Düsseldorf – Der Hausärzteverband Nordrhein hält Maßnahmen, die Bundes- und Landesregierung zur Eindämmung der Corona-Krise ergriffen haben, für unzureichend. Es sei nach der bisherigen Ausbreitung der Infektion eher unwahrscheinlich, nicht an einer Corona-Infektion zu erkranken.
In einem Schreiben an Ministerpräsident Armin Laschet, Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und Innenminister Herbert Reul fordert der Hausärzteverband Nordrhein weitere Sofortmaßnahmen. Nur so könnten „katastrophale Entwicklungen, wie sie aus Italien bekannt sind, abgewendet werden“. Und das sind die Forderungen:
Zum Schutz des medizinischen Personals und zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sind die Zugänge zu Notdienstpraxen und Krankenhäuser durch die Einrichtung getrennt vorgeschalteter Räumlichkeiten vor den Notfallpraxen und Krankenhäusern einzurichten.
Hier werden Patienten mit Symptomen mit persönlicher Schutzausrüstung (PSA) untersucht und eine Trennung dieser Patienten von Normalkranken durchführt.
Die Sicherstellung der Regelversorgung bedarf einer Umstrukturierung der hausärztlichen und fachärztlichen Arbeit.
Der Hausärzteverband Nordrhein schlägt vor, dass 30 Prozent der Praxen nach einem Rotationssystem täglich in Reserve gehalten werden. Diese werden mit einem fixen Tagessatz für den Leerlauf entschädigt. Hierzu werden die Gesundheitsämter einheitlich angewiesen, die KV Nordrhein wird subsidiär zusammen mit dem Rettungsdienst mit der Umsetzung beauftragt. Der Hausärzteverband ist einzubinden.
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Die Hilfsdienste wie Technisches Hilfswerk und Deutsches Rotes Kreuz werden mit der logistischen Umsetzung der Infrastruktur beauftragt. Praxen mit positiver Testung gehen 14 Tage offline, ebenfalls mit einem fixen Tagessatz.
Die Einführung einer Ersteinschätzung von Patienten auch nach Beendigung der Coronaphase wird vorgeschlagen, da die Bereitschaft der Bevölkerung dies zu tolerieren dauerhaft hoch sein wird.
Mit den Ärzten in Krankenhäusern sind vergleichbare, identische Sichtungseinheiten für Besucher und Patienten zu fordern, ebenso ein Rotationssystem mit Reduktion der Personalstärke.
SPD will Schuldenbremse aufheben
Die SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag fordert angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise Soforthilfen von 15 Milliarden Euro aus dem Landeshaushalt und die vorübergehende Aufhebung der Schuldenbremse. Die Fraktion der Grünen fordert ebenfalls einen Krisenfonds Corona in Höhe von 15 Milliarden Euro.
SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty sagt: „Wir müssen genau wie Bayern die Schuldenbremse außer Kraft setzen. Die Verfassung sieht diese Möglichkeit ausdrücklich vor. Die Krise ist massiv. Sie erfordert mutiges und entschlossenes Handeln.“



