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Spahn-Nachfolge
Mit Frei wählen Merz und Söder den sicheren Weg – nicht den besten

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Haben sich für Kanzleramtschef Thorsten Frei als wohl nächsten Unions-Fraktionsvorsitzenden entschieden: Bundeskanzler Friedrich Merz (r.) und Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder.

Haben sich für Kanzleramtschef Thorsten Frei als wohl nächsten Unions-Fraktionsvorsitzenden entschieden: Bundeskanzler Friedrich Merz (r.) und Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder.

Kanzleramtschef Frei soll dem zurückgetretenen Unionsfraktionschef Spahn nachfolgen. Eine naheliegende Entscheidung – aber auch die beste?

Friedrich Merz und Markus Söder haben für die Nachfolge von Jens Spahn eine naheliegende Entscheidung getroffen. Thorsten Frei tut dem Kanzler gut und dem bayerischen Ministerpräsidenten nicht weh.

Als früherer Parlamentarischer Geschäftsführer kennt der 52-Jährige das Geschäft der Fraktion und als Kanzleramtschef die Herausforderungen der Regierung. Der Baden-Württemberger ist einer der engsten Vertrauten von Merz. Und Söder hat nichts gegen ihn. Anders war das bei Spahn. Nach dessen Wahl zum Fraktionschef im Mai 2025 hatte der CSU-Chef mit diesen Worten Misstrauen gesät: „Ja, er kann auch loyal.“

Lob für Dobrindt

Aber es ist nicht ausgemacht, dass Frei die beste Lösung ist. Manche Abgeordnete plädierten für Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) als neuen Vorsitzenden. Er wird mehr als Frei für Durchsetzungsvermögen, Verhandlungsgeschick und Autorität gelobt. Dobrindt als Fraktionschef hätte allerdings Söder gefährlich werden können. Er wäre die dominante Stimme der CSU in Berlin geworden und hätte nach dem Parteivorsitz greifen können. Söder gilt wegen der schlechten CSU-Kommunalwahlergebnisse als angezählt.

Das Votum für Frei ist für Merz und Söder sicher eine Chance, die Koalition wieder in die Spur zu bekommen - aber vermutlich ist sie auch die letzte. Der Duft von Morgenluft nach den mühevoll beschlossenen Spar- und Reformschritten vor der Sommerpause ist schon wieder verflogen. Weitere erzwungene Rücktritte wie bei Spahn, der wegen seines Leihmutterbabys aus den USA gehen musste, würden die Regierung ins Wanken bringen.

Für die Debatten über die Stärke der AfD nach den Landtagswahlen im September wird eine stabile Koalition gebraucht. Söder hatte es mal selbst drastisch formuliert: Dieses Bündnis sei so etwas wie „die letzte Patrone für die Demokratie“. Spahns Rücktritt sollte die letzte Warnung gewesen sein.