Mitten im Trubel des Kölner Weltjugendtags 2005 wird im Hilton-Hotel ein Mann ermordet. Viele Fragen zur Tat sind bis heute offen.
Mord im Nobel-HotelTödliche Falle für einen Fotografen

Die Überwachungskamera in der Hotellobby filmt den Mörder, der unter falschem Namen ein Zimmer gebucht hat. (Archivbild)
Copyright: Polizei Köln
Köln im August 2005: 800.000 junge Menschen aus aller Welt singen und feiern auf den Straßen, der Verkehr steht still, die Stadt versinkt in fröhlichem Chaos – es ist Weltjugendtag. Papst Benedikt XVI. übernachtet im Priesterseminar in der Kardinal-Frings-Straße. Und nur 250 Meter entfernt, im Zimmer 715 des Hilton-Hotels, geschieht ein grausamer Mord. Der Berliner Fotograf Nikolaus Geyer wird erschlagen, nachdem er offenbar in eine Falle gelockt worden war.
„True Crime Köln“, die Podcastreihe des „Kölner Stadt-Anzeiger“ über wahre Verbrechen in Köln und Umgebung, berichtet in einer neuen Folge über einen spektakulären Fall der Kölner Kriminalgeschichte. Der sogenannte „Hilton-Mord“ hat für viel Aufsehen gesorgt – nicht nur, weil er mitten im Trubel des Weltjugendtags und noch dazu in einem Kölner Nobel-Hotel geschah. Die Frage nach dem Motiv für die Tat und nach den Verantwortlichen hat für viele Spekulationen gesorgt. Absolute Klarheit gibt es bis heute nicht.
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Warum dieser Tatort? Warum sind der oder die Täter dieses Risiko eingegangen – denn natürlich gibt es Bildmaterial der Überwachungskameras in der Hotellobby? Die Tat ist geplant, sie geschieht nicht im Affekt. Warum dann diese Brutalität? Es gibt Irrungen und Wendungen bis zum Abschluss der Ermittlungen, bis zum Abschluss des Gerichtsverfahrens. Die Ermittler sind von zwei Tätern ausgegangen. Aber am Ende wird nur einer verurteilt. Hat man einen Mörder laufen lassen?
Der Mörder hatte sich unter falschem Namen eingemietet, bar bezahlt, und das Anmeldeformular nicht selbst ausgefüllt, um keine Spuren zu hinterlassen. Am nächsten Morgen fand ein Hotelmitarbeiter die Leiche – in einer Blutlache, daneben ausgeschlagene Zähne. Die Tatwaffe war ein Golfschläger, der kurz zuvor in einem Sportgeschäft in der Innenstadt gekauft worden war. Auch am Tatort wird die Polizei keine Spuren finden, die zum Täter und einem Komplizen führen.
Das Opfer war kein Unbekannter. Nikolaus Geyer porträtierte Prominente für die Serie „Ich habe einen Traum“ in der „Zeit“, arbeitete für „Geo“ und „Mare“. Wegbegleiter beschrieben ihn als intelligent, tiefgründig und eigensinnig. An jenem Abend war er mit einem vorgetäuschten Fotoauftrag ins Hotel gelockt worden – angeblich sollte er Formel-1-Manager Willi Weber fotografieren. Geyer fand die Sache selbst seltsam, sprach gegenüber Freunden sogar von einer „realen Mafia“. Trotzdem fuhr er hin.
Fahndung bei Aktenzeichen XY
Monatelang tappten die Ermittler im Dunkeln. Phantombilder, ein Film in der Sendung „Aktenzeichen XY“ – nichts führte weiter. Erst nach acht Monaten gelang den Ermittlern ein Durchbruch, nachdem sie sämtliche Kontakte in Geyers Adressbuch überprüft hatten: Spekulationen über die Russenmafia und einen Auftragsmord waren vom Tisch. Die Spur führte zu Daniel C., einem Kleinbetrüger aus Mülheim an der Ruhr, der in Berlin wegen gefälschter Konzerttickets in U-Haft saß. Das vermutete Motiv: Eifersucht. Geyer hatte eine enge Beziehung zur Ex-Lebensgefährtin von Daniel C., einer TV-Schauspielerin.
Im Prozess vor dem Kölner Landgericht gab Daniel C. die Tat zu, bestritt aber die Mordabsicht. Ein zweiter Angeklagter behauptete, nicht am Tatort gewesen zu sein. Auch der Prozess nimmt überraschende Wendungen.
Alle Details, Hintergründe zum Fall und ein Gespräch mit dem ehemaligen Polizeireporter des „Kölner Stadt-Anzeiger“, Thorsten Moeck, gibt es in der neuen Folge von „True Crime Köln“ – ab sofort überall dort, wo es Podcasts gibt.

True Crime Köln erscheint alle zwei Wochen mit einer neuen Folge
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Alle zwei Wochen erscheint eine neue Folge von „True Crime Köln“. Die Podcastreihe des „Kölner Stadt-Anzeiger“ kann man über die Homepage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ und bei allen bekannten Streaming-Diensten wie Spotify, Apple-Podcast, Podimo oder RTL+ sowie auch über YouTube hören.
