Bei einem Auftritt in Berlin findet Robert Habeck deutliche Worte. Auch ein mögliches Politik-Comeback kommt zur Sprache.
Bissiger Auftritt des Ex-MinistersHabeck teilt gegen Söder und Trump aus – und hat Visionen

Der ehemalige Vizekanzler Robert Habeck sitzt bei einer Veranstaltung im Rahmen des Literaturfestivals lit.Cologne auf der Bühne. (Archivbild)
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Grünen-Politiker Robert Habeck hat sich beim „Spitzengespräch“ des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ in Berlin zu aktuellen politischen Fragen und zentralen Akteuren geäußert – und dabei kein Blatt vor den Mund genommen.
Auf die Frage, was er an CSU-Chef Markus Söder bewundere, antwortete der frühere Bundeswirtschaftsminister etwa trocken: „Markus Söder gehört wirklich zu den Menschen, an denen ich nichts bewundere.“ Der Satz löste im Admiralspalast Applaus und Gelächter aus. Söder hatte Habeck einst als schlechtesten Wirtschaftsminister bezeichnet, den die Bundesrepublik je gehabt habe.
Robert Habeck teilt gegen Markus Söder und Wolfgang Kubicki aus
Auch über FDP-Chef in spe Wolfgang Kubicki äußerte sich Habeck reserviert. Auf die Frage, ob er noch Kontakt zu seinem früheren Koalitionspartner aus Schleswig-Holstein habe, sagte er schlicht: „Nee, wir kannten uns gut früher.“

Robert Habeck (Grüne) und CSU-Chef Markus Söder sitzen gemeinsam auf einer Bühne. (Archivbild)
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Kubicki werde „die FDP nicht zu der Partei machen, die Deutschland braucht“, fügte der Grünen-Politiker hinzu. Gleichzeitig betonte Habeck, dass eine liberale Kraft in Deutschland notwendig sei – die klaffende Lücke liege „im Zentrum der Demokratie“. Lobende Worte fand er für FDP-Politiker und Ex-Verkehrsminister Volker Wissing: „Ich glaube, mehr vom Schlage Volker können wir gut gebrauchen.“
Habeck über Merz und Regierung: „Die Dinge gefixt bekommen“
Die amtierende Bundesregierung kam beim „Spitzengespräch“ ebenfalls zur Sprache. Er habe sie nicht gewählt, es sei nicht seine Regierung, betonte Habeck zunächst. Er wünsche sich aber, „dass sie die Dinge gefixt bekommen“, fügte der frühere Minister hinzu und blickte insbesondere auf die Herausforderungen durch Russlands Krieg gegen die Ukraine während seiner Amtszeit zurück.
„Ich bin nicht Politiker geworden, weil ich davon geträumt habe, die Welt aufzurüsten, es ist einfach die Wirklichkeit, die ihren Tribut fordert“, erklärte Habeck und richtete den Blick in die Gegenwart und auf die Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz (CDU), die sich nun „halt mit der Wirklichkeit auseinandersetzen“ müsse.
Robert Habeck über Donald Trump: „Am Ende ist es Größenwahn“
Habeck äußerte sich im Gespräch mit „Spiegel“-Journalist Markus Feldenkirchen auch zu US-Präsident Donald Trump. Der Republikaner bleibe für ihn ein Rätsel, erklärte Habeck. Trump wolle der „größte Präsident aller Zeiten“ werden – das stehe über allem. Sein Streben nach Grönland habe jedoch nichts mit Rohstoffen oder Öl zu tun, sondern mit der Idee, Territorium erweitern oder Kriege führen zu müssen, so Habecks Einschätzung. „Am Ende ist es Größenwahn.“

US-Präsident Donald Trump. (Archivbild)
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Habeck, der seit seinem Ausscheiden aus dem Bundestag im Herbst 2025 an US-amerikanischen und israelischen Universitäten lehrte und derzeit in Kopenhagen forscht, skizzierte im Gespräch mit dem Hamburger Nachrichtenmagazin auch seine Visionen für eine andere politische Kultur.
Gibt es ein Politik-Comeback von Robert Habeck?
Er stellte etwa die Frage, was wäre, „wenn es im Bundestag keine Sitzordnung gäbe“ – dann würden Abgeordnete nicht mehr primär für ihre eigene „Peergroup“ reden. Außerdem regte Habeck an, Parteien sollten schon im Wahlkampf mögliche Koalitionsverträge offenlegen, damit Kompromisse nach der Wahl keine Überraschung mehr darstellten. „In der Regellogik kann das nicht funktionieren“, räumte der Grünen-Politiker jedoch ein.
Ob er als politischer „Retter“ zurückkehren werde, ließ Habeck unterdessen offen: „Ich habe heute Abend deutlich gemacht, dass mein politischer Ansatz im Moment wenig Raum hat. Und deswegen mache ich jetzt andere Sachen.“
