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Leserbriefe zur Serie Wo steht Köln?„Die große Linie fehlt“

Blick aus südlicher Richtung auf den Kölner Dom, vor dem sich eine riesige Baustelle befindet, auf der das neue Laurenz-Carré entstehen soll. Baustellenfahrzeuge, Kräne und Bagger arbeiten auf der Baustelle.

Zahlreiche Großbaustellen mindern zurzeit die Aufenthaltsqualität in der Kölner Innenstadt.

Leser schildern, welche Fehlentwicklungen und Pannen sie in Köln beobachten, formulieren Verbesserungsvorschläge und zeigen auf, welche Potenziale die Domstadt besser nutzen sollte. 

Wo steht Köln? In einer Serie ana­ly­siert der „Köl­ner Stadt-An­­zei­­ger“, was gut und was schlecht läuft (26.11.)

In Köln wird nur geredet, nicht gehandelt

Ich wünsche mir von der Kölner Politik, dass sie sich endlich um die Bedürfnisse aller Kölner, die in dieser Stadt leben, kümmert. Denn es leben nicht nur hippe, dauerfeiernde und dauerradfahrende 20- bis 45-Jährige in Köln, sondern Menschen aller Altersklassen und Couleur, die mitunter schon seit Jahrzehnten mit ihren Steuergeldern die Stadt Köln mitfinanzieren, aber nach deren Interessen und Bedürfnissen keiner fragt.

Ich wünsche mir weniger Gutachten über die wiederkehrenden Probleme wie Ebertplatz und Neumarkt, dafür endlich einmal Lösungen und Anpacken. Ebenso weniger geheucheltes Verständnis und angebliche Toleranz, dafür endlich mal Konsequenz. Dass es geht, beweisen andere Städte, die grün geführt werden. Dort wird nicht nur dauernd ermahnt, wie in Köln, sondern direkt abkassiert, und die Vergehen nehmen ab. In Köln wird dagegen nur geredet und diskutiert.

Bürgerentscheide sollten mit berücksichtigt werden, denn die Kosten trägt der Bürger der Stadt Köln und nicht der Tourist, dem die Stadt letztendlich egal ist. Köln sollte deutlich andere Schwerpunkte setzen als dauernde Feierei und kommerzialisierten Karneval. Etwa durch die Aufkündigung der durch die SPD-Grünen-Regierung des Landes geschlossenen Kioskverträge mit niederländischen Unternehmen, die die Feierkultur besonders negativ beeinflussen.

Verbote von Wegbier und Bestrafung von „Picknicken“ im Innenstadtbereich würden die Sauberkeit deutlich erhöhen. Von der Politik wünsche ich mir endlich ein bürgerorientiertes, zeitnahes, ergebnisorientiertes Handeln und nicht länger partei- oder posten- orientiertes, ergebnisloses Geschwafel.
Elke Kamp-Kill Köln

Kölner Anspruchslosigkeit und Gleichgültigkeit

Köln ist in der Städterangliste auf Platz 38 abgerutscht und zeichnet sich, wie Berlin, durch eine „dysfunktionale Stadtverwaltung“ aus. Allein das vergangene Wochenende mit Weihnachtsmärkten, verkaufsoffenem Sonntag, unglaublich vielen Besuchern und Verkehr bestätigt dieses Urteil. Und dann genehmigt die Stadt noch zwei Demos. Die Polizei im Großeinsatz! Dysfunktionaler geht es nimmer!

Was mich aber am meisten nervt, ist die Anspruchslosigkeit und Gleichgültigkeit, in Köln irgendwann mal mit irgendeinem Projekt fertig zu werden, das Baustellenchaos zu beenden oder die Vermüllung zu stoppen. Und wenn Frau Reker sich durch die Gemeindeordnung gebunden und behindert sieht, dann muss doch hier angesetzt und müssen praktikable Änderungen vorgenommen werden. Und zwar schnell.

„Schnelligkeit entsteht durch die Bereitschaft zu Verantwortung und dem Willen zur Kooperation“, so Wirtschaftsminister Robert Habeck im Interview mit der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ vom 4. November. Ich wohne zwar in Rösrath, mache aber Stadtführungen in Köln und liebe diese Stadt. Noch!
Susanne Held Rösrath

Köln braucht frischen Wind

Wenn ich mir die Berichterstattung über die Verwaltung, den Stadtrat, die Parteien und die Interviews mit verschiedenen Mandatsträgern ansehe, dann kann ich niemanden erkennen, der für frischen Wind in Köln sorgt. Es fehlt die große Linie. Es gibt immer nur „Klein-Klein“. Nehmen wir als Beispiel die Verkehrspolitik. Mal auf eine Nebenstraße ein Fahrradschild setzen und den Schriftzug Fahrradstraße malen sowie ein Stück Radweg, der sich im Nirwana verliert – all das bringt nicht die große Wende.

Köln ist sehr eng und erstickt langsam im Autoverkehr. Weniger parkende Autos in den Straßen wären schon ein Fortschritt. Wie das geht: City-Maut, Erhöhung der Gebühren für Anwohnerparken und Falschparker. Um es einigermaßen gerecht zu gestalten, könnten bei der City-Maut und dem Anwohnerparken Kriterien eingeführt werden, nach denen die Gebührenhöhe bemessen wird, wie es die Autoversicherungen vormachen. Kriterien wären etwa Größe des Fahrzeugs, Modell, Nutzung und Abstellort.

Stehen dem irgendwelche Vorschriften entgegen, dann muss man für eine Änderung kämpfen und sich nicht zurückziehen mit: „Da kann man nichts machen“. Aber ich sehe niemanden, der der Verwaltung und dem Rat neues Leben einhaucht, vielmehr gilt wohl nach wie vor das Motto: „Et kütt wie et kütt“.
Wolfgang Borchardt Köln

Verantwortung für Köln übernehmen

In der Ausgabe vom 3. Dezember beschreibt Christian Löer in seinem Kommentar die Situation der deutschen Fußball-Nationalmannschaft – besser kann man auch die Situation der Verantwortlichen der Stadt Köln nicht beschreiben! Da aber keinem etwas passiert, wenn er verspricht und nicht liefert, ist mit einer Besserung kaum zu rechnen.
Artur Jaixen Lohmar

Kritik an Kölner Schulmisere

Nach wie vor besuche ich gerne die Kölner Innenstadt, die Museen und die Kulturinstitute. Ich gehe manchmal in die Oper, ins Schauspielhaus, zu Livemusik bei „Frau Höpker“ und bin mit Familie oft in der Arena. Ich bin froh, dass ich die Innenstadt bequem mit dem Zug erreichen und mir so die lästige Autofahrt ersparen kann.

Kritisch sehe ich das Unvermögen der Stadtverwaltung, rechtzeitig für neue oder sanierte Schulen zu sorgen. Ich gehe davon aus, dass die Zahlen der Grundschüler, die sich in der dritten und vierten Klasse befinden, lange bekannt sind, oder? Und dass Sanierungsfälle der Verwaltung seit Jahren oder Jahrzehnten bekannt sind. Trotzdem gibt es zu wenige Plätze für Schüler der Klasse 5 – ganz gleich in welcher Schulform. Natürlich weiß ich: Es kamen Tausende geflüchtete Kinder und Jugendliche nach Köln und verstärkten die alten Probleme. Aber es waren alte Probleme!

Meine Kritik betrifft auch die Jahresgehälter der Geschäftsführer in stadteigenen Betrieben. Ich bin sehr wohl der Meinung, dass Leistung honoriert werden soll. Die Bruttojahresverdienste von einigen Menschen im Familien- und Bekanntenkreis sind mir bekannt: Sie verdienen 60.000 Euro, 48.000 Euro, 36.000 Euro und 32.000 Euro. Dagegen sollten die Jahresgehälter von städtischen Geschäftsführern 120.000 Euro nicht übersteigen. Mit dem eingesparten Geld könnte die Stadtverwaltung neue Schulen bauen und ausstatten oder alte Schulen sanieren.
Helmut Jäger Bedburg

Kölner Pannen bei der Dezernenten-Besetzung

Meine Meinung zur Arbeit des Stadt„vorstandes“: beschämend, bis auf wenige Ausnahmen! Angefangen bei den wiederholten Fehlversuchen der Dezernenten-Berufung ist die vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit Recht gezogene, insgesamt negative Bilanz einer Großstadt wie Köln nicht würdig. In der privaten Wirtschaft wäre ein solcher „Vorstand“ schon lange nicht mehr im Amt.
Gert Meyer-Jüres Köln

Köln darf nicht im Dreck versinken

„Hey Kölle, do bes e Jeföhl“ wird mit stolzgeschwellter Brust oft und gerne in Köln gesungen. Welches Gefühl sich bei mir persönlich seit einigen Jahren sehr oft einstellt, wenn ich durch Kölner Parks gehe, durch die Stadt fahre oder Kölner Autobahnauf- und -abfahrten nutze, ist nicht Stolz, sondern Ekel. Was stimmt nicht mit einem Großteil unserer Mitbürger, die achtlos Müll neben Parkbänke oder auf Grünflächen werfen?

Gar nicht erst erwähnen will ich die allgegenwärtigen illegalen Wildmüll-Deponien in und um Köln herum. Ich frage mich, was diese Menschen für eine asoziale Gesinnung haben? Oder ist es Dummheit? Ignoranz? Provokation? Frust? Leben die auch zu Hause inmitten von Müll? Oder denke ich einfach zu spießig? Nein, Köln ist einfach extrem dreckig. Punkt. Die Stadt muss gegen das Kölner Dreck-Problem unbedingt etwas tun und das geht meines Erachtens nur durch mehr Kontrollen und deutlich härtere Strafen. Die Leute, die diesen Dreck produzieren, haben es einfach nicht besser verdient und lernen es auch nicht anders.

Also bitte, bitte, liebe Stadtobrigkeit, verschärft euer Sauberkeits-Konzept und vergesst die ach-so-kölsche „Et hätt noch emmer joot jejange“-Mentalität und zeigt hier klare Kante! Und zwar in allen Stadtteilen! Stellt Mülltonnen neben wirklich jede Bank, subventioniert und unterstützt Gruppierungen, die freiwillig Müll wegräumen – Stichwort Kölner Rhein-Aufräum-Kommando-Einheit –, stärkt AWB und Ordnungsamt, kommuniziert das Thema Sauberkeit noch besser in den Schulen und auf öffentlichen Veranstaltungen, unterstützt dringend Pfand auf Tetrapaks, fördert Mehrfach-To-Go-Behältnisse, strukturiert Mäharbeiten und Müllbeseitigung zwischen AWB und Grünflächenamt besser, damit kein Müll auf Grünstreifen mehr geschreddert wird und dann irgendwann nicht mehr sammelbar ist.

Wir sollten stolz sein auf unsere Stadt und verhindern, dass Ignoranten das Stadtbild und somit den Ruf von Köln weiterhin ruinieren. Wie sieht denn eine multikulturelle Lastenradstadt aus, die im Dreck versinkt?
Thorsten Wilhelmi Köln

Domstadt nutzt ihr Potenzial nicht

Vielen Dank für Ihre Serie zum Zustand der Stadt Köln. Tolle Sache. Mein Hobby ist die Geschichte der Kölner Luftfahrt. Deshalb habe ich Kontakt zu Leuten, die ihrerseits Kapitel aus der Kölner Stadtgeschichte erforschen. Unter ihnen gibt es immer wieder Klagen über Versprechen ohne Ergebnis, Ausgrenzung und andere Formen der Zerstörung. Deshalb wurden auch viele Privatsammlungen zur Stadtgeschichte aus Köln weggegeben.

In Köln gilt nur Kunst als Kultur. Stadtgeschichte ist für die Kölner Politik und Verwaltung nur ein ungeliebtes, lästiges Erbe. Dem entspricht der Niedergang dieses Kulturangebots, wobei die Bürger sehr interessiert sind an der Stadtgeschichte. Die vielen Bücher zu unterschiedlichen Themen der Stadtgeschichte belegen das eindeutig.

Im Juni 2022 besuchte mich ein Mitarbeiter der Europäischen Agentur für Flugsicherheit. „Weißt Du, Werner, als wir hörten, dass wir nach Köln kommen, haben wir uns gefreut, denn Köln hat eine reiche Technikgeschichte. Als wir dann hier waren, haben wir uns gewundert, dass man davon nichts sieht.“ Als ich erzählte, dass Teile des Luftschiffs „Graf Zeppelin“ in Deutz gebaut wurden und dass dort vor 140 Jahren der Gasmotor von August Otto erfunden wurde, haben die nur noch den Kopf geschüttelt. Ein Mitarbeiter fragte, warum es denn dazu keine Infotafel gibt. Warum wird das reiche historische Potenzial unserer Stadtgeschichte nicht genutzt?

Die bisherigen Projekte wie etwa die Historische Mitte sind zwar herausragende Projekte, zeigen aber auch nur ein Kapitel der gesamten Stadtgeschichte.
Werner Müller Köln