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Novum bei der VorstandswahlVierer-Team leitet den Kölner Katholikenausschuss

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Der scheidende Vorsitzende des Kölner Katholikenausschusses, Gregor Stiels, spricht bei der Vollversammlung.

Der scheidende Vorsitzende des Kölner Katholikenausschusses, Gregor Stiels, spricht bei der Vollversammlung.

Das gab es so noch nie: Die Vertretung der katholischen Laien in Köln wird künftig von einem Vierer-Team statt von einem Vorsitzenden geführt.

Der Katholikenausschuss in der Stadt Köln hat eine neue Führung. Bei der jährlichen Vollversammlung im Caritas-Zentrum in Sülz wurde am Montagabend ein neuer Vorstand gewählt. Erstmals wird die Dachorganisation der katholischen Laien in Köln nicht von einem einzelnen Vorsitzenden, sondern von vier Personen geleitet.

Gewählt wurden der Rechtsanwalt Georg Dietlein (33), der Betriebswirt Benjamin Heidkamp (28), die frühere Leiterin des Sozialdienstes katholischer Frauen, Monika Kleine (68), und der ehemalige Kölner Caritas-Chef Peter Krücker (67). Krücker ist seit 16 Jahren als stellvertretender Vorsitzender im Katholikenausschuss aktiv, auch Dietlein gehörte dem bisherigen Vorstand an. Neu im Leitungsteam sind Heidkamp und Kleine. Als Beisitzer wurden Christoph Bischoff (43), Christoph Graef (26), Elisabeth Grumfeld (76), Yvonne Reiter (50) und Cordula von der Stein (66) gewählt.

Der bisherige Vorsitzende Gregor Stiels (50) hatte den Vorsitz 2018 von Hannelore Bartscherer übernommen und wollte nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren. Im Vorfeld hatte Stiels angekündigt, dass man ein Leitungsteam aus mehreren Personen wählen wolle. In Gesprächen habe sich herausgestellt, dass sich viele Menschen im Vorstand des Katholikenausschusses engagieren möchten. Aber niemand habe den Vorsitz alleine übernehmen wollen.

Katholikenausschuss wählt vier Co-Vorsitzende

In der Vollversammlung wurde rege darüber diskutiert, ob man für die nächste Amtszeit bis 2030 drei oder fünf Co-Vorsitzende wählen sollte. Denn es gab fünf Bewerbungen. Bei der Abstimmung setzten sich die Befürworter eines Fünfer-Teams knapp mit 22 zu 19 Stimmen bei zwölf Enthaltungen durch.

Engagieren sich im Katholikenausschuss Köln (v.l.): Peter Krücker, Ernst-Albert Cramer, Cordula von der Stein, Yvonne Reuter, Georg Dietlein, Elisabeth Grumfeld und Monika Kleine.

Engagieren sich im Katholikenausschuss Köln (v.l.): Peter Krücker, Ernst-Albert Cramer, Cordula von der Stein, Yvonne Reuter, Georg Dietlein, Elisabeth Grumfeld und Monika Kleine.

Trotzdem wurde am Ende kein Fünferteam, sondern eine Vierergruppe gewählt, weil ein Kandidat nicht die erforderliche Mehrheit bekam. Das klarste Votum der Basis erhielt Monika Kleine mit 47 Stimmen. Für Georg Dietlein stimmten 46 Anwesende, für Peter Krücker 43 und für Benjamin Heidkamp 33.

Die Mitglieder des neu gewählten Leitungsteams wollen ihr Amt künftig gleichberechtig wahrnehmen und die Führungsaufgaben thematisch aufteilen. „Das geht nur so, dass für bestimmte Aufgabenstellungen ganz klar Verantwortliche benannt werden“, skizzierte Monika Kleine die künftige Arbeit im Team. In ihrer Bewerbung hatte sie betont, sie wolle „ein Sprachrohr für die Belange, Bedarfe und Entwicklungsnöte der Kölner Gemeinden sein“. Peter Krücker erklärte: „Ich setze mich für eine Kirche ein, die allen Menschen offensteht und für alle da ist, besonders aber für die Bedürftigen. Eine moderne und weltoffene Kirche, die ihre gesellschaftliche Rolle engagiert ernst nimmt.“

„Katholiken sollen ihre Stimme in politischen Fragen erheben“

Georg Dietlein unterstrich: „Mir ist es ein Anliegen, dass Kirche – auch wenn sie nicht mehr „Volkskirche“ sein kann – ein Leuchtturm in der Gesellschaft bleibt – gerade in Köln, wo das Fundament dieses Leuchtturms besonders tief reicht.“ Benjamin Heidkamp hob in seiner Bewerbung hervor, ihm sei wichtig „zu vermitteln, als Kirche ziehen wir uns nicht ins Private oder in geschlossene Räume zurück, sondern wir gestalten aktiv das Leben in unserer Stadt mit“.

Kölns Stadtdechant Robert Kleine, der dem Vorstand von Amts wegen angehört, sagte, es sei „weiterhin sehr, sehr wichtig, dass die katholischen Christinnen und Christen eine Stimme haben innerhalb der Kirche, eine gute Vertretung“. Und dass der Katholikenausschuss „seine Stimme erhebt in den politischen Fragen, nicht nur kirchenpolitisch, sondern auch gesellschaftspolitisch – gerade mit Blick auf die Demokratiekrise, wenn man das so sagen darf“. Beides habe Gregor Stiels in seiner Zeit als Vorsitzender intensiv getan, für sein Engagement danke er ihm von Herzen, so Kleine.

In einer kurzen Rede würdigte Krücker Stiels‘ Verdienste. Er habe die eng verbundene Beziehung zwischen evangelischer und katholischer Kirche „als Selbstverständlichkeit weiterentwickelt“ und dafür gekämpft, „dass Kirche, sei es katholisch, sei es evangelisch, in jedem Veedel präsent bleibt“. Besonders lobte er Stiels‘ klare Haltung, nicht nur in sozialen Fragen. Auch im Missbrauchsskandal habe er sich stets eindeutig positioniert. Krückers Fazit: Stiels habe seine Rolle „stets wirksam und engagiert, ehrlich und gleichsam kompromisslos ausgeübt. Vergelt’s Gott von uns allen hier im Saal.“