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Satirischer Wochenrückblick
1.FC Grasshopper Köln

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2 min
Ende August 2025 demonstrieren FC-Fans für die Erweiterung des Geißbockheims und die neuen Fußballplätze auf der Gleueler Wiese.

Ende August 2025 demonstrieren FC-Fans für die Erweiterung des Geißbockheims und die neuen Fußballplätze auf der Gleueler Wiese.

Wie der 1. FC Köln im Kampf um die Gleueler Wiese neue Wege einschlagen kann.

Eins habe ich mir vorgenommen. Sobald sich die Sonne wieder blicken lässt, werde ich mir meinen Campingstuhl schnappen und in den Grüngürtel radeln.

Dort werde ich mich auf der Gleueler Wiese niederlassen und all die Libellen, Grashüpfer und Tagfalter beobachten, die dem Geißbock Widerstand leisten. Lauter wunderschöne Insekten, die wir Laubenpieper in unserer Kleingartenkolonie in Weidenpesch vergeblich anzulocken versuchen.

Vielleicht sind wir einfach nur überambitioniert. Die Tierchen erwarten sonnige und unbelastete Lebensräume. Grashüpfer können ohne offene Wiesen und hohe Gräser nicht überleben. Libellen brauchen Wasser, um die Larven aufwachsen zu sehen. Da reicht eine mit Wasserpflanzen zum Teich umgestaltete Zinkwanne nicht aus, auf deren Rand ein durch Sonnenenergie angetriebener Tonfrosch hockt und Wasser spuckt.

Fußbälle können auf Kunstrasen überleben, Libellen eher nicht

Immerhin. Ein paar Tagfalter beim Sonnenanbeten habe ich auf unseren 300 Quadratmetern Land schon gesichtet. Denen könnte ich eine neue Heimat bieten, sollten auf der Gleueler Wiese statt ihrer, der Grashüpfer und Libellen doch noch Fußbälle heimisch werden, die so genügsam sind, dass sie sogar auf Kunstrasen überleben können.

Nun ist das Vorkommen von Insekten auf einer Wiese in einem Landschaftsschutzgebiet ungefähr so überraschend wie das von Fußballern auf einem Sportplatz, doch das hat dem FC in dieser Woche nichts genutzt. Die Richter in Münster wollen den Lebensraum nach einem jahrelangen Rechtsstreit noch einmal unter die Lupe nehmen, bevor sie entscheiden, ob sie ihn den Fußbällen oder Libellen überlassen sollen.

Diese Entscheidung ist gewiss nicht einfach, weil davon abhängt, ob der FC nach Jahren der sportlichen Achterbahnfahrt die Bundesliga auf Dauer als seinen natürlichen Lebensraum zurückerobern kann. Wie das bis Ende der 1990er Jahre der Fall war.

Vielleicht lässt sich das Gericht überzeugen, wenn der Klub überzeugend darlegen kann, dass er eine friedliche Koexistenz mit allen Insekten und Kleinstlebewesen auf der Gleueler Wiese anstrebt. Nein. Dazu reichen eine Totholzhecke und ein Bienenhotel nicht. Der Klub müsste den Artenschutz schon in seine DNA aufnehmen, sich am Vorbild eines Züricher Vereins orientieren und seinen Vereinsnamen anpassen: 1. FC Grashopper Köln. Das wäre mal ein Statement. Der Geißbock wäre begeistert.