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Lob für FC-JungstarEl Mala bleibt cool im heißen Transfer-Poker

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Said El Mala am Ball.

Der umworbene FC-Jungstar Said El Mala (am Ball) zeigte gegen San Sebastian eine engagierte Leistung.

Der umworbene FC-Jungstar zeigt eine bewundernswerte Ruhe. Dortmund erhöht Angebot, doch die Kölner bleiben hart.

Ein kleiner Schreckmoment durchzuckte die Fans, Teamkollegen und Verantwortlichen des 1. FC Köln im Rhein-Energie-Stadion in der 61. Minute beim 2:1-Sieg im Testspiel gegen Real Sociedad San Sebastian. Said El Mala setzte zu einem Sprint an, nahm es mit drei Gegenspielern der Basken auf – doch dann ein kleiner technischer Fehler. Der Ball war ihm zu weit vorgelaufen, die Chance vorbei. Der 19-Jährige sackte zu Boden, griff sich an den hinteren Oberschenkel und musste ausgewechselt werden.

Die Besorgnis war schnell wieder zerstreut. „Said geht es gut. Es war ein Krampf. Er ärgert sich darüber am meisten“, gab Cheftrainer René Wagner unmittelbar nach dem Härtetest Entwarnung. El Mala war am Samstag mit einer engagierten Leistung in Erscheinung getreten: immer wieder der Versuch, sich in Position zu bringen, im Dribbling, im Sprint, in feinen Ballannahmen. Ein Tor gelang ihm nicht, er blieb bei allen Bemühungen etwas glücklos – die Treffer vor 37.000 Zuschauern erzielten Linton Maina (5.) und der 19 Jahre alte dänische Stürmer Nilas Yacobi in der 78. Minute. Das war aber kein Problem für den Spieler und seinen Trainer.

Wagner bescheinigte El Mala ein tadelloses Bild und stellte ihm ein Zeugnis mit einer „1 mit Sternchen“ aus. Ob Said El Mala beim 1. FC Köln bleibt, ist hingegen völlig offen – und der Transferpoker, in dessen Zentrum sich in diesem Sommer das Offensivtalent befindet, erweist sich als zäher und verzwickter denn je. Der BVB hat seine Angebote in den vergangenen Tagen sukzessive erhöht. Sky berichtet von einer ersten Offerte über 37 Millionen Euro plus acht Millionen Euro an möglichen Bonuszahlungen – diese lehnte Köln ab. Daraufhin kündigten die Dortmunder an, nachzulegen. Das neue Gesamtpaket soll rund 50 Millionen Euro betragen, wobei die Summe durch realistisch erreichbare Boni zustande kommen soll. Das ist exakt die ursprüngliche Wunschsumme der Kölner Verantwortlichen. Doch ein Vollzug ist bislang ausgeblieben – und die Gründe liegen tiefer als gedacht.

Ein Knackpunkt liegt nach Informationen der „Ruhr Nachrichten“ in einer zusätzlichen Forderung des FC: Die Kölner wünschen sich demnach eine Weiterverkaufsbeteiligung, die sich „an der tatsächlichen Ablöse“ orientierte. Das bedeutet in der Praxis: Sollte El Mala vom BVB später für beispielsweise 80 Millionen Euro weiterverkauft werden, will Köln seinen ausgehandelten Prozentsatz nicht von den 30 Millionen Euro Gewinn berechnet haben, sondern von der vollen neuen Ablösesumme. Ein Unterschied, der schnell mehrstellige Millionenbeträge ausmachen kann – und über den offenbar auch noch intensiv verhandelt werden muss.

Entsprechend vorsichtig rüsten sich die BVB-Verantwortlichen laut Berichten der „Ruhr Nachrichten“ bereits für ein endgültiges Scheitern der Verhandlungen. Ein Plan B „liegt ausgearbeitet in der Schublade“, schreibt das Blatt – ohne weitere Details zu nennen. Dennoch arbeitet Dortmund parallel weiter intensiv an der Verpflichtung, der BVB will den Spieler. Aktuell verläuft der Poker ergebnislos, doch beide Seiten signalisieren Gesprächsbereitschaft.

Wenn die ganzen Gerüchte dazu beigetragen haben, dass so ein Said dabei herauskommt, dann waren die Gerüchte sehr gut für uns, weil er aktuell ein tadelloses Bild zeigt.
FC-Trainer René Wagner über Jungstar Said El Mala

Mittlerweile treibt die Saga auch noch andere Blüten: Medienberichte deuteten an, dass sich der neue Bundestrainer sogar eingeschaltet und es einen persönlichen Austausch zwischen Jürgen Klopp und Said El Mala gegeben habe, in dem der DFB-Coach dem Youngster seine guten Perspektiven im Nationalteam aufgezeigt habe. Ein Wechsel zu Klopps Ex-Klub Dortmund soll darin auch als sinnvoller nächster Schritt erörtert worden sein. Der DFB stellte sich allerdings schnell vor seinen Bundestrainer: Gegenüber „Focus Online“ dementierte der Verband sowohl den persönlichen Austausch als auch eine Wechselempfehlung in Richtung BVB.

Während der Transfer-Poker weiter läuft und die Zahlen wild hin- und hergeschoben werden, bleibt eine Person bemerkenswert unauffällig: Said El Mala. Der 19-Jährige geht mit den vielen Schlagzeilen und Gerüchten professionell und cool um. Nach dem Test gegen San Sebastian erfüllte er geduldig alle Wünsche der FC-Fans. Auch auf dem Platz hatte er sich nicht hängenlassen – ganz im Gegenteil. Cheftrainer Wagner bestätigte diese Haltung nach der Partie: „Der Junge vermittelt jeden Tag das Gefühl, dass er mit keiner Silbe darüber nachdenkt, wegzugehen.“ Es seien die Gerüchte gewesen, die El Mala in diesem Sommer zu seinem Erwachsenwerden verholfen hätten. „Wenn die ganzen Gerüchte dazu beigetragen haben, dass so ein Said dabei herauskommt, dann waren die Gerüchte sehr gut für uns, weil er aktuell ein tadelloses Bild zeigt.“

Ob dieses Bild noch lange in Köln zu sehen sein wird – das entscheidet sich wohl in den kommenden Tagen im Transferpoker zwischen den Klubverantwortlichen. Vor allem der 1. FC Köln will schnell Klarheit. Ein Wechsel kurz vor Ende der Transferperiode soll unbedingt vermieden werden.