Nach der ESC-Enttäuschung zieht Sarah Engels in Köln Bilanz. Sie schlägt u. a. eine Pause für Deutschland vor.
Nach ESC-DebakelSarah Engels zieht Schlussstrich – „Würde nicht noch mal antreten“

Sarah Engels ist zurück in Köln. (Archivbild)
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Nach dem enttäuschenden Abschneiden beim Eurovision Song Contest (ESC) in Wien hat sich Sarah Engels am Mittwochabend auf der Musical-Bühne zurückgemeldet. Nur vier Tage nach dem Finale, bei dem sie trotz einer starken Performance lediglich den drittletzten Platz belegen konnte, übernahm die 33-Jährige wieder ihre Hauptrolle im Erfolgsmusical „Moulin Rouge!“ im Musical Dome.
Das Kölner Publikum bereitete ihr laut einem „Bild“-Artikel einen warmen Empfang – für die Sängerin die Gelegenheit, abseits des Trubels eine erste, bemerkenswert offene Bilanz ihrer ESC-Erfahrung zu ziehen. Ihre Analyse der Ereignisse geht dabei weit über ein bloßes Abhaken des Abends hinaus und wirft grundlegende Fragen über die Zukunft der deutschen ESC-Teilnahme auf.
Keine Überraschung über das magere Ergebnis
Während das enttäuschende Abschneiden hierzulande die üblichen Diskussionen auslöste, hielt sich der Schock bei der Künstlerin selbst in Grenzen. Sie habe mit einem solchen Ausgang gerechnet und sei im Vorfeld ohnehin vom Schlimmsten ausgegangen, räumte Engels ein.

Sarah Engels tritt nach dem ESC-Flop wieder im Musical „Moulin Rouge“ auf. (Archivbild)
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Zwar bereue sie die Teilnahme und das investierte Herzblut keineswegs – die Erfahrung, vor 180 Millionen Menschen aufzutreten, bleibe einmalig –, dennoch zieht sie einen klaren Schlussstrich unter das Kapitel Eurovision. Einen zweiten Anlauf schließt die Sängerin kategorisch aus. Die besondere Magie existiere nur beim ersten Mal, ein weiterer Versuch berge lediglich das Risiko einer Enttäuschung.
Deutliche Worte: Plädoyer für eine deutsche ESC-Pause
Besonders aufhorchen lässt jedoch Engels’ Blick auf die generelle Situation Deutschlands beim größten Musikwettbewerb der Welt. Ihre Kritik setzt an einem Punkt an, der die tieferliegenden, oft strukturellen oder politischen Probleme des Wettbewerbs berührt.

Sarah Engels bei einem Auftritt in Köln. (Archivbild)
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„Grundsätzlich könnte es Deutschland guttun, auch mal ein Jahr zu pausieren“, sagte Engels zur „Bild“. Zudem betonte sie, sie glaube, dass die Wahrnehmung nach außen über Deutschland kritisch sei und man hierzulande für alle ein Stück weit mehr Haltung zeigen sollte.
Mit dieser Einschätzung spricht Engels einen wunden Punkt an, der seit Jahren debattiert wird: Ob das regelmäßige deutsche Scheitern überhaupt noch rein musikalische Gründe hat, oder ob das Image des Landes im Ausland die Startbedingungen erschwert. Für die Sängerin scheint festzustehen, dass eine strategische Denkpause für Deutschland der sinnvollere Weg sein könnte.
