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Eröffnung von Oper und SchauspielEndlich hat Köln seine zweite Mitte zurück

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Zahlreiche Bürger machen sich ein Bild vom Opernsaal im fertig renovierten Opernhaus am Offenbachplatz.

 Zahlreiche Bürger machen sich ein Bild vom Opernsaal im fertig renovierten Opernhaus am Offenbachplatz.

Beeindruckende Endlos-Schlangen am Offenbachplatz zeigen am Wochenende: Die Neugier und Freude auf die Neueröffnung ist riesig - trotz Kritik.

Schmeißt die Nebelmaschine an! Ließ Kölns Schauspiel-Intendant Kay Voges am Wochenende den Liedermacher Funny van Dannen singen. Vom Band, im wiedereröffneten Schauspielhaus. Noch blieb die Bühne menschenleer, nur ein Roboterhund verirrte sich im Nebel. Umso voller war es dafür im Parkett und noch beeindruckender war die Endlos-Schlange, die sich vor der Kölner Oper bildete.

Die Menschen waren zu Tausenden auf den Offenbachplatz geströmt, hatten sich dort versammelt, wo jahrelang ein Bauzaun jeden Blick verwehrte. Sie wollten ihre Oper sehen, ihr Schauspiel, die neue Kinderoper, die sich wie ein goldenes Schmuckkästen im Untergrund verbirgt. Die Stimmung war anfangs durchaus kritisch.

Eine Frau hielt eine Tafel hoch, auf der sie sich darüber entrüstete, dass man die 1,5 Milliarden, die das Sanierungsdesaster am Offenbachplatz verschlungen hat, nun auch noch feiert. Doch dann wurde die Nebelmaschine angeworfen – und einfach nur gefeiert. Zurecht. Nebel verzieht sich in der Regel schnell wieder. Die schweren Fehler, die auf der Baustelle und in der Verwaltung in den vergangenen Jahren geschehen sind, müssen dagegen von den Bürgern nicht so schnell verziehen werden. Aber wie töricht wäre es, sich davon die Freude darüber eintrüben zu lassen, dass die Stadt endlich ihre zweite Mitte – neben dem Dom, versteht sich – zurückgewonnen hat.

Kölns OB Torsten Burmester zitierte in seiner kurzen Ansprache „Liebe deine Stadt“, Merlin Bauers Schriftzug, der über der Nord-Süd-Fahrt prangt. Den sollte man freilich nicht nur als Aufforderung, sondern auch als Zumutung verstehen. Es ist halt nicht immer leicht. An diesem Wochenende allerdings schon: Wenn einem nach langem Anstehen im Opern-Foyer der offenherzige Geist der Stadt entgegenfunkelte.


Neue Kölner Stadt-Anzeiger-Talkreihe am Schauspiel Köln

Die neue Talkreihe „Hinter den Schlagzeilen“ des „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der „Kölnischen Rundschau“ feiert am 29. September Premiere im Schauspielhaus. Zum Auftakt geht es um die Geschichte der Ex-Baustelle am Offenbachplatz, den großen Umzug und die Pläne für die kommenden Monate. Talkgäste sind Mitarbeitende des Schauspiels, die den Neustart mitgestaltet haben, außerdem Chefreporter Matthias Hendorf und Christian Hümmeler, stv. Chefredakteur, die die Baustelle journalistisch begleitet haben. Es moderieren Anne Burgmer, Kultur-Ressortleiterin, und Sarah Brasack, stv. Chefredakteurin. Tickets kosten 15 Euro und sind direkt hier erhältlich über den Ticketshop des Schauspiel Köln.