Nach dem Thronwechsel in Norwegen stellt sich die Frage: Folgt für das neue Königspaar noch ein großer Festakt – oder bleibt alles schlicht?
„Mit großer Wahrscheinlichkeit“Folgt für Haakon und Mette-Marit noch eine feierliche Segnung?

Norwegens Prinzessin Ingrid Alexandra (l-r), damaliger Kronprinz Haakon und bisherige Kronprinzessin Mette-Marit auf dem Weg zu einem Galadinner im Palast im Zusammenhang mit dem Staatsbesuch des isländischen Präsidentenpaares. (Archivbild)
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Nach dem Tod von König Harald V. am 28. August hat in Norwegen ein verfassungsrechtlich geregelter Thronwechsel stattgefunden. Der 53-jährige Haakon übernahm die Regentschaft unmittelbar, Mette-Marit wurde Königin und die 22-jährige Ingrid Alexandra rückte zur neuen Kronprinzessin auf.
Mit der Ablegung des Verfassungseids vor dem Parlament, dem Storting, am 1. September war der Amtsantritt formal abgeschlossen. Eine traditionelle Krönung gibt es in Norwegen seit einer Verfassungsänderung im Jahr 1908 nicht mehr. Dennoch stellt sich die Frage nach einem feierlichen Beginn der Regentschaft.
Möglicher Termin im Juni 2027 im Nidarosdom
Seit 1958 besteht stattdessen die Tradition einer kirchlichen Segnung im Nidarosdom in Trondheim, die von König Olav V. begründet wurde. Auch Harald V. und Königin Sonja ließen sich dort 1991, mehrere Monate nach dem Thronwechsel, gemeinsam einsegnen.
Ob das neue Königspaar an diesem Brauch festhält, ist während der laufenden Hoftrauer noch nicht bestätigt. Königshaus-Experte Ole-Jørgen Schulsrud-Hansen hält eine Zeremonie im Frühsommer 2027 für naheliegend: „Mit großer Wahrscheinlichkeit wird sie im Juni stattfinden. Denn sowohl die Krönung 1906 als auch die Segnungen 1958 und 1991 fanden im Juni statt.“ Als geschichtsträchtiges Datum gilt insbesondere der 22. Juni.
Gesundheit von Königin Mette-Marit beeinflusst Zeitplan
Neben dem Protokoll spielt bei den Überlegungen auch die gesundheitliche Verfassung von Königin Mette-Marit eine Rolle. Eine Zeremonie ließe sich zeitlich flexibel anpassen, wie Königshaus-Expertin Tove Taalesen unterstreicht: „Da die Segnung keine verfassungsrechtliche Pflicht ist und nicht an einem bestimmten Datum stattfinden muss, hat das Königshaus große Flexibilität.“
Wann der Palast in Oslo über eine mögliche Segnungszeremonie und deren Ablauf informiert, bleibt vorerst offen. Vorerst nimmt die Königsfamilie Termine nur im kleineren Rahmen wahr: Während König Haakon die Amtsgeschäfte fortführt, stand am 24. September zudem die traditionelle Ausschiffung des königlichen Schiffs „Norge“ mit Königin Sonja auf dem Programm.
