Antisemitismus an Hochschulen in NRW nimmt zu: Eine Beratungsstelle dokumentierte 85 judenfeindliche Vorfälle im letzten Jahr.
Antisemitismus an NRW-UnisZahl der Vorfälle steigt auf 85 – auch ohne Nahost-Bezug

Juden und Jüdinnen können auch in Nordrhein-Westfalen nicht frei von Sorge vor Diskriminierung studieren, forschen und arbeiten. (Symbolbild)
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Die Zahl judenfeindlicher Vorfälle an Universitäten in NRW hat einen neuen Höchststand erreicht. Eine Beratungsstelle dokumentierte 85 Fälle im letzten Jahr.
An den Universitäten in Nordrhein-Westfalen ist ein fortgesetzter Anstieg judenfeindlicher Vorkommnisse zu beobachten. Für das vergangene Jahr hat die Zentrale Beratungsstelle zu Antisemitismus an Hochschulen in NRW (ZeBA) insgesamt 85 solcher Geschehnisse registriert. Diese Zahl bedeutet eine Zunahme um 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und stellt fast eine Verdreieinhalbfachung gegenüber 2023 dar, als 25 Fälle gezählt wurden. Die Palette der Taten umfasst verbale Anfeindungen, aggressive Graffiti, Drohungen und massive Beeinträchtigungen des universitären Betriebs.
Zuordnung der Vorfälle und regionale Entwicklung
Ein Großteil der Zwischenfälle (26 Prozent) wird dem antiisraelischen Aktivismus zugeschrieben. An zweiter Stelle steht das linke politische Spektrum mit 16 Prozent, gefolgt vom islamischen oder islamistisch geprägten Umfeld. Die signifikanteste Zunahme zwischen 2024 und 2025 wurde von der ZeBA im Regierungsbezirk Detmold mit einem Sprung von 4 auf 19 gemeldete Fälle festgestellt.
Eine Auswertung der ZeBA legt nahe, dass die Judenfeindlichkeit an den Hochschulen des Bundeslandes ein beständig hohes Niveau aufweist, das von den Ereignissen in Nahost losgelöst ist. Dies zeigte sich unter anderem auch nach der Waffenruhe im zurückliegenden September.
Unterstützung für Betroffene und Zeugen
Im Sommer 2024 wurde die Zentrale Beratungsstelle zu Antisemitismus an Hochschulen vom Land NRW in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, Opfern sowie Zeugen von Diskriminierung und Gewalt effektiveren Beistand zu leisten und zugleich Strategien zur Prävention und zum Eingreifen zu konzipieren.
In diesem Rahmen kooperiert die ZeBA ebenfalls mit der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Nordrhein-Westfalen (RIAS). Über das Online-Portal www.report-antisemitism.de besteht die Möglichkeit, Vorkommnisse aus dem gesamten Bundesgebiet zu melden. (dpa/red)
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