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Nicht wie das KaninchenPistorius wirbt in Kanada für U-Boot-Deal und Stärke

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Verteidigungsminister Pistorius reist nach Kanada

Verteidigungsminister Boris Pistorius in Ottowa

Verteidigungsminister Pistorius wirbt in Kanada für Rüstungsdeals und mahnt die Nato zu mehr Eigenständigkeit von den USA.

Während einer Reise nach Kanada hat sich Verteidigungsminister Boris Pistorius für eine Vertiefung der militärpolitischen Verbindungen sowie für Kooperationen im Rüstungsbereich starkgemacht. Zugleich empfahl er den Bündnispartnern der Nato, angesichts der Ungewissheit im Verhältnis zu den USA die eigene militärische Kapazität entschieden auszubauen.

„Vor dem Weißen Haus oder einem anderen Gebäude in der Welt zu sitzen und wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, würde uns nicht stärker machen. Es macht uns schwächer“, äußerte der SPD-Politiker bei der kanadischen Rüstungs- und Sicherheitsmesse Cansec. In den zurückliegenden Jahrzehnten seien die Vereinigten Staaten ein zuverlässiger Bündnispartner gewesen. Die amtierende Administration gestalte manches nach ihren Vorstellungen, was er unkommentiert lassen wolle. In diesem Kontext wurde der Name von US-Präsident Donald Trump von ihm nicht genannt.

U-Boot-Kooperation mit TKMS im Fokus

Pistorius erklärte: „Wir müssen weniger Aufmerksamkeit dem widmen, was andere machen und uns mehr darauf fokussieren, was wir selbst unternehmen können.“ Er mahnte vor allem die Einhaltung der gegenüber der Nato eingegangenen Verpflichtungen an. Die Kooperation sei ungeachtet unvorhersehbarer Ereignisse mit den USA auf militärischer und politischer Ebene „noch immer sehr stark“.

Der Aufenthalt des Verteidigungsministers in Kanada dient dem Ziel, eine strategische Partnerschaft zu fördern und für Rüstungszusammenarbeit zu werben, wozu auch ein potenzielles U-Boot-Geschäft zählt. Die Bundesrepublik strebt an, Kanada als Partner für ein gemeinsames U-Boot-Vorhaben mit Norwegen zu gewinnen. Bei einem umfangreichen Auftrag aus Kanada für mehr als zwölf Boote rechnet sich der Kieler Hersteller TKMS gute Chancen aus. Wettbewerb besteht seitens Südkoreas.

Ausbau der Zusammenarbeit bei Energie und KI

Bis zum Ende des Monats Juni wird eine Entscheidung bezüglich des Auftrags erwartet. Im Verborgenen finden bereits Verhandlungen über weitreichende Kompensationsgeschäfte statt, die Teil eines umfassenden Pakets sind. Begleitet wird Pistorius auf seiner Dienstreise von Mitgliedern des Bundestages sowie von Repräsentanten der deutschen Rüstungsbranche.

In der Vertiefung der Beziehungen zu Kanada erkennt die Bundesregierung einen Vorteil für beide Nationen. Deutschland und Kanada beabsichtigen, ihre internationalen Partner sowie ihre Lieferquellen für Energie und Rohmaterialien breiter aufzustellen. Potenziale für eine intensivere Kooperation werden aus deutscher Perspektive ebenfalls bei Applikationen der Künstlichen Intelligenz (KI), dem Internet und der Weltrauminfrastruktur gesehen.

Geplanter Langzeitvertrag für Gaslieferungen

Kanada ist ebenfalls dabei, seine Beziehungen neu auszurichten. Bislang stammen etwa 80 Prozent der militärischen Güter des Landes aus den Vereinigten Staaten, mit denen es auch ökonomisch stark verflochten ist. Seit dem neuerlichen Amtsantritt von Trump ist die Beziehung allerdings angespannt. Sogenannte Offset-Geschäfte, die einen finanziellen Ausgleich zum Ziel haben, sind bei Rüstungsabkommen im Milliardenwert gängige Praxis.

In Ottawa äußerte Pistorius dazu: „Es gibt vielfältige Beteiligungsfelder für die Zusammenarbeit mit den Kanadiern.“ In diesem Zusammenhang wies er auf aktuelle Gespräche bezüglich Gaslieferungen hin. Ein langfristiger Liefervertrag für LNG mit einer kanadischen Firma wird vom bundeseigenen Gasimporteur Sefe angestrebt. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde von Sefe und dem Unternehmen Ksi Lisims LNG unterzeichnet, die eine Lieferung von jährlich 1.000.000 Tonnen Flüssigerdgas (LNG) vorsieht.

Der Beginn der Lieferungen ist für die frühen 2030er Jahre vorgesehen, mit einer Laufzeit von bis zu 20 Jahren. Das Vorhaben zielt darauf ab, die Versorgung mit Flüssigerdgas zu diversifizieren, weil der überwiegende Teil bislang aus den USA bezogen wird. Das Unternehmen Sefe, früher bekannt als Gazprom Germania, ging als Konsequenz des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine in staatliches Eigentum über. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.