Nach dem Tod von König Harald Ende August und der Thronbesteigung von König Haakon hat der norwegische Palast erstmals offiziell Stellung zum veränderten Status von Königin Sonja bezogen. Während die 89-Jährige ihren Titel als Königin behält, wird sie künftig in Norwegen nicht mehr mit „Ihre Majestät“ angesprochen. Wie das norwegische Medium „Aftenposten“ berichtete, geht diese Entscheidung direkt auf den neuen Monarchen zurück.
Palast verteidigt strikte Trennung von Königshaus und Königsfamilie
Kommunikationschefin Guri Varpe begründete die protokollarische Anpassung gegenüber „Aftenposten“ mit einer gezielten Straffung: „König Haakon hat eine Linie im norwegischen Königshaus weitergeführt, mit begrenzter Verwendung von königlichen Anredeformen. Nur Mitglieder des Königshauses haben weiterhin Anredeformen (Ihre Majestät, Ihre königliche Hoheit). Andere Mitglieder der königlichen Familie werden mit ihren Titeln angesprochen, Königin, Prinz, Prinzessin.“

Norwegens Königin Sonja legt während der Trauerfeier für König Harald V. in der Kathedrale von Oslo eine Rose auf den Sarg. (Archivbild)
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Für internationale Anlässe gelten nach Palastangaben gesonderte Regelungen. „Das bedeutet, dass Königin Sonja im Englischen weiterhin als ‚Ihre Majestät Königin Sonja‘ bezeichnet werden kann, während Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Märtha Louise als ‚Eure Hoheit‘ bezeichnet werden können“, so Varpe weiter.
Nach der Definition des Hofes umfasst das eigentliche „Königshaus“ stets nur den amtierenden Monarchen mit Ehepartner sowie die direkten Thronerben der Folgegenerationen samt Partnern. Dementsprechend führt die offizielle Website nur noch König Haakon, Königin Mette-Marit und Kronprinzessin Ingrid Alexandra als Kern des Hauses. Sonja wird nun gemeinsam mit Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Märtha Louise unter der Kategorie „Übrige Mitglieder der Königsfamilie“ gelistet.
Kritik an Rollenunklarheit und Debatte um die Bezeichnung Königsmutter
Die Neuregelung wirft unter Beobachtern verfassungs- und protokollrechtliche Fragen auf. Gegenüber dem Sender „TV 2“ wies der Adelsexperte Ole-Jørgen Schulsrud-Hansen auf einen Widerspruch hin: Bislang galt in Norwegen die Vorgabe, dass ausschließlich Royals mit der Anrede „Königliche Hoheit“ oder „Majestät“ das Königshaus offiziell nach außen repräsentieren.

Königin Sonja ist keine „Majestät“ mehr. (Archivbild)
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Obwohl Sonja nicht mehr zu diesem Kreis zählt, nimmt sie weiterhin Termine wahr, so etwa am Montag, 12. Oktober, im Nationalarchiv in Oslo. Ein weiterer Termin ist für Ende des Monats angesetzt.
Zusätzliche Irritationen hatte zuvor die kurzzeitige Einführung der Bezeichnung „Königsmutter“ (norwegisch: Kongemoren) ausgelöst. Die Formulierung tauchte am 23. September 2026 erstmals in einer offiziellen Mitteilung zur Beisetzung von Prinzessin Astrid auf, in der von „Königin Sonja, die Königsmutter“ die Rede war.
Der Adelsexperte Trond Norén Isaksen bezeichnete dies im Gespräch mit „Aftenposten“ als sprachlichen Fehler des Hofes. Korrekt laute der Begriff „Königinmutter“, da es sich um eine Königin handele, die die Mutter des amtierenden Königs ist.

