Alex Kroker aus Zülpich gibt sein SP9-Debüt am Nürburgring. Frank Stippler erhält von Haupt Racing die Freigabe für den Start im Audi.
NLS-VorschauCarrie Schreiners Rückkehr ins GT3-Auto am Nürburgring

War im vergangenen Jahr im Audi erfolgreich: Frank Stippler, der mittlerweile eigentlich einen Ford Mustang steuert.
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Für viele Fahrer ist der sechste NLS-Lauf am Samstag, 20. Juni, die Rückkehr zum Nürburgring nach dem 24-Stunden-Rennen. Zwar waren einige der Piloten zwischenzeitlich schon in anderen Rennserien im Einsatz, aber dennoch ist das Spektakel aus dem Mai noch in aller Munde.
Einer, der medial sehr präsent war, war der Mechernicher Alex Hardt. Er hatte sich im Qualifying zum 24-Stunden-Rennen nach einem Unfall nicht von seinem havarierten Porsche entfernt und stattdessen den Stewards gewunken, weil der Porsche brannte. Janina Schall vom Girls-Only-Team, dem auch die Euskirchenerin Carrie Schreiner angehört, konnte deshalb nicht am Porsche vorbeifahren und war in den Wagen gekracht, woraufhin der Porsche des Mädchen-Teams so stark beschädigt wurde, dass das 24-Stunden-Rennen gelaufen war, bevor es begonnen hatte.
Alex Hardt aus Mechernich spielt 24-Stunden-Vorfall herunter
„Ganz vergessen ist die Aktion noch nicht, aber für mich war sie auch lange nicht so schlimm, wie sie in den Medien dargestellt wurde“, sagt Hardt. „Ich war deutlich weiter weg vom Auto und dem Einschlag, als es auf den Bildern aussah. Aber ich habe mich natürlich trotzdem erschrocken“, so Hardt weiter, dessen Team den Porsche auf Vordermann bringen konnte. Hardt und seine Mitstreiter konnten sogar noch den Klassensieg erringen. „Jetzt bei der NLS heißt es volle Konzentration auf die Meisterschaft. Also möglichst viele Punkte sammeln ohne Zwischenfälle“, teilt Hardt mit.
Eine der Leidtragenden des Vorfalls Mitte Mai war Carrie Schreiner, die zum Zuschauen verdammt war und die das Thema komplett ausklammert. Stattdessen freut sie sich nach dreijähriger Pause über ihr GT3-Comeback auf der Nordschleife. Sie wird im Audi R8 GT3 für Équipe Vitesse starten. „Es war immer mein Ziel, auf die Nordschleife im GT3 zurückzukehren“, sagt Schreiner, die auch den achten und neunten Lauf für Équipe Vitesse fahren wird.
Alexander Kroker aus Zülpich gibt sein SP9-Debüt in der NLS
Ganz heiß ist außerdem Alexander Kroker aus Zülpich, der sein SP9-Debüt gibt. Er fährt mit Pierre Lemmerz für dessen Team SP Racing Cologne und pilotiert wie seine Kollegin aus Euskirchen einen Audi R8 GT3. „Ich freue mich sehr, mein Debüt in der SP9-Klasse in der NLS feiern zu dürfen, und bin Pierre sehr dankbar für die Möglichkeit und das Vertrauen“, sagt Kroker und ergänzt: „Für uns wird es ein reines Testprogramm mit dem GT3 in der AM-Klasse. Wir wollen uns langsam herantasten und stetig steigern, und dann schauen wir mal, wo wir am Ende stehen und wie es nach dem Rennwochenende weitergeht.“ Bislang fahre man zusammen in kleineren Serien wie dem Super Touring & GT Cup oder der GT Summer Series.
Zwar gibt es die ADAC Eifel-Trophy – so der offizielle Name des Laufes – in diesem Jahr zum ersten Mal. Aber den „Vorläufer“, die ADAC Ruhrpott-Trophy, hat im vergangenen Jahr Frank Stippler im Audi R8 LMS GT3 von Juta Racing gewonnen, gleichzeitig hat das Team auch die schnellste Runde hingelegt. Und er kann das sogar verteidigen. Zwar fährt Stippler normalerweise einen Ford Mustang für Haupt Racing (HRT). Doch wegen diverser Umstände hat er die Erlaubnis, an diesem Wochenende wieder in den Audi zu steigen. Das liegt zum einen daran, dass HRT neben der NLS an diesem Wochenende auch bei den GT Masters startet. Zum anderen liegt das an den Totalschäden, die HRT beim 24-Stunden-Rennen und Rennen in Monza und Zandvoort erlitten hat, deren Folge eine Ersatzteilknappheit ist. „Ich habe deshalb ausnahmsweise die Freigabe für den Audi erhalten“, sagt Stippler.
Der Bad Münstereifeler Henry Lindloff hat sich viel vorgenommen: Er will in die Top drei in seiner Klasse fahren. „Ich will gute Fortschritte machen, bessere Zeiten jagen und allgemein ganz viel Spaß haben“, so Lindloff.
Das ist der Zeitplan für den Samstag und das kosten die Tickets
Der Zeitplan am Samstag ist der gleiche wie bei jedem Vier-Stunden-Rennen der NLS. Um 8.30 Uhr beginnt das Qualifying, der Pitwalk um 10.20 Uhr. Die Autos begeben sich um 11 Uhr in die Startaufstellung, Gridwalk ist um 11.10 Uhr. Das Rennen beginnt um 12 Uhr.
Tickets für die Tribünen am Grand-Prix-Kurs und die Zuschauer-Plätze in der Bereichen Brünnchen und Pflanzgarten sind ab 25 Euro zu haben, der Parkplatz kostet noch einmal zehn Euro. Die Tickets beinhalten den Besuch des Fahrerlagers, der Boxengasse und der Startaufstellung. Kinder bis zu 14 Jahren haben freien Eintritt.
Wiskirchen-Brüder starten am Wochenende nicht bei der NLS
Beim 24-Stunden-Rennen waren die Flamersheimer Brüder Moritz und Philip Wiskirchen auf dem Nürburgring unterwegs. An diesem Wochenende sind sie teilweise anderweitig beschäftigt.
Moritz Wiskirchen wird das zweite Rennwochenende in der GT2 European Series bestreiten. „Nach einem Wochenende in Monza, das aufgrund eines Ausfalls nicht ganz so gelaufen ist wie geplant, wollen wir das jetzt in Spa aufholen. Ist ja eine sehr coole Strecke und quasi mein zweites Heimrennen, trotzdem war ich erst einmal da“, sagt Wiskirchen, der für das Team SR Motorsport bei Schnitzelalm einen Mercedes steuern wird.
In Spa kann er für seinen Bruder Philip schon einmal alles vorbereiten, denn der wird am Wochenende darauf, genauer am 26. und 27. Juni, als Gast in der GT4 European Series antreten, die im Rahmenprogramm des 24-Stunden-Rennens auf der belgischen Rennstrecke fährt. „Ich trete mit meinem Teamkollegen Linus Hahne an, der mich auch in der GT4 Germany begleitet. Unser Ziel ist ganz klar die Top zehn“, so Philip Wiskirchen. Außerdem wolle er sein Können in der Rennserie unter Beweis stellen.
