Lieferung von Hilfsgütern geplantNRW will neue Partnerregion in der Ukraine unterstützen

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NRW-Europaminister Nathanael Liminski (CDU) in einer Gesprächssituation, den Gesprächspartner sieht man nicht. Er sitzt vor einem großen abstrakten Gemälde mit viel Blau, trägt einen dunklen Anzug, weißes Hemd und rosafarbene Krawatte.

NRW-Europaminister Nathanael Liminski (CDU)

Für die Zivilbevölkerung der Ukraine ist die Versorgung mit Hilfsgütern überlebenswichtig. NRW plant jetzt eine neue Großlieferung.

Die schwarz-grüne Landesregierung von NRW will die Unterstützung der Ukraine weiter intensivieren. „Unsere Hilfe steht“, sagte NRW-Europaminister Nathanael Liminski dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Wir werden die Ukraine so lange unterstützen, wie es nötig ist. Die Ukraine muss diesen Krieg gewinnen“, fügte der CDU-Politiker hinzu.

Seit Kriegsbeginn liefert die von der Landesregierung ins Leben gerufene Initiative „NRW hilft der Ukraine“ fast jede Woche Hilfsgüter im Volumen eines 40-Tonner-Lkws mit einem Gegenwert von jeweils 150.000 Euro in die Kriegsgebiete. Dabei handelt es sich überwiegend um Arzneimittel, insbesondere Medikamente zur Wundversorgung, zur Blutdruckkontrolle sowie Schmerzmittel und Antibiotika.

Im Fokus der Unterstützung steht die Region Dnipropetrowsk, die ein wichtiger Standort für Industrie- und Wissenschaft ist. Dnipropetrowsk hat eine ähnliche Bedeutung für die Ukraine wie NRW für Deutschland.

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Hilfe bei der Wasserversorgung

Experten rechnen damit, dass die russische Armee im Frühjahr eine Großoffensive starten wird. Das NRW-Projekt „Water4Ukraine“ plant jetzt weitere Lieferungen von Notstromaggregaten, Pumpen, Wasseraufbereitungsanlagen und Werkzeugen zur Wiederherstellung der Wasserversorgung.  Der Verein Blau-Gelbes Kreuz organisiert die Lieferung von Zelten und Zeltausstattung. „NRW reicht der Region Dnipropetrowsk die Hand – für Soforthilfe, für Wiederaufbau und für eine Partnerschaft auf Augenhöhe“, so der Europaminister.

In NRW wurden seit Kriegsbeginn mehr als 220.000 Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen.  Das stellt die Kommunen vor dem Hintergrund der stark steigenden Flüchtlingszahlen aus anderen Herkunftsländern bei der Unterbringung vor große Herausforderungen. „Wir setzen uns weiterhin dafür ein, den Menschen aus der Ukraine in NRW einen sicheren Hafen zu bieten und bemühen uns nach Kräften, dass sie alle eine ordentliche Unterkunft, Schul- und Kitaplätze erhalten und wo möglich in den Arbeitsmarkt integriert werden“, sagte Liminski.

Dabei müsse jedoch sensibel berücksichtigt werden, dass viele Geflüchtete in ihre Heimat zurückkehren wollten. Deshalb müsse der Bezug zur Kultur der Ukraine erhalten bleiben. Es sei „zutiefst beeindruckend“, mit welcher Hilfsbereitschaft viele Geflüchtete aus der Ukraine sich selbst bei der Unterstützung ihrer Landsleute einsetzen würden. „Dieses Engagement verdient den größten Respekt, wenn man bedenkt, welche schweren und teilweise traumatischen Erlebnisse diese Menschen hinter sich haben.“

Köln hilft Dnipro

In NRW hatte der frühere NRW-Ministerpräsident Johannes Rau (SPD) bereits im Jahr 1996 eine Partnerschaft mit der Region vereinbart. Europaminister Liminski will die Zusammenarbeit jetzt neu beleben. Dazu sollen auch Partnerschaften von Kommunen beitragen. „Der direkte und persönliche Austausch auf kommunaler Ebene passt gut zu unserer Regionalpartnerschaft, daher wollen wir diese mit möglichst vielen Städtepartnerschaften zusätzlich mit Leben füllen“, sagte Liminski unserer Zeitung.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Borys Filatov, Bürgermeister der ukrainischen Stadt Dnipro hatten bereits am 27. Oktober 2022 den Vertrag einer Projektpartnerschaft zwischen ihren Städten unterzeichnet. Die Stadt hat wie Köln mehr als eine Million Einwohner und ist ebenfalls die viertgrößte Metropole des Landes.

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