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Zülpicher Heavy Metal, nur manchmal mit verstimmter Gitarre

7 min
Valdon Halimi steht nach einem Schuss in der Luft. Ein ETSC-Spieler schaut zu.

Der Fußball im Kreis Euskirchen sieht manchmal auch spektakulär aus, wie hier der Schuss von Valdon Halimi von Inter Euskirchen.

Die Lokalsportredakteure widmen sich augenzwinkernd wieder den wichtigen Dingen des Lebens auf Sportplätzen und in Turnhallen.

Zülpich wird in der Mittelrheinliga einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.

Tom: 15 Heimspiele, 15 Heimsiege: Mit 45 Punkten wäre man in der vergangenen Saison auf dem zehnten Tabellenplatz gelandet. Mit 46 sogar auf dem Achten. Da Zülpich bereits einen Auswärtszähler hat, läuft alles auf mindestens genau diese Summe hinaus. Und darauf, dass der TuS jedes Heimspiel gewinnt, daran dürfte nun nach zwei Heimpartien keiner mehr zweifeln.

Spaß beiseite – oder beisaite. Zülpich ruft vor allem in Heimspielen wieder den bekannten Heavy-Metal-Fußball ab. Auswärts war in Lindenthal unplugged angesagt. Das Spiel machte deutlich, dass als Aufsteiger keine Saite verstimmt sein darf, wenn man im Konzert der Großen mitspielen möchte. Tritt der TuS aber als geschlossene Band auf, wird der Klassenerhalt klappen, wenn auch nicht mit einem einstelligen Tabellenplatz.

Thomas: Zülpich erinnert mich im Moment ein wenig an den legendären Nirvana-Auftritt, bei dem Bassist Krist Novoselic sein Instrument in die Luft warf, das ihn dann am Kopf traf und ausknockte. Das ist alles spektakulär, so wie man es seit dem Antritt von Trainer David Sasse gewohnt ist. Nur geht es manchmal eben auch nach hinten los. Das kann passieren, besonders in der Mittelrheinliga, und ist auch nicht weiter schlimm, solange sich gute und schlechte Auftritte mindestens die Waage halten und man nicht Angst haben muss, weil eben überwiegend eine Dissonanz auf dem Platz vorhanden ist.

Als Bandleader ist natürlich auch David Sasse gefragt, dem es mehr denn je gelingen muss, alle Musiker bei Laune zu halten. Denn nur wenn alle zusammenhalten, kann das auch wirklich funktionieren. Ansonsten gibt es Missstimmungen wie in den Hochzeiten von Oasis, Guns N’Roses oder – um auch mal den Rock-Bereich zu verlassen – Modern Talking.

Hoffnung für Erft, Bessenich, Dahlem-Schmidtheim und Zülpich II

Alle vier Teams aus dem Kreis werden in der Bezirksliga die Klasse halten.

Tom: Ich lege mich fest: ein klares Ja! Die SG Dahlem-Schmidtheim wird es unheimlich schwer haben, aber das Team hat sich weiterentwickelt und wird aus Niederlagen die richtigen Schlüsse ziehen. Am Ende wird es knapp für den Klassenverbleib reichen. Auch die JSG Erft 01 und Bessenich werden ihre Punkte holen. Zumal sich die JSG mit dem Auel auf ein echtes Schmuckkästchen freuen darf. Auf dem neuen Areal in Euskirchen darf einfach nicht im ersten Jahr abgestiegen werden.

Und Bessenich ist einfach zu gut, um nicht den Klassenerhalt zu schaffen. Das Team von Can Celik und Thorsten Lewin wirkt an den ersten Spieltagen zu gefestigt, um nicht kontinuierlich zu punkten. Vielleicht wird nicht der hochwertigste Fußball gespielt, aber es wird Fußball gearbeitet. Und das ist viel wert, wenn man möglichst schnell möglichst viele Punkte holen will, um nichts mit dem Abstiegskampf zu haben zu wollen.

Tom Steinicke

Tom Steinicke

ist in der Redaktion Euskirchen für den Kreis zuständig. Zudem unterstützt er den Lokalsport, ist auf der ständigen Jagd nach Geschichten sowie als Polizeireporter unterwegs. Das Volontariat hat er in...

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Die Reserve des TuS Zülpich hat an den vergangenen beiden Spieltagen viel Lehrgeld bezahlt. Daran wird die Mannschaft – und auch das Trainerteam – wachsen. Das Team ist so gut besetzt, hat eine tolle Mischung aus erfahrenen Kickern und Talenten, da würde mich ein Abstieg schon sehr wundern.

Thomas: Ich bin nicht ganz so optimistisch, würde es den vier Teams aus den unterschiedlichsten Gründen aber wünschen und hoffe einfach mal, dass alle den Klassenerhalt schaffen. Aber ich rechne in fast allen Fällen damit, dass es bis lange hinein in die Rückrunde offen sein wird.

Zuerst mal, weil ich die Trainer Christian Hammes, Christopher Kockerols und Can Celik, die alle ihre eigene Art haben, wirklich mag (Marius Schinke mag mir verzeihen, aber ihn habe ich einfach nicht mehr persönlich kennengelernt, um mir ein Urteil bilden zu können, auf meine Nachrichten hat er aber immer ganz wunderbar reagiert).

Aber auch die Mannschaften sind alle besonders: Dahlem und die JSG Erft unterscheiden sich vom Konzept ja kaum, da sind einfach Spieler seit der Jugend zusammen, kennen sich, sind zusammen auf- und ab- und wieder aufgestiegen, wobei Dahlem immer ein bisschen geerdeter rüberkommt und die JSG etwas laptop-mäßiger. Bessenich hat da einen ganz anderen Anspruch und ist eine interessante Multikultitruppe, die sich aber vermutlich in naher Zukunft auf eine Zeit ohne die „Alten“ Siggi Kunst, Moritz Hartmann und Saky Noutsos einstellen muss und vor einem Umbruch steht. Und dann ist da mit Zülpich II eine Reserve, die aus vielen verdienten TuS-Recken besteht und immer wieder auch Auffangbecken für Spieler aus der Mittelrheinligatruppe ist, die sich rankämpfen wollen.

Der SSV Weilerswist ist einer der Aufstiegsfavoriten

Die Kreisliga A ist ausgeglichener, als sie derzeit aussieht.

Tom: Mit dem SV Sötenich und der SG FlaKi haben zwei Teams die perfekte Punktausbeute. Auf der anderen Seite warten die TuS Mechernich, der SSV Golbach und der Aufsteiger aus Bürvenich/Schwerfen/Sinzenich noch auf den ersten Punkt der Saison. Deshalb aber von einer Zweiklassengesellschaft zu sprechen, finde ich falsch. Über die Saison wird sich wieder zeigen, dass jeder jeden schlagen kann. Aber es ist schon jetzt klar, dass der Aufstieg nur über Sötenich und den SSV Weilerswist gehen wird. Der SSV hat zehn Zähler auf dem Konto. Die SG FlaKi darf aufgrund der Vereinsstrukturen nicht in die Bezirksliga aufsteigen, daher rechne ich sie hier erst gar nicht ein.

Aber es macht auch einfach Spaß, die anderen Kreisligen aus der Ferne zu beobachten. Und ich habe so das Gefühl, dass man mich in den kommenden Wochen und Monaten auf dem einen oder anderen Sportplatz antreffen wird – weil es einfach Fußballromantik pur ist.

Thomas: Wenn es mir möglich ist, komme ich einfach mit, Tom. Nur damit ich dann wieder den Satz „Solche Geschichten schreibt nur der Fußball“ zu hören bekomme. Und vielleicht können wir eine Cherry Coke reinschleusen so wie andere Pyrotechnik und stoßen dann auf das Leben und den Fußball an.

Was die Kreisliga A angeht, stimme ich dir zu: Weilerswist will den Aufstieg und unterstreicht das in den bisherigen Ergebnissen, war aber eben auch nicht unfehlbar. Sötenich überrascht mich ein wenig, aber ich finde das tatsächlich gut, dass sie mit dem Konzept, auf Eigengewächse zu setzen und dem Nachwuchs eine Chance zu geben, offenbar Erfolg haben.

Thomas Schmitz

Thomas Schmitz

Lokalsportkoordinator in der Redaktion Euskirchen. Außerdem kümmert er sich um die Stadt Bad Münstereifel. Er war von Herbst 2004 bis Mitte 2014 bereits in der Euskirchener Redaktion als Digitaljourna...

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Und auch für die Teams unten ist ja noch fast eine ganze Saison übrig, um raus aus der Abstiegszone zu kommen. So wird Golbach, wenn die Offensivpower mal angelaufen ist, mit Sicherheit noch Punkte holen. Gespannt bin ich ein wenig auf Mechernich. Dass es schwer werden würde, hatte Trainer Mirco Mertens ja schon in der Saisonvorschau angekündigt.

Was für mich als Außenstehenden immer etwas seltsam anmutet, ist: Da hat die TuS offenbar mit Fabrice Stallzus jemanden im Verein, der in der Kreisliga B Spiele entscheiden kann, der aber offenbar in der ersten Mannschaft nicht auflaufen will oder sich eben bewusst für die Reserve entschieden hat. Muss natürlich jeder selber wissen, aber meiner Meinung nach gehören die besten Spieler eines Vereins in die erste Mannschaft.

Der TV Palmersheim und seine Aufstiegsambitionen

Der TV Palmersheim wird ein Wort um den Aufstieg in die Regionalliga mitreden.

Tom: Für den Handball wäre das eine tolle Sache. Der TVP leistet seit Jahren starke Arbeit, zeigt, wie man unaufgeregt einen Trainerwechsel hinbekommt, neue Spieler integriert, sich eine Fanbasis aufbaut, die weit über die Grenzen Palmersheims bekannt ist. Nun scheinen auch die Transfers (wieder einmal) einzuschlagen und machen einen Leistungsträger wie Rene Lönenbach fast schon vergessen. Gar nicht auszudenken, zu was die Mannschaft in der Lage ist, wenn sie denn dann mal komplett auf der Platte steht. Und da jetzt die kalte Jahreszeit kommt: Ein Besuch bei einem TVP-Heimspiel sollte auf jeder To-do-Liste eines jeden Lokalsportfans stehen.

Thomas: Na toll, was soll ich denn jetzt noch schreiben? Denn ich habe eigentlich exakt die gleiche Meinung: Bisher scheinen die drei Neuzugänge Volltreffer zu sein und vielleicht genau die Lücken zu schließen, die geschlossen werden mussten. Und dabei haben die drei absoluten Topspieler des Vereins – René Lönenbach, Marius Schmitz und Neuzugang Simon Schlößer – noch nicht einmal zusammen auf der Platte stehen können. Was nun vermutlich noch passieren muss, ist die Abnabelung von Trainer Marco Mayer von seinem Vorgänger Peter Trimborn. Aber ich habe das Gefühl, dass man auch da auf dem besten Wege ist. Einen Regionalligisten TV Palmersheim würde ich auf jeden Fall sehr begrüßen.