Nach 17 Jahren schließt die Buchhandlung an der Falderstraße zum 1. September. Inhaberin Nadine Sander sucht nach einer Nachfolge.
Nachfolge gesuchtBuchhändlerin aus Sürth hört im Sommer auf

Buchhändlerin Nadine Sander (rechts) mit ihren Team
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Zum 1. September schließt die einzige Buchhandlung im Stadtteil Sürth. Nach 17 Jahren hört Inhaberin Nadine Sander auf. „Ich möchte mir jetzt Zeit nehmen – für Reisen, für das Privatleben. Und endlich selbst wieder in Ruhe lesen.“ Als sie die Buchhandlung gemeinsam mit ihrem damaligen Mann eröffnete, gab es in Sürth kein vergleichbares Angebot. Die Resonanz im Viertel war überwältigend: „Am ersten Tag stand der Bürgersteig voller Menschentrauben“, erinnert sich Sander. Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes führte sie das Geschäft allein weiter – und machte es über die Jahre zu einer festen Größe im Stadtteil, zu einem Treffpunkt für Literaturbegeisterte.
In den vergangenen 17 Jahren erlebte Sander mit ihrem Team die Veränderungen auf dem Buchmarkt hautnah: den wachsenden Onlinehandel, den Trend zum E-Book und die schwierigen Jahre der Pandemie. Trotzdem hat sie einen festen Kundenstamm. „Darauf bin ich stolz. Selbst die ersten zehn Kunden, die bei der Eröffnung ihre Kontaktdaten hinterließen, halten mir bis heute die Treue“, sagt die Buchhändlerin.
Buchladen mit breitem Sortiment von Kinderbüchern bis Belletristik und Geburtstagskisten
Wer die Ladentür an der Falderstraße öffnet, findet eine große Auswahl an verschiedensten Literaturgattungen. Besonders Kinder- und Jugendbücher sowie Belletristik prägen das Sortiment. Dazu kommen persönliche Beratung, liebevoll gestaltete Geburtstagskisten und ein Geschenkservice. Ein besonderes Highlight ist der kleine Innenhof hinter der rund 85 Quadratmeter großen Verkaufsfläche – ein Ort für Lesungen, Musikabende oder einfach zum Verweilen.
Nadine Sander sucht derzeit eine Nachfolge. „Der Laden ist mein Baby – es ist fast volljährig. Ich wünsche mir jemanden, dem ich die Buchhandlung mit gutem Gewissen in vertrauensvolle Hände übergeben kann – jemanden, der Bücher liebt und bereit ist, diese gut laufende Buchhandlung weiterzuführen.“
Und es gibt Hoffnung: Nach Bekanntwerden der geplanten Schließung hätten sich bereits mehrere Interessenten gemeldet, erzählt sie. Besonders eine potenzielle Nachfolgerin aus dem Kölner Süden könne gut zur Buchhandlung und zum Veedel passen. Noch sei nichts entschieden, doch die Aussicht darauf mache Mut.
Nach fast zwei Jahrzehnten wäre eine erfolgreiche Übergabe nicht nur für Nadine Sander ein versöhnlicher Abschied, sondern auch für den Stadtteil ein wichtiges Signal. Schließlich mussten die Sürther nach der Schließung der früheren Buchhandlung in der Falderstraße in den 1980er Jahren fast 30 Jahre lang für den Bücherkauf nach Rodenkirchen ausweichen. Dass sich diese Geschichte nun vielleicht doch nicht wiederholt, lässt viele im Veedel hoffen.
