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BrauchtumIn Hellenthal sind strikte Regeln für die Maifeuer geplant

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Ein Feuer brennt auf einem Platz in Reifferscheid.

Ein Regelwerk für die Maifeuer, hier das diesjährige in Reifferscheid, ist in der Gemeinde Hellenthal in der Mache. 

In Hellenthal ist eine Debatte für ein Sicherheitskonzept in Sachen Maifeuer entbrannt. Der erste Entwurf ist durchgefallen.

Gar nicht gut kam ein Entwurf an, mit dem sich die Politiker im Ausschuss für Gemeindeentwicklung befassen sollten: Künftig sollten doch Sicherheitskonzepte für die Maifeuer in der Gemeinde Hellenthal erstellt werden. Und was da alles fein säuberlich geregelt werden sollte, ist schon beachtlich. Man muss kein Prophet sein: Das hätte bei den Maigesellschaften mindestens für Unmut gesorgt.

Die Politiker kamen zunächst mal zu dem Schluss, dass einzelne Punkte durchaus akzeptiert werden könnten – doch der gesamte Katalog sei viel zu umfangreich. Also wurde die Angelegenheit erst einmal auf Vorschlag von Sebastian Krause (CDU) in die Runde der Fraktionschefs vertagt, wo sie noch einmal beraten werden soll – unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Anlass war der Brand eines Buswartehäuschens

Der Anlass, ein Konzept für die Sicherheit von Maifeuern auszuarbeiten, sei der Brand des Buswartehäuschens in Oberreifferscheid gewesen, berichtete der Leiter des Ordnungsamtes der Gemeinde, Michael Huppertz. Entstanden sei der Brand offenbar durch Funkenflug aus den Überresten des Maifeuers in den frühen Morgenstunden des 1. Mai. Dabei seien auch das Bürgerhaus, eine Scheune sowie ein Defibrillator beschädigt worden, listet der Polizeibericht auf und nennt einen Schaden im unteren fünfstelligen Euro-Bereich.

Grund genug für die Verwaltung, ein umfassendes Regelwerk vorzuschlagen. Unter anderem sollen eine verantwortliche Person benannt und der Ort des Feuers genau festgelegt werden. Die Größe des Feuers soll dadurch limitiert werden, dass nur drei Kubikmeter Holz gelagert werden dürften. Verlassen werden darf der Platz erst, wenn Feuer und Glut komplett gelöscht sind. Und der Maibaum darf maximal zwölf Meter hoch sein.

Werden Treffen vor und nach der Mainacht verboten?

Wirklich einschneidend dürfte in den meisten Orten das Verbot von Treffen vor und nach der Mainacht am Feuer sein. Bislang ist es Usus bei den Jugendlichen, dass ab einer Woche vor der eigentlichen Mainacht der Ort des Feuers allabendlicher Treffpunkt ist: Die Feier wird vorbereitet, das Holz gestapelt, das eine oder Kaltgetränk zu sich genommen und Musik gehört.

Was nicht bei allen Anwohnern gut ankommt, wie auch Simon Neuß berichtete. Er gehört zu den Schlempmänn, der Hellenthaler Dorfjugend, die die Maifeier am Stocko-Kreisel ausrichtet. Die meisten Nachbarn haben keine Probleme, doch es gebe immer welche, die sich bei der Gemeinde beschweren.

„In diesem Jahr war die Polizei nicht bei uns“, berichtete er. Die Auflagen der Gemeinde seien ohnehin immer höhere. „Wir haben zehn Tonnen Lava als Unterlage unter das Feuer gemacht“, so Neuß. Auch habe man viel Aufwand getrieben, um ein Fest für das Dorf zu veranstalten: „Die Resonanz war von allen positiv.“ Doch wenn es noch mehr Vorschriften gebe, sei es für sie als Jugendliche irgendwann nicht mehr leistbar.

CDU wendet sich entschieden gegen den Vorschlag der Verwaltung

Im Ausschuss wandte sich nicht nur Sebastian Krause (CDU) entschieden gegen die Planung der Verwaltung: „Diesen Katalog werden wir nicht mitmachen.“ Er könne verstehen, dass gewisse Sachen eingegrenzt werden müssten, da teilweise exzessiv im Vorfeld gefeiert werde. Doch es handele sich auch immer noch um Brauchtum – und da müssten gewisse Sachen akzeptiert werden. Diese Fesselung finde er zu extrem. Er sieht die Fraktionschefs am Zug zu beraten, womit die Verwaltung einverstanden sei und womit die Vereine leben könnten.

Auch Petra Manfrahs (SPD) und Roland Kaul (SPD) äußerten Kritik an der Verwaltungsvorlage. „Das fängt schon damit an, dass die Feier nur am eigentlichen Tag möglich sein soll“, sagte Kaul. Es sei mindestens ein Tag Vorlauf notwendig, um die Feier vorzubereiten.

Gemeindeverwaltung: Vorlage soll ein Denkanstoß sein

Die Feiern seien teilweise Tage vorher, weswegen die Gemeinde Beschwerden erreichen, so Bürgermeister Martin Berners. Auch gebe es mittlerweile Aufbauten, wo man sich frage, wer für die Verkehrssicherheit zuständig sei. So habe zum Beispiel in Hellenthal Holz wie Kraut und Rüben gelegen, wo die Kinder ihren Schulweg haben. Auch, so Berners, hätten Bierflaschen herumgestanden.

Die Vorlage solle ein Denkanstoß sein, um einen gewissen Rahmen zu entwickeln. Als er als junger Mann mitgefeiert habe, habe man sich einen Samstag vorher zum Holzsammeln getroffen und am Vorabend der Maifeier. Mittlerweile werde teils Urlaub genommen, um exzessiv zu feiern.

Allerdings habe es früher Probleme mit Schlägereien gegeben, die mittlerweile nicht mehr vorkommen. Auch seien die Plätze zügig aufgeräumt. Es müssten beide Seiten gesehen werden, die der Feiernden und die der Anwohner. Er regte an, in den Fällen, wo Probleme bekannt seien, die Beteiligten ins Rathaus einzuladen und das Gespräch zu suchen.