden dann nicht angefahren. Nach Angaben der KVB gelten ab 11 Uhr Umleitungen für die betroffenen Linien. Die Stadtbahn-Linien 16 und 17 sind nicht betroffen.

Die Linien 130 und 134 werden in Richtung Sürth ab „Bayenthal Gürtel“ über Oberländer Ufer, Militärringstraße, Konrad-Adenauer-Straße und Friedrich-Ebert-Straße bis zum Bahnhof Rodenkirchen geführt. In Gegenrichtung fahren die Linien 131 und 134 ab Siegfriedstraße über die Ringstraße zum Bahnhof Rodenkirchen. Auch die Linie 135 wird in beiden Richtungen umgeleitet und fährt über Siegfriedstraße, Ringstraße beziehungsweise Weißer Straße.

Die Ikea-Filiale in Godorf indes zog aus dem Fund der Weltkriegsbombe und der Evakuierung einen Nutzen und lockte Kunden an – mit einer netten Aktion. Das Möbelhaus bot am Dienstag ab 9.30 Uhr ein Gratis-Frühstück an für die Betroffenen aus Rodenkirchen. Das teilte das Team des Möbelhauses auf Instagram mit. (sbo/red)