Mit dem Rechtsverteidiger, der sich einen Faserriss zugezogen hat, fehlt dem FC eine etwas erfahrener Akteur. Kessler erklärt Transfer-Pläne.
Sebulonsen fällt aus, Sechser weiterhin gesuchtKessler weiß: Dem Kölner Kader fehlt noch Erfahrung

Sebastian Sebulonsen verpasst den Kölner Saisonstart. Der Norweger hat sich eine Muskelverletzung zugezogen.
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Rund zwei Wochen vor dem Pflichtspielauftakt hat der 1. FC Köln einen personellen Rückschlag zu verkraften. Sebastian Sebulonsen erlitt in der Vorbereitung einen Faserriss im Oberschenkel und fällt damit „bis auf Weiteres“ aus. Der Rechtsverteidiger wird sowohl das DFB-Pokalspiel bei den Würzburger Kickers (24. August, 18 Uhr) als auch den Bundesliga-Auftakt gegen die TSG Hoffenheim (29. August) verpassen. Eine MRT-Untersuchung am Sonntag sorgte für Klarheit.
Der Norweger war auf der rechten Schiene in der vergangenen Saison Stammspieler und kam auf 31 Liga-Einsätze. Als Vertreter steht Alessio Castro-Montes (29) bereit, David Fürst (19) zeigte in den Tests auf der rechten Seite ebenfalls gute Ansätze – so auch beim 2:1-Sieg am Samstag gegen San Sebastian. Mit Sebulonsen verliert der FC aber einen etwas erfahreneren Akteur aus dem Kader – genau in einer Phase, in der die Kölner intensive Umbrucharbeit leisten. Denn während Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler massiv auf junge Talente gesetzt hat, wird die fehlende Routine zusehends zur Baustelle. Der FC braucht Erfahrung im Kader – und insbesondere noch einen Sechser mit Führungsqualitäten.
Nur mit jungen talentierten Spielern geht es nicht. Du brauchst eine vernünftige Struktur.
„Wir sind ein sehr attraktiver Standort – gerade für junge Spieler oder für Spieler, die vielleicht noch mal eine kleine Kurve in der Karriere machen müssen“, sagte Kessler am Samstag bei „MagentaSport“. Doch die Sechser-Suche wird allmählich zur Geduldsprobe. Mehrere Kandidaten sind offenbar abgesprungen oder zu teuer. Eine Rückkehr von Ellyes Skhiri (Frankfurt) war lange Thema, ist aber vom Tisch. Auch Alvarez, Khedira und Vinícius Souza wurden sondiert – ohne Erfolg. Kessler betonte: „Es sind nicht nur junge Spieler, die wir geholt haben. Wir haben mit Luca Luchoshvili und Gideon Mensah auch Erfahrung dazugeholt. Es ist ein guter Mix und wir wollen noch ein bisschen was hinzuführen.“ Allem voran die Sechserposition. „Nur mit jungen talentierten Spielern geht es nicht. Du brauchst eine vernünftige Struktur.“
Trainer René Wagner erklärte zur Sechser-Suche: „Weil die Personalie so wichtig sein kann, lassen wir uns Zeit – und wenn die richtige Personalie nicht dabei ist, dann können wir es halt nicht machen.“ Und weiter: „Wenn wir uns nicht sicher sind oder wenn der Spieler sich nicht sicher ist, dann machen wir nichts, was uns auf der Position nicht gefällt. Dann müssen wir Geduld haben, bis der Spieler sich für uns zeigt – und dann schlagen wir zu.“ Ergo: Es soll lieber einer nicht kommen als ein falscher. Denn mit den vielen Teenagern im Kader braucht der FC einen erfahrenen, charismatischen Mittelfeldakteur – einen, der die Jungen führen kann.
Die Sechser-Position ist nicht die einzige offene Baustelle. Dazu sollen ein Top-Stürmer, ein Linksverteidiger und ein Kaminski-Ersatz für die rechte Außenbahn geholt werden. Derweil verzögert sich der Transfer von Mikey Moore (18) von Tottenham zum FC, soll aber nicht in Gefahr sein. Der englische Flügelspieler ist neben Reigan Heskey (18) und Gil Neves (18) ein weiteres Kölner Prestigeprojekt aus der neuen Scouting-Strategie.
Maina kämpft um FC-Zukunft
Neben den Zugängen schaut Kessler auch auf mögliche Abgänge. Nach einer durchwachsenen Saison mit nur zwei Toren, einem Assist und neun Startelfeinsätzen galt Offensivspieler Linton Maina eigentlich als Streichkandidat. Intern war klar, dass der FC dem 27-Jährigen bei einem entsprechenden Angebot keine Steine in den Weg legen würde. Doch nun setzt Maina ein Zeichen. Er betrieb beim 2:1 gegen San Sebastian Eigenwerbung, traf auch zum frühen 1:0. Und hat kein Interesse, Köln vorzeitig zu verlassen, sondern kämpft um seine FC-Zukunft. Auf die Frage, ob er kommende Saison zu 100 Prozent das FC-Trikot tragen wird, antwortete er selbstbewusst: „Ich gehe davon aus, mir hat niemand etwas anderes gesagt. Ich habe nicht vor zu gehen. Ich hatte diese Bedenken auch noch nie.“
