Nach dem Unfall eines Lkw-Anhängers schlug die Feuerwehr Asbeststäube mit Wasser nieder, um den sich stauenden Verkehr von der Autobahn bringen zu können.
AsbeststäubeNach Lkw-Unfall war Autobahn 1 bei Nettersheim viele Stunden komplett gesperrt

Feuerwehrleute in Schutzanzügen und Mitarbeiter eines Bergungsunternehmens räumten die Asbestplatten von der Fahrbahn und vom umgestürzten Anhänger.
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Nach einem Gefahrgutunfall musste die Autobahn 1 am Dienstagmorgen zwischen den Anschlussstellen Nettersheim und Mechernich in beiden Fahrtrichtungen bis etwa 17 Uhr am Nachmittag voll gesperrt werden.
Die Polizei lenkte den Verkehr von der Autobahn auf örtliche Umgehungsstraßen, die dadurch an neuralgischen Punkten, etwa in der engen Ortsdurchfahrt in Marmagen, zeitweise vor allem durch den Schwerlastverkehr stark belastet wurden. Das Problem verschärfte sich, als dann auch noch nach einem weiteren Lkw-Unfall die L115 in Eiserfey gesperrt werden musste.
Gegen 8.40 Uhr hatte ein Lastwagen mit Anhänger die Autobahn in Fahrtrichtung Köln befahren. Die Ladung bestand aus Asbestplatten von einem Schuppen. Losgefahren war der 33-jährige Dahlemer mit dem Lkw in Blankenheim. Die Asbestplatten, die zu einer Firma in Erftstadt- Erp gebracht werden sollten, waren nach ersten Erkenntnissen ordnungsgemäß in speziellen Schwerlastsäcken verpackt und gesichert.
Asbeststaub legte sich in beiden Fahrtrichtungen über die Fahrbahn
Kurz hinter der Auffahrt Nettersheim in Fahrtrichtung Köln geriet der Anhänger aus ungeklärter Ursache offenbar ins Schleudern und kippte um. Der Lastwagen selbst blieb auf den Rädern stehen, weshalb der 33-Jährige unverletzt blieb. Die Ladung des Anhängers verteilte sich aber auf der Autobahn. Die Säcke rissen, die Platten stürzten auf die Fahrbahn. Und der Asbeststaub legte sich in beiden Fahrtrichtungen über die Fahrspuren.
Von der Kerpener Station der Autobahnpolizei Köln aus machten sich fünf Streifenwagen auf den Weg zur Unfallstelle. Die Polizei sperrte die Autobahn 1 in beide Fahrtrichtungen.

Einsatzleiter Sven George (mit gelber Weste) besprach mit seinen Feuerwehrkameraden die getroffenen Maßnahmen.
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Das Deutsche Rote Kreuz errichtete ein Zelt und versorgte die Einsatzkräfte.
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Um 9.13 Uhr wurden die Löschgruppe Zingsheim und der B-Dienst der Feuerwehr Nettersheim alarmiert. Nach ersten Erkundungen wurde aus dem Geschehen wegen der Asbestladung ein Gefahrguteinsatz. Daher wurden die Löschgruppen Marmagen mit dem Gerätewagen Dekon P (Dekontamination Personen) und Engelgau sowie der Einsatzleitwagen der Feuerwehr Nettersheim nachalarmiert.
Rund 30 Einsatzkräfte waren unter der Leitung von Sven George, dem stellvertretenden Nettersheimer Feuerwehrchef, im Einsatz. Dazu gehörte auch eine Versorgungseinheit des Deutschen Roten Kreuzes.
Die Autobahnpolizei leitete die im Stau stehenden Fahrzeuge ab
Die Autobahnpolizei sah sich der Aufgabe gegenüber, die Autobahn zu leeren, ohne dass Insassen durch den Asbeststaub gefährdet wurden. Zunächst leitete die Polizei die Verkehrsteilnehmer, die von Blankenheim kommend im Stau standen, die Ausfahrt Nettersheim hinunter.

Auf den Umgehungsstrecken, hier die L115 an der Autobahnabfahrt bei Zingsheim, kam es teils zu erheblichen Verkehrsbelastungen.
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Aus Fahrtrichtung Euskirchen war zwischenzeitlich aber ein 20 Kilometer langer Stau entstanden. Die Gegenfahrbahn wurde nun von der Feuerwehr mit Wasser benetzt, damit der Asbeststaub auf dem Belag gebunden wurde. Mit geschlossenenFenstern sowie abgeschalteter Lüftung und Klimaanlage durften dann die Autos, die zwischen Mechernich und der Unfallstelle standen, langsam durch die Gefahrenstelle rollen. Schließlich war der gesperrte Autobahnabschnitt zwischen Nettersheim und Mechernich frei von Verkehrsteilnehmern.
Daher konnten sich Feuerwehr und das Bergeunternehmen Kurth daran machen, die Asbestplatten auf einen anderen Lastwagen zu laden und den Anhänger auf dieRäder zu stellen. Einsatzkräfte direkt im Bereich der Unfallstelle trugen dazu Körperschutz und FFP2-Masken.
Wie die Polizei mitteilte, ereigneten sich keine besonderen Vorkommnisse im Stau. Lediglich eine Autofahrerin sorgte sich darum, zu spät zum Flughafen zu gelangen und ihren Flieger zu verpassen.
Auf einer der stark belasteten Ausweichsstrecken ereignete sich allerdings ein weiterer Unfall mit einem Lastwagen. Wie die Polizei bestätigte, fuhr auf der Ecke Am Weinberg/Hauserbachstraße in Eiserfey ein Lastwagen gegen eine Hauswand. Verletzt wurde niemand. Allerdings bestand nun keine Möglichkeit mehr, die Strecke zwischen Weyer und Breitenbenden parallel der Autobahn zu befahren. Die Polizei verwehrte den Verkehrsteilnehmern, von der Abfahrt Nettersheim nach rechts auf die L115 zu fahren.
