Hamburg – Hamburg hat den ersten Schritt zurück zur Sport-Normalität gemacht. Der Senat beschloss am Dienstag, Individual-Sport im Freien zur erlauben. Voraussetzung ist, dass das Abstandsgebot im Rahmen der Corona-Maßnahmen eingehalten werden kann. Mannschafts-Sportarten sind vorerst weiter untersagt, ebenso die gemeinsame Benutzung von sanitären Anlagen.
„Wir machen einen ersten, nicht ganz großen, aber schon einen spürbaren Schritt”, meinte Innen- und Sportsenator Andy Grote (SPD). Er hoffe, „dass wir im Zuge der nächsten Runde der bundesweiten Abstimmung hier zu weiteren Schritten kommen können”.
Es seien „relativ viele Sportarten”, die von der Lockerung betroffen sind, sagte er weiter. Grote nannte als Beispiele Leichtathletik, Wassersport, Radsport, Reitsport, Klettern, Skaten, Golf, Tennis, aber auch Fitness, Gymnastik oder Yoga, sofern dies im Freien und mit Abstand gemacht werde.
Die Behörden in Hamburg hatten am 15. März alle Sportstätten wegen der Corona-Pandemie gesperrt. Ausnahmen erhielten die Athletinnen und Athleten am Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein und die beiden Fußball-Zweitligisten Hamburger SV und FC St. Pauli. In Schleswig-Holstein waren bereits am Montag erste Lockerungen in Kraft getreten.
Durch die Maßnahmen war der Vereins- und Breitensport fast vollständig zum Erliegen gekommen. Der Senat hat zur finanziellen Unterstützung der Clubs Hilfspakete geschnürt.
Großereignisse sind bundesweit bis zum 31. August weiter untersagt. Dadurch wurden größere Veranstaltungen in Hamburg wie das deutsche Reit- und Spring-Derby, der Marathon, der Ironman oder die World Triathlon Serie abgesagt oder verschoben.
Der HSV und der FC St. Pauli hoffen, dass der Spielbetrieb in der 2. Bundesliga mit Geisterspielen wieder aufgenommen werden kann. Die Entscheidung wird am Mittwoch bei der Konferenz von Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten - darunter Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher - erwartet. (dpa/lno)