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Flughafen DüsseldorfNeuer Direktflug nach Curacao

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Curaçao, Willemstad: Ein Schiff der niederländisch-karibischen Küstenwache durchquert die St.-Anna-Bucht neben dem historischen Zentrum in Willemstad.

Curaçao, Willemstad: Ein Schiff der niederländisch-karibischen Küstenwache durchquert die St.-Anna-Bucht neben dem historischen Zentrum in Willemstad. 

Die Airline Corendon reagiert auf die niederländische Luftverkehrssteuer, die auf 72 Euro je Langstreckenticket steigen soll. Zielkunden sind neben Deutschen vor allem Holländer aus der Grenzregion

Nordrhein-Westfalen erhält eine neue Langstreckenverbindung. Die türkisch-niederländische Fluggesellschaft Corendon will im Winterflugplan vom Flughafen Düsseldorf aus die Insel Curacao in der südlichen Karibik anfliegen. Das teilte Corendon gemeinsam mit dem Chef des Düsseldorfer Flughafens Lars Redeligx am Freitag mit.

Die Flüge sollen ab dem 14. Dezember starten und verbinden die Insel, die zu den niederländischen Antillen gehört, wöchentlich montags und samstags um 9.25 Uhr und am Donnerstag um 8.55 Uhr mit Düsseldorf. Die Flugzeit beträgt ungefähr neuneinhalb Stunden, abhängig von der Windgeschwindigkeit.

Corendon ist traditionell vor allem aus den Niederlanden aktiv. Vom Amsterdamer Flughafen Schiphol bedient der Ferienflieger die Strecke fast täglich. Bei den Niederländern sind die zum eigenen Staat gehörenden Überseeterritorien ein sehr beliebtes Reiseziel. Doch dürfte eine neue Regelung Reisen ab den Niederlanden künftig extrem verteuern.

Niederlande erhöhen Ticketsteuer drastisch

Denn im Heimatland der niederländischen National-Airline KLM soll die Luftverkehrssteuer stark steigen. Laut KLM könnte sie bis 2027 im Schnitt auf mehr als 40 Euro pro Ticket klettern, wie das Fachportal Aerotelegraph berichtet. Das wäre mehr als acht Mal so viel wie der europäische Durchschnitt von rund fünf Euro. Für Passagiere hätte das spürbare Folgen. KLM befürchtet dem Portal zufolge, dass Reisende verstärkt auf Flughäfen im Ausland ausweichen. Schon heute würden laut KLM viele Passagiere diese Option prüfen.

Die geplante Erhöhung der Flugticketsteuer in den Niederlanden fällt je nach Strecke sehr unterschiedlich aus. Während Kurzstreckenflüge unverändert bei rund 30 Euro bleiben, wird es auf Mittelstrecken deutlich teurer: Für Ziele wie Marokko oder Ägypten steigt die Abgabe um rund 60 Prozent auf etwa 48 Euro. Besonders stark trifft es die Langstrecke. Flüge etwa in die USA, nach Suriname oder Indonesien werden mit rund 72 Euro belastet – ein Plus von etwa 140 Prozent gegenüber heute.

Luftverkehrssteuer in Deutschland sinkt

Im europäischen Vergleich rücken die Niederlande damit klar an die Spitze. Für eine vierköpfige Familie summiert sich die Abgabe im Schnitt auf rund 164 Euro. In Deutschland liegt sie bei etwa 92 Euro, in Kroatien und Finnland bei jeweils rund vier Euro. 

Die Luftverkehrsteuer in Deutschland soll zum 1. Juli sinken. Ein entsprechender Gesetzentwurf der Bundesregierung wurde vorige Woche  im Bundestag angenommen. Neben Union und SPD stimmte nach Angaben des Bundestags auch die AfD für die Änderung, die Grünen und die Linke votierten dagegen. 

Langfristig wieder USA-Flüge

Mit der Gesetzesänderung sinkt die Abgabe je nach Strecke um einen Betrag zwischen 2,50 Euro und 11,40 Euro pro Flug. Die Höhe richtet sich dabei nach dem jeweiligen Zielort und unterscheidet zwischen Kurz-, Mittel- und Langstreckenflügen.

Hin- und Rückflug nach Curacao sollen laut Corendon-Marketingchef Christian Hein ab 700 bis 800 Euro pro Reisendem kosten, realistischer sei aber ein Preis von 900 Euro. Dabei zielt man auch auf Niederländer, die im grenznahen Bereich zur Bundesrepublik leben. Die Strecke für sie nach Düsseldorf sei mit der nach Amsterdam vergleichbar. „Wir rechnen damit, das 20 Prozent der Passagiere auf der Strecke Düsseldorf - Curacao aus den Niederlanden kommen“, sagte Hein unserer Redaktion.

Die Strecke wird mit einem Airbus A 330 mit 285 Sitzplätzen bedient. Die Flüge ab Amsterdamer werden aber weiter aufrecht gehalten. Ab Düsseldorf ist es Corendons Ziel, in 192 Flügen der Wintersaison 29.000 Passagiere zu befördern.

Für den Airport Düsseldorf ist die Corendon-Entscheidung eine Rückkehr zur Langstrecke. Nach dem Kriegsausbruch im Iran hatten die Golfcarrier ihre Flüge ab Düsseldorf in den Nahen Osten gestrichen. Laut Lars Redeligx setze Emirates ab Juli aber wieder einen zweiten Flieger nach Dubai ein. Auch Quatar fliege die Strecke zum Golf im Juli wieder, ebenso Etihad die Strecke nach Abu Dhabi. „Langfristig arbeiten wie auch wieder an Direktflügen in die USA“, sagte der Flughafenchef auf Nachfrage.