Die AfD-Politikerin hat sich im Bundestag über eine „Miss Germany“-Finalistin mit Kopftuch empört. Die Reaktion schlägt hohe Wellen.
„AfD10“Beatrix von Storch wettert gegen „Miss Germany“-Finalistin – die kontert mit Rabatt

„Miss Germany“-Finalistin Büsra Sayed in ihrer Video-Antwort zu Beatrix von Storch.
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„Meine neue Freundin Beatrice von der AfD hat jetzt zum ersten Mal Werbung für mich und meine Brand im Bundestag gemacht. Deswegen seid gefälligst nett zu ihr“, beginnt Büsra Sayed ihr Video in den sozialen Netzwerken. Die 27-Jährige reagierte damit humorvoll auf eine Rede der AfD-Politikerin Beatrix von Storch im Bundestag.
Stroch hat in ihrer Rede zum Internationalen Frauentag scharfe Kritik am heutigen Feminismus geäußert. Demnach würden Frauenrechte im Namen des aus ihrer Sicht intersektionalen Feminismus verraten und stattdessen islamistische und transideologische Positionen befördert.
Beatrix von Storch wettert gegen Miss-Germany-Finale
Während traditionelle Feministinnen wie J.K. Rowling oder Alice Schwarzer inzwischen als Feindbilder gelte, weil sie am biologischen Geschlecht festhielten oder den Islam kritisierten, feiere der „neue radikale Feminismus“ Transideologie und Scharia, so die Darstellung der AfD-Politikerin. Von Storch spricht von einem kompletten Kurswechsel: „Biologisches Geschlecht und Islamkritik sind out. Transideologie und Scharia sind in. Das nennt sich intersektionaler Feminismus.“

Büsra Sayed (vorne) zusammen mit den weiteren Finalistinnen beim Finale „Miss Germany Awards“ 2026 auf dem Roten Teppich im Bavaria Film Gelände.
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Als angeblich besonders groteskes Beispiel nannte sie das „Miss Germany“-Finale. Von Storch warnte: „Mit Hijab und schariakonformer Kleidung verschwindet die Frau. Von ihr bleibt nur noch das Gesicht, und am Ende nicht mal das.“ In ein paar Jahren, prophezeite sie spöttisch, werde die erste Burka-Trägerin als Miss Germany gekürt und die Grünen würden über die „Sichtbarkeit muslimischer Frauen“ jubeln.
Auch in dem kurzen Video-Beitrag von Büsra Sayed wird ein Ausschnitt der Rede von Beatrix von Storch im Bundestag gezeigt. Storch sagt hier: „Premiere bei Miss Germany dieses Jahr. Von neun Finalistinnen trugen zwei Hijab. Hijab im Miss-Germany-Finale! Und die eine hat nicht nur Hijab getragen, sie ist eine echte Hijab-Aktivistin. Sie vermarktet das.“
Die Schlussfolgerung der AfD-Politikerin: „Wenn die Teilnahme von so einer Islam-Aktivistin im Miss-Germany-Finale ein Fortschritt sein soll, dann leben wir in Absurdistan. Und zwar in einem sehr gefährlichen Absurdistan.“
„Miss Germany“-Finalistin stellt Beatrix von Storch als angebliche Werbepartnerin vor
Büsra Sayed trat bei „Miss Germany“ als Nachwuchsgründerin in der Kategorie „Female Founder“ an, da sie das Modelabel Caramella gegründet hat, das Frauen mit dem traditionellen Kopftuch Hijab stärker sichtbar machen soll.
In ihrer humorvollen Replik auf die Empörung der AfD-Politikerin hat Sayed ihr Modelabel ins Spiel gebracht. Es sei von Storchs erste Kooperation, deshalb habe sie den Rabattcode vergessen, kommentierte die 27-Jährige satirisch. Der Code laute „AfD10“ und gelte auch für Hijabs – auch in der Lieblingsfarbe „AfD-Blue“ ihrer Freundin Alice Weidel, Co-Vorsitzende der AfD.
Der Clou: Wer auf der Website Caramella den Code eingibt, wird feststellen, dass er tatsächlich funktioniert.
Bereits im Vorfeld hatte sich Büsra Sayed zu rassistischen Anfeindungen geäußert. „Alltagsrassismus haben wir vorher schon erlebt“, erklärte Sayed. „Man bekommt rassistische Hate-Kommentare aufgrund des Aussehens, aufgrund des Tuns, aufgrund der Religion und daher kannten wir das schon.“ Seitdem sie aber „Miss Germany“-Kandidatin ist und als eine von neun Finalistinnen in der Endrunde stand, sei das Ausmaß ein anderes. „Das wird oft infrage gestellt: Wie willst du denn die deutsche Frau repräsentieren?“, sagt sie. „Und da denke ich mir: Okay, ist Deutsch-Sein eine bestimmte Frisur? Dann gib mir einen Frisurenkatalog.“

