Der Angriff beim CSD in Berlin sorgt in Köln für Bestürzung. Auch der OB Torsten Burmester und Karl Lauterbach melden sich zu Wort.
Große Betroffenheit in KölnBurmester verurteilt Anschlag auf Berliner CSD – Cologne Pride „zutiefst schockiert“

Menschen demonstrieren unter dem Motto „Haltung ist hot“ beim Christopher Street Day. Wenig später kommt es zu einem mutmaßlichen Anschlag mit einem Auto.
Copyright: Fabian Sommer/dpa
Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin hat sich Cologne Pride mit einer Solidaritätsbekundung an die Öffentlichkeit gewandt. In einem Beitrag auf Instagram zeigt sich der Kölner Verein tief betroffen.
„Die schrecklichen Vorgänge, die zum Abbruch des Berliner CSDs geführt haben, schockieren uns zutiefst. Unsere Gedanken sind bei allen Opfern und Angehörigen! Wir stehen mit allen Menschen in Berlin, der Berliner Community, mit dem Orga-Team des @csd.berlin.pride in tiefer Solidarität und Betroffenheit Seite an Seite“, heißt es in dem Statement.
Die Anteilnahme kommt nur wenige Wochen nach dem Christopher Street Day in Köln. Anfang Juli hatten Hunderttausende Menschen aus aller Welt unter dem Motto „Für Queerrechte – Viele. Gemeinsam. Stark!“ friedlich und ausgelassen gefeiert.

In Rettungsdecken gehüllte Personen stehen neben einem Zelt der Feuerwehr nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD). Nachdem ein Auto mehrere Menschen am Rande der Feier in Berlin angefahren und verletzt hat, sucht die Polizei nach Verdächtigen.
Copyright: Fabian Sommer/dpa
Im Vorfeld der Kölner Demonstration hatte Hans Douma von der Cologne Pride auf die angespannte gesellschaftliche Lage hingewiesen. „Der CSD wird heute gebraucht wie nie zuvor auf unseren Straßen, ich sehe Hass und Hetze, und Menschen, die uns unsere Existenz absprechen wollen“, sagte er.
Politiker Karl Lauterbach: „Feiges erbärmliches Verbrechen“
Auch Berlin wollte ein starkes Zeichen setzen – dann folgte ein Angriff, bei dem nach aktuellem Stand mindestens eine Frau starb und 16 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden.
Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester meldete sich am Sonntagmorgen auf Instagram zu Wort. Seine Gedanken seien bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen, die den Angriff miterleben mussten. Ein Anschlag auf den CSD sei zugleich ein Angriff auf Freiheit, Vielfalt, Respekt und das Recht, ohne Angst man selbst zu sein. Hass und Gewalt dürften niemals Teil des Zusammenlebens werden.
Zugleich bekräftigte Burmester die Solidarität Kölns mit der queeren Community und mit Berlin. Als Stadt der Vielfalt setze sich Köln weiterhin dafür ein, dass Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität sicher, frei und selbstbestimmt leben und feiern können.
Der Kölner SPD-Politiker Karl Lauterbach bezeichnete den Anschlag auf den CSD auf X als „feiges erbärmliches Verbrechen“ und als Angriff auf die freie Gesellschaft. Er sprach den Opfern sowie deren Freunden und Familien sein Mitgefühl aus und äußerte die Hoffnung, dass der flüchtige Täter schnell gefasst wird.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst verurteilte die Tat als „abscheulichen Angriff auf unsere Freiheit“ – während Hunderttausende Menschen friedlich für eine offene und vielfältige Gesellschaft feierten, schrieb der CDU-Regierungschef auf der Plattform X. „Meine Gedanken sind bei den Betroffenen, ihren Angehörigen & den Einsatzkräften.“ (dpa/red)
