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Schüler lernen Leben retten

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Die Schüler konnten ihre neu erworbenen Fähigkeiten an einer Übungspuppe testen.

VON MARCO FETKE

Volkhoven/Weiler. Eine Schulung in Reanimation erhielten Schüler der Stufen 7 bis 11 des Heinrich-Mann-Gymnasiums in Volkhoven in ihrer Projektwoche. Mit der Lehrerin und Leiterin des Schulsanitätsdienstes, Piroshka Kostenzer, und dem leitenden Notarzt der Berufsfeuerwehr, Robert Stangl sowie seiner Kollegin Carina Bernardo, übten sie zuerst die grundlegenden Wiederbelebungs-Techniken ein – um den richtigen Takt zu treffen, gewöhnten sie sich an, während der Pump-Bewegungen zu singen. Den Höhepunkt der dreitägigen Schulung bildete dann ein Ausflug in die Volkhovener Feuerwache 6, die Rettungsdienst und Brandschutz unter einem Dach vereint. Dort konnte die Schülergruppe ihre neu erlernten Sanitäter-Fähigkeiten an richtigen Übungspuppen austesten.

In rund 1000 Fällen pro Jahr müsse die Kölner Feuerwehr Menschen wiederbeleben, vor allem bei plötzlichen Herzstillstand sei schnelles Handeln angesagt, so Stangl. „Wir haben die technische Ausstattung und die Behandlungsmethoden fortwährend verbessert und versuchen dies auch in wissenschaftlichen Studien zusammen mit der Uni Köln fortlaufend zu optimieren“, ergänzte er. Aber trotz dieser erheblichen Anstrengungen blieben bei einem Notfall die ersten Minuten, bevor der Rettungsdienst eintrifft, entscheidend. Diese müssten durch Laienhelfer überbrückt werden.

In dem Zusammenhang verwies er auf die skandinavischen Länder, hier werden schon Grundschulkinder in Wiederbelebungs-Techniken geschult. Man sei auf solche Laienanimation angewiesen, weil es immer Fälle gebe, wo der Rettungsdienst nicht mehr rechtzeitig eingreifen könne.

Die Ergebnisse des Schulprojekts können sich sehen lassen, manch ein Schüler hat nun sogar einen neuen Berufswunsch – Sanitäter. Robert Stangl fasste zusammen: „Wir sind von dem Erfolg so begeistert, dass die Schule es wiederholen und sogar in die Lehrpläne für die 8. und 9. Klasse einbringen möchte.“ Die Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Schule soll Vorbildcharakter haben – in Zukunft wäre eine Ausweitung des Programms, auch auf andere Schulen, wünschenswert.

Auch Lehrerin Kostenzer zeigte sich begeistert. Bei den Schülern bleibe haften, dass jeder einzelne Hilfe leisten könnte, und einen Beitrag zur Berufsorientierung leiste das Schulprojekt auch. Die 20-köpfige Gruppe vom Heinrich-Mann-Gymnasium wiederum kann jetzt auch selbst Leben durch Reanimation retten, vorzugsweise zum Rhythmus von „Stayin Alive“ von den Bee Gees.