Sanierung der BasteiSo geht es mit der Kölner Dauerbaustelle weiter

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Bastei

Die Kölner Bastei

Köln – Seit mehr als drei Jahren lässt die Stadt Köln die denkmalgeschützte Bastei am Rheinufer untersuchen. Die Spezialisten sollen herausfinden, wie schlimm es um den Sanierungsbedarf des Bauwerks von 1924 steht – im April dieses Jahres musste die Verwaltung das Tragwerk stellenweise sogar mit einem Gerüst abstützen. Jetzt steht zumindest fest, wann klar sein soll, was mit der Bastei in Zukunft möglich ist.

Zunächst müssen die Gutachter vom Zentrum für Bauwerksunterhaltung der Technischen Universität Braunschweig noch weiter untersuchen, wie standsicher die Konstruktion ist. Auch davon hängt ab, ob die Bastei wieder als Restaurant genutzt werden kann, wie groß der Sanierungsaufwand ist und wie teuer das wird.

Bastei Köln Denkmalschutz muss beachtet werden

Dabei muss der Denkmalschutz beachtet werden, das verkompliziert die Sanierung. Unter anderem muss geklärt werden, wo ein Aufzug gebaut wird, um die Barrierefreiheit herzustellen. Am Ende steht die Frage: Kann die Stadt sich das leisten? Der Rat hatte als Ziel ausgegeben, die Bastei samt Gastronomie wieder für die Öffentlichkeit herzurichten.

Kämmerin Dörte Diemert teilte am Mittwoch zu den Analysen der Experten mit: „Erst nach Abschluss der Berechnungen können belastbare Aussagen zur Nutzungsfähigkeit des Gebäudes getroffen werden.“ Das soll laut Diemert Stand jetzt zwischen Oktober und Dezember passieren, ein exakterer Termin zum Ende der Messungen ist demnach aktuell nicht möglich.

Bis Ende des Jahres soll also feststehen, wie realistisch eine Wiedereröffnung des Restaurants ist und ob möglicherweise eine große Besucherterrasse möglich ist. Entsprechende Pläne hatten Interessenten an der Bastei in der Vergangenheit präsentiert. Doch mit einem Ausbau der Terrasse hat der städtische Denkmalschutz ein Problem. 

11,8 Millionen Euro als erste Summe für Sanierung

Die Stadt Köln hatte die Bastei Ende 2018 für 614.000 Euro von der Koelnmesse zurückgekauft, eine erste Schätzung aus dem Jahr 2020 lag bei rund 11,8 Millionen Euro für die Sanierung. Dort finden seit Jahren keine Veranstaltungen mehr statt, das Gebäude ist ein Sanierungsfall. Bis zur Schließung konnte man die Bastei für einzelne Veranstaltungen mieten.

Ab 1958 hatte Hans Herbert Blatzheim für viele Jahre ein Restaurant geführt, 1985 war das Gebäude zuletzt saniert worden. Der Kölner Architekt Wilhelm Riphahn hatte es entworfen, nach den Zerstörungen im Krieg war es in den 1950er-Jahren wieder aufgebaut worden.

Das Gerüst an der Bastei bleibt vorerst

Das Abstützen der Bastei im April hatte weitere Konsequenzen nach sich gezogen: Die Stadt sperrte die Abfahrtsrampe für Touristenbusse und eine Treppe für Fußgänger zum Rheinufer, weil sie den Platz für das Gerüst brauchte. Das bleibt laut einer Stadtsprecherin vorerst so.

Damit die Busse dort möglicherweise doch zum Rheinufer fahren können, soll es ein neues Gerüst geben, doch das dauert noch. Die Sprecheirn teilte mit: „Die Pläne zum unterfahrbaren Gerüst befinden sich derzeit noch in der Genehmigungsprüfung. Eine verlässliche Aussage zu Auf- und Abbauzeiten kann erst nach der erteilten Genehmigung erfolgen."

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