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Rad am RingDas Team Ledschends des Engelgauers Sascha Poth unterstützt Henry und Keks

3 min
6.7.26
Henry mit seinem Vater Thorsten Esser und dem Labrador Keks.

6.7.26 Henry mit seinem Vater Thorsten Esser und dem Labrador Keks.

Bei Rad am Ring fährt das von Sascha Poth aus Nettersheim-Engelgau geleitete Team für einen autistischen Jungen und dessen Therapiehund.

Ein Ferkelchen spielt ebenso eine Rolle wie ein Labrador, ein Fernsehpromi aus dem Kreis Euskirchen und (frühere) Rad-Profis aus aller Welt. Wenn vom 24. bis 26. Juli anstatt hochmotorisierter Autos wieder pfeilschnelle Fahrräder über die Nürburgring-Nordschleife düsen, heißt es wieder „Rad am Ring“.

Seit Jahren mit dabei ist das vom Engelgauer Sascha Poth geführte Team „Ledschends“, bestehend aus noch aktiven und ehemaligen Profi-Radsportlern. Diese nutzen seit 2013 ihre Prominenz, um karitative Projekte zu unterstützen und Geld zu sammeln.

Achtjähriger Henry leidet an Autismus-Spektrum-Störung

Auch für das Jahr 2026 wurde Poth wieder fündig. Diesmal fahren die Ledschends für den achtjährigen Henry aus Alsdorf. Der Autist hat besonders durch Reize und bei Menschenmengen mit Herausforderungen in seinem Alltag und in der Schule zu kämpfen. Er leidet an einer Autismus-Spektrum-Störung. Diese zeigt sich durch sensorische Reizüberflutungen. Henry ist empfindlich bei lauten Geräuschen und ungefilterten Sinneseindrücken, die bei ihm schnell zu Stress und Überforderung führen. Er hat außerdem ein Bedürfnis nach Struktur; Veränderungen in seinem Tagesablauf oder bestimmte Situationen, beispielsweise in der Schule, kosten ihn Kraft. Weitere Hürden sind das Verarbeiten von Sprache und die soziale Interaktion in einer für ihn unvorhersehbaren Umwelt.

Sein Leben erleichtern würde ein Therapie- und Begleithund. Doch dieser ist teuer. Allein die Ausbildung kostet rund 25.000 Euro. Eine Summe, die die Familie, zu der neben den Eltern und Henry auch dessen Schwester gehört, nicht stemmen kann.

Allein die Ausbildung von Labrador Keks kostet 25.000 Euro

Einen Hund gibt es sogar schon: „Keks“ heißt er, ein speziell gezüchteter Labrador, der erst wenige Wochen alt ist. Dieser würde in einer Hundeschule ausgebildet und mit Henrys Vater Thorsten vorbereitet. Keks würde laut Sascha Poth als „tierischer Freund und Anker“ dienen, um Henry mehr Freiheit und Sicherheit zu ermöglichen. Für Hundeliebhaber Poth war klar: Hier wollen die Ledschends helfen. „Wir haben auch schon öfter im Bereich Autismus unterstützt“, sagt der Engelgauer.

Die Ledschends sind diesmal auch nicht allein, denn es gibt noch einen weiteren prominenten Unterstützer: Waldi Lehnertz, besser bekannt als „80-Euro-Waldi“ aus der ZDF-Sendung „Bares für Rares“. Der in Krekel lebende Inhaber eines Antiquitätengeschäfts hat die Spendenaktion „Ferkelchen“ ins Leben gerufen, mit der er eine halbe Million Euro sammeln will. Der Erlös geht zu jeweils 50 Prozent an die RTL-Spendenaktion „Wir helfen Kindern“ sowie an die Biker & Triker Freunde ohne Grenzen in Selfkant (BTFoG).

80-Euro-Waldi will mit seinem Ferkelchen 500.000 Euro sammeln

Waldis „Ferkelchen“ wurde unter anderem von Udo Lindenberg, Otto Waalkes, Jörg Knör und Waldi selbst verziert. Die Sau geht nun auf einem Anhänger auf Reisen durch Deutschland – und darüber hinaus. So war das Ferkelchen auch schon im Vatikan. „Wir sind gerade in Gesprächen, dass Waldi mit dem Ferkelchen auch zum Nürburgring kommt“, sagt Poth.

Die Ledschends-Fahrer in diesem Jahr kommen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Südafrika, den Niederlanden und Neuseeland. Bekannteste Gesichter sind wohl der mehrfache Welt- und Europameister Roger Kluge, Tour-de-France-Mannschaftssieger Christian Knees, der amtierende Weltmeister in der Bahnradsportdisziplin Scratch Moritz Augenstein, Ex-Profi René Haselbacher mit seinem RH77-Ledschends-Achter-Team und der frühere Schweizer Radsportler des Jahres Oliver Zaugg.

Die Ledschends sind wieder multikulti und inklusiv

Weitere Starter sind Miguel Heidemann, Michael Vink und Simon Schneller. „Wir stehen für Multikulti und fahren inklusiv“, so Sascha Poth. „Roger und Moritz waren gemeinsam auf der Bahn erfolgreich und tauschen jetzt auf der Strecke den Staffelstab“, freut er sich.

Die Ledschends wollen so viel Geld beisteuern, wie es möglich ist. Wer das Team um Sascha Poth und damit die Familie von Henry unterstützen möchte, kann das per Paypal-Überweisung tun.