Russland versucht, die Ukraine duch Angriffe auf die Infrastruktur zu zermürben. Mit gezielten Hilfsprojekten unterstützt NRW die Partnerregion Dnipropetrowsk dabei, die Funktion der kritischen Infrastruktur aufrecht zuerhalten.
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Menschen stehen in einer Schlange für kostenlose warme Mahlzeiten an, die Veteranen in einem Wohnviertel servieren. Russische Luftangriffe auf den Energiesektor des Landes lassen die Menschen im härtesten Winter seit Jahrzehnten ohne Strom, Heizung und Wasser zurück.
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Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wurden mehr als 500 schwerverletzte und schwerkranke Patientinnen und Patienten zur medizinischen Versorgung aus dem Kriegsgebiet nach Nordrhein-Westfalen verlegt. Seit Februar 2022 hat die Landesregierung insgesamt rund 12,5 Millionen Euro für Maßnahmen bereitgestellt, um die Ukraine zu unterstützen. „Die Ukraine kann sich unserer Solidarität sicher sein“, sagte Nathanael Liminski, Minister für Internationales und Chef der Staatskanzlei, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. In dem Krieg um ihre Heimat kämpften die Ukrainer auch „für unsere Sicherheit und unsere gemeinsamen europäischen Werte“, erklärte der CDU-Politiker. Mit der konkreten und kontinuierlichen Hilfe trete NRW der russischen Aggression entgegen.
Liminski zog zum vierten Jahrestag des Kriegsbeginns eine Bilanz zur Ukraine-Hilfe des Landes. Der Fokus der Unterstützung liegt dabei auf Maßnahmen, die ihre Wirkung in der Oblast Dnipropetrowsk entfalten, mit der NRW seit Februar 2023 durch eine Regionalpartnerschaft verbunden ist. Geliefert wurden zwei Blockheizkraftwerke, 800 Generatoren, 4000 Laptops, 90 Dosimeter, 200 Trinkwassercontainer, sowie zahlreiche Busse, Feuerwehr-, Polizei- und Rettungsfahrzeuge.
Unterstützung aus NRW für Dnipropetrowsk
Auch Medikamente und medizinische Ausrüstung wurden in die Ukraine gebracht. „Russlands täglicher Terror gilt nicht nur militärischen, sondern auch zivilen Zielen“, sagte Liminski. „Wir unterstützen Dnipropetrowsk in den Bemühungen, die Infrastruktur genau dort aufrechtzuerhalten, wo es am nötigsten gebraucht wird.“ Zentraler Logistikpartner der Landesregierung ist der Verein Blau-Gelbes Kreuz e.V. mit Sitz in Köln.
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Mit einer großen Ukraine-Konferenz im November 2024 in Köln hatte die Landesregierung eine Vernetzungsplattform für nordrhein-westfälische und ukrainische Vertreter aus Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft angeboten. „Durch unseren regelmäßigen Austausch stellen wir sicher, dass die Unterstützung für die NRW-Partnerregion nah am realen Bedarf der Menschen ist, konkret und zukunftsorientiert“, sagte Liminski. „Wir lernen durch diesen engen Draht aber gleichzeitig auch beim entscheidenden Thema Resilienz.“
Seit 2024 fördert die Düsseldorfer Staatskanzlei ein Projekt der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, bei dem eine Prothetik-Werkstatt im Rehaklinikum „Solonny Lyman“ aufgebaut wird. Mit dem Vorhaben soll den zahlreichen Kriegsversehrten in der Armee und in der Zivilbevölkerung geholfen werden. Die Einrichtung soll in diesem Frühjahr den Betrieb aufnehmen.
Hunderttausende Ukrainer in NRW
Ein Projekt mit dem Mechnikov-Krankenhaus in Dnipropetrowsk beschäftigt sich mit dem Thema Infektionsdiagnostik. Es geht darum, kriegsbedingte Wundinfektionen schneller und zielgerichteter behandeln und die Ausbreitung von Resistenzen verhindern zu können. Dabei werden die Ukrainer von Experten des Universitätsklinikums in Münster unterstützt.

NRW-Minister Nathanael Liminski (3.v.r.) im Krankenhaus Mechnikov.
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Seit Kriegsbeginn wurden 272 934 Menschen aus der Ukraine in NRW aufgenommen. Derzeit werden insgesamt 56 168 Schülerinnen und Schüler mit ukrainischer Staatsbürgerschaft in NRW unterrichtet - 275 Ukrainerinnen und Ukrainer sind im öffentlichen Schuldienst beschäftigt. Die Zahl der kommunalen Partnerschaften zwischen NRW und der Ukraine ist seit 2022 von sechs auf 50 angestiegen. NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) erklärte, die Unterstützung für die Ukraine dürfe „nicht zögerlich“ dosiert werden, sagte die Politikerin der Grünen: „Solidarität ist keine symbolische Geste, sondern eine sicherheitspolitische Notwendigkeit.“
