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Grundschule BüscherhofSchulstart nach dem Hochwasser - Alle in die oberen Stockwerke

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Banger Blick in den stockdunklen Server-Raum, der hinter Planen im feuchten Keller der Schule neu installiert wurde.

Leichlingen – Schon wieder ist nichts wie es war. Schon wieder eine Stunde Null in der Grundschule Büscherhof. Erneut ist die komplette Schule umgezogen. Erst im Sommer 2020 ist sie in ihr neues Haus im Schulzentrum Am Hammer eingezogen, die frühere Hauptschule ist für mehrere Jahre ihr Übergangsquartier, solange ihr Gebäude Am Büscherhof modernisiert und ausgebaut wird. Und jetzt ist wieder alles anders. Die Nähe ihres vorübergehenden Domizils zur Wupper wurde ihr Schicksal. Die Schule ist beim Hochwasser vor vier Wochen komplett überschwemmt worden.

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Handwerker haben einen Gang gezimmert, damit die Baustelle betreten werden kann.

Der dreckige Schlamm hat den Keller geflutet und stand einen halben Meter hoch im Erdgeschoss. Sekretariat, Lehrerzimmer, PC-Arbeitsplätze, Bücherei, Mensa, OGS-Räume, die Stromversorgung und EDV-Technik, das Materiallager und Aktenarchiv –  alles ist hinüber.

Schleuse durch die Baustelle

Wenn die 237 Kinder heute nach den Ferien zum Unterricht zurückkehren, sind alle Klassenzimmer erneut woanders, ist das Erdgeschoss eine große Baustelle. Sie müssen durch drei getrennte Eingänge gehen und sich auf drei Stockwerke verteilen. Speiseraum und Küche der von Caterer Uwe Nickut aus Burscheid mit Essen  belieferten Mensa sind jetzt in Containern, die vorne an der Bushaltestelle aufgebaut worden sind.

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Küche und Speiseraum der Mensa befinden sich nun in Containern vorne am Schulparkplatz.

Im Foyer ist eine Schleuse aus hohen Holzwänden gebaut worden, damit das Gebäude überhaupt betreten werden kann. Dass der Unterricht tatsächlich pünktlich beginnen kann, grenzt an ein Wunder angesichts der Schäden, die Wasser und Schmutz angerichtet haben. Rektorin Sandra Richter, die sich samt Sekretariat mit Ikea-Regalen und einem Schreibtisch provisorisch auf der zweiten Etage eingerichtet hat, ist  dankbar dafür, dass die Rettung ihrer Schule im Krisenstab des Rathauses oberste Priorität hatte und „alle so schnell reagiert haben“.

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Meterhoch aufgestemmt, zeigt Rektorin Sandra Richter, sind die Wände im Ex- Lehrerzimmer und Sekretariat.

„Zunächst haben wir gedacht, dass wir die Schule gar nicht aufmachen können“, blickt sie an den verheerenden Anblick nach der Überschwemmung zurück. Tagelang musste der Keller ausgepumpt werden und gab es keinen Strom. Zuerst waren Feuerwehr-Einheiten aus Remscheid im Einsatz. Dann rückte die Sanierungsfirma Franz & Krause mit Umzugskartons und Bautrocknern an, um auszuräumen, alle feuchten Wände aufzustemmen und Schimmel zu bekämpfen. „Die waren mit 120 Leuten hier“, lobt sie den großen Einsatz.

Schließlich rückten Kollegium, Schulverein und Eltern an, um anzupacken. „Es hat keiner den Urlaub abgebrochen, das war mir auch wichtig, aber alle haben ihre unterrichtsfreie Zeit damit verbracht, zu helfen“, dankt Richter ihren 19 engagierten Lehrkräften. 

Die Sanierung dauert sicher noch ein halbes Jahr. Aber der Schlamm ist raus. Die  Möbel sind aufgebaut. Die Luftmessungen waren okay.

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Der schmutzige Wupperschlamm auf dem gesperrten Spielplatz ist abgebaggert worden.

„Sicherlich wird alles etwas anders laufen, als wir es geplant hatten,“ hat die Rektorin den besorgten  Eltern geschrieben, „aber dank der tatkräftigen Unterstützung der Stadt, allen voran Herr Steffes und die Schulverwaltung sowie das Gebäudemanagement, ist es möglich, dass wir alle Kinder pünktlich zum Start in das neue Schuljahr begrüßen dürfen!“

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Es sei „alles etwas enger und wir haben weniger Räume als vorher, aber wir können pädagogisch gut arbeiten und allen Kindern gerecht werden“, freut sich Sandra Richter. Und das sei inmitten der Katastrophe, die Leichlingen ereilt hat, ein Glücksfall.

Regelungen zum Schulstart

Die ersten beiden Jahrgänge sind jetzt im ersten Obergeschoss, die dritten Klassen ebenso wie Verwaltung, Lehrerzimmer und OGS-Büro im zweiten Stockwerk, die vierten auf der dritten Etage. Die OGS-Räume sind auf allen Etagen. Die ersten und zweiten Klassen gehen über den Haupteingang nach oben, die dritten und vierten durch die Türe am Schulhof und über die Feuertreppe außen.

Schulneulinge werden am Donnerstag, 19. August, begrüßt. Die Klasse 1a von Laura Andexer hat ihre Einschulungsfeier von 9  bis 10.30 Uhr. Im Anschluss die1b von Jonas Grimmelsmann von 11 bis 12.30 Uhr.

Corona-Schutz: Auf den „gestaffelten Unterrichtsbeginn“ wird verzichtet. Alle Kinder werden ab 8 Uhr von ihren Klassenlehrern am Eingang abgeholt. Im Gebäude müssen Masken getragen werden, in den Pausen auf dem Schulhof nicht. Zwei Mal in der Woche werden die Kinder durch Lolli-PCR-Tests auf das Coronavirus getestet.