Abo

Die „Todesfalle“ der US-ArmeeWaldbrand im Hürtgenwald – wo einst der Zweite Weltkrieg wütete

2 min
Reste einer gesprengten Bunkeranlage liegen in Vossenack bei Hürtgenwald (Nordrhein-Westfalen) im Wald.

Reste einer gesprengten Bunkeranlage liegen in Vossenack bei Hürtgenwald (Nordrhein-Westfalen) im Wald. (Archivfoto)

Der Hürtgenwald westlich von Köln war im Zweiten Weltkrieg Schauplatz erbitterter Kämpfe. Nun ist das Gebiet erneut von einer akuten Gefahr betroffen.

Im Hürtgenwald, der im Zweiten Weltkrieg Schauplatz einer der verlustreichsten Schlachten war, ist am Donnerstag (13. August) ein großflächiger Waldbrand ausgebrochen. Zahlreiche Kräfte der Feuerwehr und der Bundeswehr kämpfen gegen die Flammen. Der Schauplatz westlich von Köln hat eine geschichtsträchtige Vergangenheit.

Im Herbst und Winter 1944/45 fand in der Nordeifel eine der verlustreichsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs in Europa statt. Im rund 140 Quadratkilometer großen Hürtgenwald zwischen Aachen, Düren und der Rur versuchte die US-Armee, ihren Vormarsch von Belgien aus in Richtung Rhein und Köln fortzusetzen.

Die Schlacht im Hürtgenwald stoppte Vormarsch der US-Truppen

Für viele amerikanische Soldaten wurde der Wald zu einem Ort des Grauens. Sie nannten ihn „Death Factory“ – Todesfabrik. Nachschubprobleme und die deutschen Befestigungsanlagen des Westwalls verlangsamten den amerikanischen Vormarsch im September 1944, wodurch die Wehrmacht Zeit gewann, ihre Verbände neu zu ordnen und die Verteidigungsstellungen im Hürtgenwald auszubauen. Sie errichtete Bunker, brachte schwere Geschütze in Stellung und legte Minenfelder an.

Waldbrand bei Köln ausgebrochen

Das Gebiet südöstlich von Aachen stellte die US-Truppen vor erhebliche Herausforderungen. Die schroffen Hänge, engen Täler und dichten Wälder der Eifel waren für die amerikanischen Einheiten ungewohnt. Das unübersichtliche Gelände erschwerte den Einsatz von Panzern und Flugzeugen und sorgte dafür, dass der Vormarsch langsam und verlustreich war. Je weiter die US-Soldaten in den Hürtgenwald vordrangen, desto mehr schwanden ihre technische und zahlenmäßige Überlegenheit.

Ernest Hemingway war als Kriegsreporter mit US-Truppen unterwegs

Der weltberühmte Schriftsteller Ernest Hemingway, der als Kriegsreporter mit den amerikanischen Truppen unterwegs war, soll seine Erfahrungen mit dem sinnlosen Töten später in seinem Roman „Über den Fluss und in die Wälder“ verarbeitet haben. Erst Anfang März 1945 erreichte die US-Armee schließlich den Rhein.

Auch nach dem Ende der Kämpfe war die Gefahr im Hürtgenwald jedoch nicht gebannt. Im Boden blieben zahlreiche Minen und andere Kampfmittel zurück. Bis heute stellt das Gebiet deshalb eine besondere Herausforderung für den Kampfmittelräumdienst dar. (mbr/dpa)