Der Sauerländer hat die Wahl in dem ostdeutschen Bundesland völlig unterschätzt. Nun gibt er sich kämpferisch. Das hätte er früher machen müssen.
Sachsen-AnhaltDrei Gründe, warum sich Friedrich Merz nicht erholen wird


Zeigte im Wahlkampf keine Präsenz: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wollte die AfD eigentlich halbieren.
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Friedrich Merz stand in Sachsen-Anhalt nicht zur Wahl, insofern konnte er auch nicht abgewählt werden. Aber nach der Halbierung des Ergebnisses der Landes-CDU und der Verdoppelung des Wählerrückhalts für die dort rechtsextremistische AfD ist er abgemeldet. Von der katastrophalen Wirkung für die ganze Bundesrepublik wird er sich als CDU-Chef – und womöglich auch als Kanzler – nicht mehr erholen.
Das hat drei Gründe. Erstens: Merz zeigt aus Sicht vieler Bürger als Kanzler wenig soziale Kompetenz und zugleich verliert er das Vertrauen vieler Unternehmer in seine ökonomische Kompetenz als ehemaliger Mann der Wirtschaft. Davon profitiert vor allem die AfD.
Die größte Gefahr für Merz
Zweitens: Die SPD feiert insgeheim ihr einstelliges Ergebnis in Sachsen-Anhalt, weil sie entgegen Befürchtungen doch nicht an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert ist. Das hält sie bedauerlicherweise davon ab, zu ergründen, warum man sie nicht mehr als Volkspartei wahrnimmt. Stattdessen fühlt sich SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil zu Widerstand gegen einige soziale Einschnitte bei den Reformen aufgerufen. Streit mit Merz ist programmiert. Und Stillstand. Gift für jede Regierung.
Und drittens: Der 70-jährige Sauerländer hat von Anfang an die Wirkung völlig unterschätzt, die von einem AfD-Sieg in dem kleinen ostdeutschen Bundesland ausgeht. Es war ein Fehler, dass er sich dort im Wahlkampf den Menschen nicht direkt gestellt und nicht einmal versucht hat, seine einstige Behauptung zu untermauern, er könne die AfD halbieren.
Mag er jetzt den Kampf gegen die AfD ausrufen und dafür Zusammenhalt einfordern. Viele CDU-Politiker zweifeln inzwischen an seinem politischen Instinkt, seiner Autorität als Parteichef und seiner Führungsstärke als Kanzler. Damit besteht die größte Gefahr für ihn in den eigenen Reihen.
