Der frühere Schweinheimer Paul Blesse wurde Dritter beim Biber Backyard Ultra in Lammersdorf. Er lief 25 Runden und ebenso viele Stunden.
Biber Backyard UltraNachts begann für Paul Blesse aus Schweinheim das große Bibbern

25 Runden und ebenso viele Stunden lief Paul Blesse beim Biber Backyard Ulta in Lammersdorf.
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Am Ende ist alles eine Frage der Motivation. Zu der Erkenntnis ist Paul Blesse, aufgewachsen in Schweinheim und nun in Bonn lebend, gekommen, als er den Biber Backyard Ultra in Lammersdorf gelaufen ist und dabei den dritten Platz belegt hat. Knapp 168 Kilometer ist er in 25 Stunden gelaufen und hat dabei weit mehr als 2000 Höhenmeter zurückgelegt.
Das Besondere beim Biber Backyard: Eine Runde ist 6,7 Kilometer lang und hat 110 Höhenmeter (tags) oder 60 Höhenmeter (nachts). Diese Runde muss in einer Stunde abgeschlossen werden. Ist man schneller, hat man bis zum Beginn der nächsten Stunde Zeit zur Regeneration. Paul Blesse hat 25 Runden geschafft und war demnach 25 Stunden auf den Beinen.
Es sind noch mehr Starter aus dem Kreis Euskirchen gelaufen
„Am Anfang war es nicht schwierig“, so Blesse. Aber dann kam die Sache mit der Motivation. Und die hat der 25-Jährige recht simpel gelöst. Seine Eltern haben ihn nach Lammersdorf gebracht. Und die hat er am Abend einfach heimgeschickt. „Da blieb mir ja gar nichts anderes übrig als zu laufen“, erzählt er lachend.
Der Trick hat auf jeden Fall geklappt: Im Gegensatz zu vielen anderen, die nach etwa zwölf Runden aufgegeben haben, ist Blesse weitergelaufen und auch einige Starter aus dem Kreis Euskirchen übertrumpft. Sein Kumpel Kimo Schlaeger vom TuS Kreuzweingarten-Rheder, mit dem er sich im November angemeldet hatte, kam wie Markus Habermann, Gewinner 2024, und die Eifel-Cup-Führende Dani Schnackers auf 15 Runden. Eifel-Cup-Organisatorin Christine Becker aus Scheven war die beste Frau im Feld, mit 18 Runden landete sie auf Gesamtplatz neun. „Da es meine Premiere war, habe ich mich vor dem Rennen mit Markus kurz unterhalten und Tipps geholt“, so Blesse.
Der Gewinner ist keinen Meter gelaufen, sondern schnell gewandert
Was ihm erst beim Lauf selbst bewusst wurde: Da man relativ viel gehen muss, sollte man gut und zügig wandern können. „Es gibt eine Passage auf der Tag-Strecke, die zu steil zum Laufen ist. Da verbraucht man nur unnötig Energie“, sagte der 25-Jährige, der sich mit Salzkartoffeln, Haferriegeln, Salzbrezeln, Bananen, süßen Getränken und nachts mit Energydrinks gestärkt hat. Der spätere Gewinner Jannik Giesen ist Extremwanderer und keinen Schritt gelaufen.
„Ich bin am Sonntagmorgen um 9 Uhr ausgeschieden. Als ich zu Hause nachgeschaut habe, waren die beiden Erstplatzierten noch dran“, sagte Blesse. Und das waren sie 24 Stunden später immer noch. 53 Runden hat Giesen zurückgelegt, der Zweitplatzierte, mit dem Paul Blesse öfter gemeinsam gelaufen war, hatte nach 52 Stunden aufgegeben.
Das Deutschland-Spiel gegen Curacao hat Paul Blesse wachgehalten
Blessuren hat der frühere Handballer des TV Palmersheim kaum davongetragen. „Meine Füße sind ziemlich durchgelaufen, man läuft auf den Knochen“, sagt er. Ansonsten war er aber bereits am Montag wieder so fit, dass er spazieren gehen konnte. Am Sonntag habe er kurz geschlafen, was gegessen und das Deutschland-Spiel bei der Fußball-WM geschaut. „Das hat wachgehalten“, sagt er.
Eigentlich läuft Blesse Halb-Marathons und Marathons. „Aber ich bin da in einem Bereich angelangt, in dem mir Schnelligkeit fehlt“, sagt er. Deshalb will er zunächst wieder kürzere Distanzen bis maximal Halbmarathon zurücklegen und versuchen, schneller zu werden.
Froh ist er, dass beim Lauf am 13. Juni nicht solche Temperaturen herrschten wie am vergangenen Wochenende. Dennoch hat er die Erfahrung gemacht, dass in der Nacht der Körper schnell auskühlt. „Wir hatten immer etwa zehn Minuten Pause und als es dann losging, hat jeder auf den ersten 500 Metern gezittert“, erinnert er sich.
