Abo

Immer dreister geschummeltTüv zählt über 4200 Betrugsversuche bei Fahrprüfung

2 min
Betrugsversuche in der Fahrprüfung

In mehr als jedem dritten Fall kamen Gadgets wie etwa Mini-Kameras oder kleine Ohrhörer zum Einsatz. (Symbolbild)

Bei der Prüfung für den Führerschein wird vermehrt getäuscht. Zum Teil werden dabei professionelle Mittel genutzt.

Schummeln bei der Fahrprüfung: Nordrhein-Westfalen führt bei Betrugsfällen. Im letzten Jahr wurden bei den theoretischen Fahrerlaubnisprüfungen über 4.200 Betrugsfälle erfasst. Die genaue Zahl beläuft sich auf 4.239, wie die dpa meldet und sich dabei auf Erhebungen des Tüv-Verbands stützt. Die Anzahl der Schummeleien hat sich nach erheblichen Zunahmen in der Vergangenheit nun auf einem beachtlichen Niveau gefestigt. Fani Zaneta vom Tüv-Verband merkte zudem an, dass eine beträchtliche Dunkelziffer existieren dürfte, weil lediglich ein Bruchteil der Betrügereien aufgedeckt wird.

Hochmoderne Technik und organisierte Täuschung

Der Gebrauch von technischen Geräten ist bemerkenswert. In über einem Drittel der aufgedeckten Vorfälle (36 Prozent) wurden laut Tüv-Verband beispielsweise winzige Kameras oder verborgene Kopfhörer verwendet. Auch der Einsatz von Stellvertretern ist nicht ungewöhnlich; in manchen Situationen absolvierten sogenannte Doppelgänger den Test für die eigentlichen Anwärter. Mittlerweile wird gut die Hälfte aller Betrugsversuche (52 Prozent) professionell durchgeführt.

Oftmals sind laut Zaneta weitere Helfer beteiligt, die den Prüfungskandidaten aus der Distanz mit Technik versorgen und ihm die richtigen Antworten zukommen lassen. In 44 Prozent der aufgedeckten Situationen kam den Angaben nach jedoch auch der traditionelle Spickzettel zum Einsatz. Mit 4.052 Vorfällen ereigneten sich die meisten Täuschungen bei der Prüfung für den Pkw-Führerschein.

Die höchste Fallzahl in Nordrhein-Westfalen

Mit 1.378 erfassten Fällen wurden die häufigsten Betrugsdelikte in Nordrhein-Westfalen gemeldet. Das Bundesland liegt damit weit vor Berlin mit 497 und Bayern mit 449 Fällen. Im Vergleich der Bundesländer weist die Hauptstadt den größten Zuwachs auf, mit einer Steigerung von etwa 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Tüv-Verband: Täuschung ist keine Bagatelle

Der Tüv-Verband mahnt nachdrücklich, organisierten Betrug bei Prüfungen nicht als Bagatelldelikt anzusehen. Personen, die sich ihre Fahrerlaubnis auf diesem Weg erschleichen, mangelt es an essenziellem Wissen über die Verkehrsregeln. In einer Mitteilung, die der „dpa“ vorliegt, wird betont: „Wer bei der theoretischen Fahrprüfung täuscht, bringt sich und andere in Gefahr“. Aus diesem Grund verlangt die Organisation schärfere Konsequenzen bei organisierten Täuschungen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.