Kölner Stadt-Anzeiger · Community

Kommentare · 0

Abo

Blindgängerfund in RodenkirchenZwei Menschen wollen Gefahrenbereich nicht verlassen – Entschärfung verzögert sich

3 min
Der Blindgänger war von einem Passanten am Rheinufer entdeckt worden. Ein Bagger steht während der Evakuierung am Fundort.

Der Blindgänger war von einem Passanten am Rheinufer entdeckt worden. Ein Bagger steht während der Evakuierung am Fundort.

In Rodenkirchen soll heute eine Weltkriegsbombe entschärft werden. 3000 Menschen sind betroffen, auch die A4 liegt im Gefahrenbereich.

In Köln-Rodenkirchen ist am Montagnachmittag (28. September) ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die amerikanische Zehn-Zentner-Bombe liegt im Bereich des Rodenkirchener Leinpfads auf Höhe der Kirche Alt St. Maternus. Sie verfügt über einen Front- und einen Heckaufschlagzünder.

Der Blindgänger war erst durch den niedrigen Rheinpegel sichtbar geworden. Ein Kölner hatte das Ordnungsamt informiert, nachdem er im Rhein etwas entdeckt hatte, das wie eine Bombe aussah. Bei der Überprüfung bestätigte sich der Verdacht.

Die Bombe soll am Dienstag (29. September) entschärft werden. Dafür muss ein Radius von 500 Metern rund um den Fundort geräumt werden. Nach Angaben der Stadt Köln sind rund 3000 Menschen von der Evakuierung betroffen. Mit leichter Verspätung hatte der erste Klingeldurchgang gegen 9.35 Uhr begonnen, er ist mittlerweile beendet. Gegen 12.30 Uhr begann der zweite Klingeldurchgang. 

Zwei Personen wollen Gefahrenbereich in Rodenkirchen nicht verlassen

Diese Straßen sind seit 11 Uhr gesperrt:

  1. Links- und rechtsrheinisch an den Rampen für den Fuß- und Radverkehr auf die Rodenkirchener Brücke
  2. Militärringstraße/Heinrich-Lübke-Ufer
  3. Heinrich-Lübke-Ufer (kurz vor der Rodenkirchener Brücke)
  4. Rodenkirchener Leinpfad (westlich, kurz vor der Rodenkirchener Brücke)
  5. Rodenkirchener Leinpfad (östlich, an der Rodenkirchener Riviera)
  6. Weidenweg (rechtsrheinisch)
  7. Uferstraße (ungefähr Höhe Hausnummer 11)
  8. Im Park/Walther-Rathenau-Straße
  9. Hauptstraße/Walther-Rathenau-Straße/Gudrunstraße
  10. Nibelungenweg/Gudrunstraße
  11. Nibelungenweg (ungefähr Höhe Hausnummer 13/14)
  12. Schillingsrotter Straße (ungefähr Höhe Hausnummern 9/16)
  13. Maternusstraße (ungefähre Höhe Hausnummern 31/44)
  14. Brückenstraße/Maternusstraße/Ringstraße Brückenstraße (ungefähr Höhe Hausnummern 41/110)
  15. Frankstraße (ungefähr Höhe Überführung KVB-Gleise)
  16. Konrad-Adenauer-Straße/Frankstraße

Gegen 12.30 Uhr teilt die Stadt mit, dass zwei Personen die Evakuierung verzögern, da sie sich offenbar weigern, den Gefahrenbereich zu verlassen. Einsatzkräfte von Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr sind auf dem Weg. Die Freigabe zur Entschärfung kann erst erfolgen, wenn alle Personen den Bereich verlassen haben. Daher kann die Stadt keinen Zeitpunkt für die Entschärfung nennen.

Es fallen zwölf Krankentransporte an. Auch die Bewohner des Caritas-Altenzentrums St. Maternus werden evakuiert. Es handelt sich um 114 Seniorinnen und Senioren. 14 Personen müssen liegend transportiert werden, 64 Personen sind nur eingeschränkt mobil und müssen gesichert transportiert werden. 35 Menschen aus der Einrichtung sind gehfähig.

Bombenfund in Köln: Evakuierung hat begonnen

Die Anlaufstelle für alle Betroffenen befindet sich in der Erzengel-Michael-Kirche, Pfarrer-Te-Reh-Straße 7 auf dem Gelände der Diakonie Michaelshoven. Dort gibt es kostenlose Getränke und Snacks.

Die Evakuierung in Rodenkirchen koordinieren das Ordnungsamt der Stadt Köln und der Kampfmittelräumdienst.

Die Evakuierung in Rodenkirchen koordinieren das Ordnungsamt der Stadt Köln und der Kampfmittelräumdienst.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf und das Kölner Ordnungsamt koordinieren den Einsatz. Die Polizei informiert, dass wegen der Entschärfung die Wache in Rodenkirchen nur eingeschränkt erreichbar ist. Für Notfälle gilt die 110. Sonstige telefonische Anliegen nehme die Wache in Sülz entgegen.

A4 soll kurz vor Freigabe zur Entschärfung gesperrt werden

Innerhalb des festgelegten Radius liegt auch die A4. Die Autobahn soll laut Angaben der Stadt zwischen dem Kreuz Köln-Süd und dem Kreuz Köln-Gremberg kurz vor der Entschärfung gesperrt werden.

Für die Entschärfung muss der Rhein im Bereich der Rodenkirchener Brücke gesperrt werden. Wasserschutzpolizei und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt überwachen von Booten aus den Sperrbereich. Was sich am Ufer abspielt, ist hingegen Aufgabe der Stadt.

Eine Karte der Stadt Köln zeigt den Evakuierungsradius.

Einschränkungen gibt es außerdem bei den KVB-Buslinien 130, 131, 134 und 135. Die Haltestellen Heinrich-Lübke-Ufer, Frankstraße, Maternusplatz und Rathaus Rodenkirchen werden dann nicht angefahren. Nach Angaben der KVB gelten ab 11 Uhr Umleitungen für die betroffenen Linien. Die Stadtbahn-Linien 16 und 17 sind nicht betroffen.

Die Linien 130 und 134 werden in Richtung Sürth ab „Bayenthal Gürtel“ über Oberländer Ufer, Militärringstraße, Konrad-Adenauer-Straße und Friedrich-Ebert-Straße bis zum Bahnhof Rodenkirchen geführt. In Gegenrichtung fahren die Linien 131 und 134 ab Siegfriedstraße über die Ringstraße zum Bahnhof Rodenkirchen. Auch die Linie 135 wird in beiden Richtungen umgeleitet und fährt über Siegfriedstraße, Ringstraße beziehungsweise Weißer Straße.

Die Ikea-Filiale in Godorf indes weiß, aus dem Fund der Weltkriegsbombe und der Evakuierung einen Nutzen zu ziehen und Kunden anzulocken – mit einer netten Aktion. Das Möbelhaus bietet am Dienstag ab 9.30 Uhr ein Gratis-Frühstück an, auch für die Betroffenen aus Rodenkirchen. Das teilte das Team des Möbelhauses auf Instagram mit. (sbo/red)