Die Dahlemer Grundschule wird für 5,2 Millionen Euro aus- und umgebaut, um den OGS-Verpflichtungen in NRW nachzukommen.
Umbau wegen OGSDie Grundschule Dahlem macht sich auf den Weg zum neuen Lernen

Die Grundschule ist für den Umbau gut vorbereitet: Die Gebäude sind energetisch gedämmt, die Fenster neu. Standortvorteil ist das Hallenbad im Untergeschoss der Turnhalle (am unteren Bildrand).
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Wie andere Gemeinden im Kreis will auch Dahlem seine Grundschule für den in NRW verpflichtenden, schrittweisen Ausbau des Angebots der Offenen Ganztagsschule (OGS) aus- und umbauen. Das wird für die Grundschule Dahlem 5,2 Millionen Euro kosten und die Schule von Grund auf neu strukturieren. 2029 soll sie OGS-fit sein.
Architekt Wolfgang Rumpf aus Andernach stellte dem Bau- und Planungsausschuss eine Machbarkeitsstudie vor, die in der bestehenden Gebäudehülle wenig so belassen wird, wie es ist. Rumpf brachte die Ausgangslage auf den Punkt: Statt der veralteten Flurschule mit bis zu 80 Prozent Frontalunterricht wird es künftig „Cluster“ mit einer gemeinsamen Lernlandschaft geben: einem zentralen Lernort, dem Vertiefungsräume und jeweils zwei Klassenräume zugeordnet sind. Bei derzeit 225 Schülern an der Grundschule Dahlem sind vier Cluster nötig.
Selbstlernen wird im Schulbetrieb immer wichtiger
Diese Umstrukturierung sei auch eine Folge des neuen Lernens, so Rumpf: Nur noch rund 30 Prozent klassischer Frontalunterricht wird um verschiedene Formen des Gruppenunterrichts ergänzt, Selbstlernen wird immer wichtiger. Dafür braucht es geeigneten Platz. Denn die im Juli 2020 novellierte Schulbaurichtlinie des Landes NRW schreibt eine Mindestgröße von 600 Quadratmetern pro Cluster vor.
Das bedeutet einen umfassendem Um- und teilweise sogar Neubau der Grundschule Dahlem. Er könnte im laufenden Schulbetrieb bis 2029 schrittweise umgesetzt werden und ohne Ausweichlösungen in Containern auskommen, so Rumpf.
Augenfällige Defizite wurden bei Machbarkeitsstudie deutlich
Er hatte vor der Erstellung der vom Gemeinderat im September 2024 beauftragten Machbarkeitsstudie zunächst eine Bestandsanalyse vorgenommen. Die Schule ist auf drei Gebäude, verbunden mit einem überdachten Gang, verteilt. Dazu kommt die vom Umbau nicht betroffene Turnhalle mit Hallenbad. Die Defizite, die er dabei feststellte, sind augenfällig: Schon die Schülergarderoben sind zu klein, bieten keinen Stauraum und sind aus Sicht der Architekten ungünstig vor den Klassen angebracht. Zudem fehlt eine Garderobe am Eingangsbereich vom Schulhof, etwa für nasse Jacken und Schuhe. Das neue Konzept wird die Garderoben zentral gegenüber dem Eingangsfoyer bündeln, für jeden Schüler wird es einen kleinen Stauraum unter den Jackenhaken geben.
Aus dem mittleren Gebäudetrakt sollen die derzeitigen OGS-Räume und die Verwaltung in den Gebäudetrakt 1 umziehen. Für die Lehrer könnte es dort in einem Anbau mehr Platz, etwa mit einem großen Konferenzraum und einer Lehrkräftelounge, geben. An alter Stelle werden eine Aula mit möglichem Bühnenanbau und die Mensa als eine Einheit eingerichtet. Die Mensa soll nicht nur Essen-Ausgabeort sein. Sie könnte auch Platz für einen Chill-out-Bereich und ein Café bieten.
Kosten in Höhe von 5,2 Million Euro, Realisierung bis 2029
Der entscheidende Teil des anstehenden Umbaus wird die Schaffung der Cluster. Clusterschulen haben eine zentrale, multifunktional gestaltete Lernlandschaft und neben den in Dahlem vorgesehenen jeweils zwei zugeordneten Klassenräumen einen Differenzierungs- und einen Fachraum. Letzterer ist ein denkbarer Ort für vieles: Selbstlernzentrum, Forscherraum, für Musik- oder Theatergruppe und vieles mehr. Solche Optionen fehlen entweder bisher an der Grundschule oder sie sind dezentral untergebracht und nur schwer erreichbar.
Das und mehr soll für 5,2 Millionen Euro bis 2029 realisierbar sein, die nötige neue Innenausstattung für rund 600.000 Euro sei inklusive, so Rumpf.
Bürgermeister Jan Lembach sah den Zeitplan mit einer gewissen Skepsis, mochte ihn aber nicht infrage stellen. Es gehe jetzt darum, für das Projekt unterstützende Fördermittel von Land, Bund oder aus dem „Rheinischen Revier“-Budget zu beantragen. Dass es öffentliche Gelder gebe, davon gehe er aus. Der Fachausschuss begrüßte am Ende die Machbarkeitsstudie, nun geht es in die Detailplanung.
