Innenminister Herbert Reul fordert eine Entlastung der Polizei bei Fußballspielen und kündigt eine schärfere Gangart bei Stadionverboten an.
Innenminister Reul700.000 Einsatz-Stunden für NRW-Polizei wegen Fußball

Innenminister Herbert Reul (CDU) fordert ein anderes Vorgehen gegen gewalttätige Fußballfans. (Archivfoto)
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Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, beabsichtigt, die erhebliche Beanspruchung polizeilicher Kräfte bei Bundesliga-Partien zu verringern. In seinem „Ministerblog“, der im polizeilichen Intranet erscheint, notierte Reul: „Allein in der vorletzten Saison hat das für über 700.000 Stunden gesorgt, die Sie im Einsatz waren“. Er fügte jedoch mit Nachdruck hinzu: „Hier tut sich jetzt endlich etwas!“
Seine Aussagen basieren auf kürzlich geführten Gesprächen mit den Führungskräften der Polizeidienststellen vor Ort. Ein fast durchgängig angesprochener Punkt sei die hohe Arbeitsintensität, die mit Fußballbegegnungen einhergeht. Der Minister führte aus, dass pro Spielzeit circa 10 Millionen friedliebende Zuschauer unter den Aktionen von ungefähr 5.000 gewaltgeneigten Individuen im Umfeld der Partien in den drei Profiligen zu leiden hätten.
Einheitliche Stadionverbote durch neue DFB-Stelle
Der Minister stellte zur Verbesserung der Lage kommende Fortschritte in Aussicht. „Ab der kommenden Saison 2026/2027 wird es eine ‚Zentrale Aufsichts- und Überprüfungsstelle Stadionverbote‘ beim DFB geben“, so Reul. Die Aufgabe dieser Einrichtung wird es sein, die Verhängung strengerer und deutschlandweit konsistenter Stadionverbote sicherzustellen. „Denn: Wer im Stadion zündelt oder zuschlägt, hat dort nichts verloren. Es kann schlichtweg nicht sein, dass Sie sich jedes Wochenende mit den immer gleichen Krawallmachern herumschlagen müssen“, erklärte der Minister.
Die Thematik der Pyrotechnik wird ebenfalls einer erneuten Prüfung unterzogen. Die Vereine seien dazu verpflichtet worden, „nachhaltig gegen die Störer vorzugehen“, so Reul weiter. Spezifische vorbeugende Maßnahmen sollen diesbezüglich bis zur Konferenz der Innenminister im Herbst vorgelegt werden.
Patrick Schlüter, der in NRW den Vorsitz der Gewerkschaft der Polizei (GdP) innehat, äußerte sich zustimmend zu den Plänen. Die Vereinbarungen zwischen den Innenministern und dem DFB bezüglich der Stadionverbote stellten „einen wirklich wichtigen Schritt dar“. Schlüter unterstrich im Gespräch mit der dpa: „Gewalttäter haben beim Fußball nichts, aber auch gar nichts zu suchen. Stadionverbote müssen konsequent ausgesprochen und durchgesetzt werden.“ (dpa/red)
