Abo

Einbürgerungen auf RekordhochMehr als 332.000 Menschen erhielten den deutschen Pass

3 min
Einbürgerung

Rund 332.500 Ausländerinnen und Ausländer haben im letzten Jahr die deutsche Staatsangehörigkeit erworben. (Symbolbild)

Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland hat einen Rekordwert erreicht. Die größte Gruppe stellen weiterhin Syrer.

In Deutschland hat die Anzahl der Naturalisierungen einen neuen Rekordwert erreicht. Im Vorjahr wurde 332.500 ausländischen Staatsbürgern der deutsche Pass verliehen, was einer Zunahme von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Diese Daten veröffentlichte das Statistische Bundesamt auf Grundlage provisorischer Auswertungen.

Damit ist die Kennziffer das fünfte Mal hintereinander angestiegen. Die Statistiker führten dazu aus: „Noch nie seit der Einführung der Statistik im Jahr 2000 waren innerhalb eines Jahres mehr als 300.000 Personen eingebürgert worden“.

Herkunftsländer: Syrer vorn, aber mit Rückgang

Gemäß den Erhebungen stellten syrische Neubürger mit circa 65.600 Personen die größte Gruppe dar (20 Prozent). Im Vergleich zu 2024 ging die Anzahl der Naturalisierungen von Syrern allerdings um 21 Prozent zurück.

Mit deutlichem Abstand folgen Menschen aus der Türkei, die einen Anteil von zehn Prozent ausmachen, und Personen aus Russland mit sechs Prozent. Es wurde berichtet, dass bei beiden Nationalitäten die Anzahl der Einbürgerungen im Vorjahresvergleich um über die Hälfte zunahm.

Eine außerordentlich kräftige Zunahme im Vergleich zum Vorjahr wurde ebenfalls bei den Naturalisierungen von Staatsangehörigen aus Bosnien (ein Plus von 126 Prozent auf 8.800), den USA (ein Plus von 100 Prozent auf 6.600) sowie Albanien (ein Plus von 97 Prozent auf 6.100) registriert.

Durchschnittliche Aufenthaltsdauer bis zur Naturalisierung

Die mittlere Dauer des Aufenthalts bis zum Erhalt der Staatsbürgerschaft betrug 12,4 Jahre. Syrische Neubürger lebten zum Zeitpunkt ihrer Einbürgerung durchschnittlich 7,9 Jahre in der Bundesrepublik, während dieser Wert bei Personen aus der Türkei bei 24,1 Jahren lag.

Laut den provisorischen Zahlen wurden für das Jahr 2025 insgesamt 467.400 Anträge auf Einbürgerung registriert. Von den 371.100 bearbeiteten Anträgen führten circa 90 Prozent zur Verleihung der Staatsbürgerschaft. Eine Ablehnung erfolgte in drei Prozent der Fälle, während die übrigen Verfahren beispielsweise durch die Rücknahme des Antrags oder durch einen Umzug in ein anderes Land beendet wurden.

Politische Debatte über das Staatsangehörigkeitsgesetz

Die grundsätzliche Entwicklung der Naturalisierungszahlen für das Vorjahr war schon Ende Mai publik geworden. Alexander Throm, der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, verlangte in der Folge eine Verschärfung der Gesetze. Die SPD hingegen bewertete die Entwicklung als ein positives Zeichen dafür, dass mehr Personen, die alle erforderlichen Bedingungen erfüllen, die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen.

Das Staatsangehörigkeitsgesetz war von der vorherigen Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP novelliert worden. Diese Gesetzesänderung wurde Ende Juni 2024 wirksam. Seit diesem Zeitpunkt ist es im Allgemeinen möglich, bei der Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft die ursprüngliche Nationalität beizubehalten. Ferner genügen nun fünf statt der früheren acht Jahre legaler und üblicher Aufenthalt in Deutschland als Bedingung. Die Möglichkeit für besonders gut integrierte Personen, sich schon nach drei Jahren einbürgern zu lassen – die sogenannte Turbo-Einbürgerung – wurde jedoch von der schwarz-roten Bundesregierung im letzten Jahr wieder aufgehoben. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.