Die Ukraine setzt ihre Angriffe auf russische Ziele fort – und kündigt neue Raketen an. In St. Petersburg sind derweil radikale Töne zu hören.
Neue Raketen sollen Moskau treffenUkraine greift auf Krim an – Putins Hardliner nennen drei Szenarien

Ein Sreenshot aus einem Video soll einen brennenden Lkw auf der Krim zeigen.
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Durch Angriffe der ukrainischen Armee auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim sind nach Angaben der örtlichen Behörden vier Menschen getötet worden. Wie russische Behörden am Donnerstag mitteilten, wurden Gebäude in Simferopol und ein Regionalzug angegriffen. Einen Tag nach dem ukrainischen Drohnenangriff auf das Wirtschaftsforum in St. Petersburg wurde dort indes Kremlchef Wladimir Putin erwartet.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau fing die russische Armee in der Nacht 272 ukrainische Drohnen ab und zerstörte sie. Am Mittwoch hatte die Ukraine laut Behörden kurz vor dem Start des mehrtägigen Wirtschaftsforums (SPIEF) in St. Petersburg Energie- und Militäranlagen angegriffen. US-Außenminister Marco Rubio warnte in der Folge vor einem „Eskalationsrisiko“.
Radikale Töne beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg
Beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg schlagen russische Propagandisten unterdessen radikale Töne an. Der kremlnahe Oligarch und Nationalist Konstantin Malofejew sowie der Neofaschist Alexander Dugin haben dort nach Angaben der russischen Zeitung „Kommersant“ mehrere extreme „Zukunftsszenarien“ für Russland vorgestellt. Darin werden mögliche Entwicklungen bis 2036 und 2050 als „gut“, „unverändert“ und „schlecht“ für Russland beschrieben.

Ein Screenshot aus einem Video soll einen Angriff in St. Petersburg zeigen.
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Der optimale Ausgang für Russland sei demnach 2036 erreicht und umfasst die Besetzung der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw, sowie der Großstädte Odessa und Charkiw. Außerdem wird ein Zerfall der EU in Aussicht gestellt – entsprechend dem Narrativ eines baldigen russischen Sieges.
Putins Hardliner: Atomwaffen-Einsatz realistisches Szenario
Sollte sich die militärische Lage in der Ukraine nicht verändern, wird etwa von Dugin spekuliert, könnte Russland zu Atomwaffen greifen. Zuletzt hatte es in Russland mehrfach Rufe nach dem Einsatz von Nuklearwaffen gegeben, etwa von Propagandisten im Staats-TV oder Politikwissenschaftlern in Zeitungsbeiträgen.

Der russische Neofaschist Alexander Dugin in St. Petersburg.
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Das für Russland nachteilige Szenario, das bis 2036 oder 2050 eintreten könnte, wäre demnach eine militärische Niederlage in der Ukraine, sowie ein NATO-Beitritt des Nachbarlandes und der weitere Verlust russischen Einflusses im postsowjetischen Raum. Die Hardliner warnten zudem vor einer möglichen „Kolonialisierung“ Russlands.
Experten: Radikale Töne sollen Wladimir Putin moderat wirken lassen
Westliche Experten sehen derweil eine Strategie hinter den radikalen Worten in St. Petersburg. Die Auftritte von Dugin und Malofejew dienten wahrscheinlich dazu, die russischen Maximalziele zu untermauern, heißt es etwa in einer Analyse der amerikanischen Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW).
Gleichzeitig könnten sie dem Kreml nutzen, so die US-Analysten: Die unrealistischen, extremen Szenarien könnten es Moskau erleichtern, die Rhetorik von Kremlchef Putin und anderen Regierungsvertretern im Vergleich als moderat erscheinen zu lassen.
Ukrainische Rüstungsfirma kündigt neue Raketen an
Die Ukraine setzt unterdessen mit den erneuten Angriffen auf Ziele auf der von Russland annektierten Krim-Halbinsel ihren Kurs fort. In den vergangenen Wochen gelangen den ukrainischen Streitkräften immer wieder erfolgreiche Angriffe auf russische Energie-Infrastruktur. Auf der Krim hatte es deshalb zuletzt Treibstoffengpässe gegeben.
Das angegriffene Land rüstet sich zudem für weitere Angriffe auf Ziele tief in Moskau. Die ukrainische Rüstungsfirma Fire Point kündigte nun an, dass ab dem Sommer, spätestens jedoch im Herbst, ballistische Raketen des Typs FP-9 verfügbar sein sollen, die in der Lage sind, Moskau zu erreichen.
Bisher setzt die Ukraine bei Angriffen auf die russische Hauptstadt auf Drohnen. „Sobald ein Testflug zeigt, dass alles normal funktioniert, muss der nächste Flug Richtung Moskau starten“, zitierten ukrainische Medien nun den Chefkonstrukteur von Fire Point, Denys Schtilerman. (mit afp)
