Abo

Nach der FlutDer Wiederaufbau am Kronenburger See kostet nun 7,7 Millionen Euro

4 min
Das an einem Sommertag aufgenommene Bild zeigt Staumauer und Überlaufanlage des Kronenburger Sees.

Als Sommeridylle präsentiert sich der Kronenburger See. In den Wiederaufbau werden nun weitere 1,7 Millionen Euro gesteckt. Sechs Millionen waren bislang bewilligt.

In Kroneburg stehen noch zahlreiche Arbeiten an, etwa die Aufstockung des Betriebsgebäudes. Der Badebetrieb gerät aber nicht in Gefahr.

Weitere 1,7 Millionen Euro wird der Zweckverband Kronenburger See in den Wiederaufbau der Stauanlage nach den Hochwasserschäden 2021 investieren. Das Geld wurde jetzt vom Land NRW über die Bezirksregierung Köln bewilligt.

„Damit wird dokumentiert, welche große Bedeutung das Bauwerk für den Hochwasserschutz hat.“ Dahlems Bürgermeister Jan Lembach steht auf der befahrbaren Dammkrone der Staumauer. Schon früh an diesem Vormittag sind erste Gäste unterwegs zur Liegewiese, Tretboote und Segelboote dümpeln an den Anlegestellen. Eine Sommeridylle. Lembach ist nicht nur deshalb gut gelaunt.

Im Betriebsgebäude am Kronenburger See herrscht Platznot

Denn weiteres Geld steht für den Wiederaufbau der Stauanlage bereit. Bisher wurden schon fünf von bewilligten sechs Millionen Euro eingesetzt. „Mit den 1,7 Millionen werden wir unter anderem das Betriebsgebäude aus- und umbauen können“, so Lembach.

Denn dort herrscht derzeit Platznot: Bisher muss der Raum, in dem auch die Computer für die Steuerung der Abflusstechnik stehen, im Bedarfsfall als Lagezentrum dienen. Künftig wird es mit einem aufs Bestandsgebäude aufgesetzten Zusatzstockwerk mehr Platz für alles geben. Unter anderem auch für einen Besprechungsraum.

Das Betriebsgebäude am Kronenburger See wird vergrößert.

Auf das Betriebsgebäude nahe der Staumauer soll ein Stockwerk aufgesetzt werden, um das Raumproblem zu lösen.

Die Ausschreibung der Arbeiten und die Detailplanung sind bis Ende 2027 geplant, die Baumaßnahmen sollen dann zwei bis drei Jahre dauern. Für den Zweckverband wird wie gewohnt die Gemeinde Dahlem die Abwicklung übernehmen.

Dann ist der Wiederaufbau allerdings immer noch nicht abgeschlossen . Es stehen nach den mittlerweile eingebauten neuen Sommerbetriebsschützen auch neue für den Winterbetrieb der Stauanlage an. Wieder muss dafür ein Fachbetrieb gefunden werden, der die Einzelanfertigung übernahmen kann.

Im nächsten Jahr wird eine Umkleideschnecke aus Holz gebaut

Wann die Ausschreibung und der Einbau auf der Agenda des Zweckverbandes stehen, ist noch unklar. Klar aber ist: „Die Nutzung des Kronenburger Sees in der Sommerzeit wird voraussichtlich durch die kommenden Maßnahmen nicht eingeschränkt werden müssen“, so Lembach. Für alle Nutzer und Freunde des Sees ist das die wohl wichtigste Nachricht. Nach der Flut musste eine Zwangspause eingelegt werden, bis die neuen Sommerschütze verbaut waren und die neue Betriebsgenehmigung erteilt war. Erst im vergangenen Jahr konnte der Badebetrieb wieder aufgenommen werden.

Während die Maßnahmen des millionenschweren Wiederaufbaus nicht direkt sichtbar sind, könnte das bei einer vergleichsweise kleinen Investition von grob geschätzt um die 1700 Euro anders sein. Schon vor fünf, sechs Jahren, so Lembach, hatte der Zweckverband die damalige Umkleidekabine am Restaurant Seeterrasse oberhalb der Badestelle schließen lassen. Sie sei immer wieder vermüllt worden, so Lembach.

Seitdem müssen Badegäste die Restaurant-Toilette als Umkleide nutzen. Das ist zwar machbar, aber wenig komfortabel. Abhilfe schaffen soll im kommenden Jahr eine Umkleideschnecke aus Holz. Die offene, nicht abschließbare Konstruktion ist als Fertigbau im Fachhandel erhältlich. Kostensparender wäre es, wenn der Bauhof das Ganze zimmern könnte. Das könnte dann vielleicht für 1700 Euro machbar sein, so Lembach schmunzelnd.


Parkautomat gestohlen und zerstört

Im Juni war einer der drei Parkautomaten am Kronenburger See von Unbekannten abgefräst und gestohlen worden. Bürgermeister Jan Lembach: „Den hat man dann völlig desolat auf einem Feld bei Stadtkyll gefunden.“ Der Schaden beläuft sich auf insgesamt rund 10.000 Euro.

Der Zweckverband wird möglicherweise diese stationäre Bezahlstelle gar nicht mehr ersetzen. „Wir überlegen, ob wir wie etwa am Freilinger See stärker auf eine Bezahl-App umsteigen“, so Lembach. Die Option besteht jetzt schon und könnte nach und nach die Münzbezahloptionen ersetzen, die es am See noch gibt. Das Tagesticket kostet derzeit vergleichsweise günstige vier Euro.


Übung der US-Armee am Kronenburger See

Nachdem schon die Polizei mit Booten zu Übungszwecken mehrfach über den Kronenburger See geschippert ist, hat jetzt auch die Spangdahlem Air Force Base der US-Armee Interesse an Wasserübungen angemeldet. Mit Vertretern der US-Armee fand daher nach Angaben von Jan Lembach am Dienstag ein Abstimmungsgespräch statt. Demnach sollen die geplanten Befahrungen des Sees außerhalb der Badesaison stattfinden. Genaueres steht aber noch nicht fest.