An der einen Stelle fehlt das Pflaster, woanders ist der Schotter nur nur provisorisch eingebaut. In Kall-Wahlen gibt es Kritik am Glasfaserausbau.
Kritik an GlasfaserausbauWahlener sind verärgert wegen Löchern auf den Gehwegen

Abgesperrte Bereiche auf Gehwegen und andere Mängel gibt es in Wahlen an mehreren Stellen.
Copyright: Wolfgang Kirfel
Es gibt mal wieder Ärger wegen des Glasfaserausbaus in der Gemeinde Kall. Diesmal regt sich der Unmut in Wahlen. „Seit rund zwei Jahren wird gebaut, aber immer gibt es noch zahlreiche Baustellen“, kritisiert Hans Kirfel aus Wahlen. Er habe sich schon bei allen möglichen Stellen beschwert, aber es gehe trotzdem nicht weiter.
Seit 2024 laufen die Arbeiten im Kaller Gemeindegebiet. Die Westconnect GmbH aus Essen, ein Tochterunternehmen der E.ON, hatte den Glasfaserausbau in Teilen des Gemeindegebietes in Auftrag gegeben. An vielen Stellen wurden die Straßen und Gehwege aufgerissen. Doch bis heute wurden zahlreiche Bereiche nicht wieder hergerichtet. „An mehreren Stellen sind Bürgersteige noch geöffnet und die Bereiche mit Warnbaken abgesperrt“, sagte Kirfel. Zudem gibt es mehrere Plätze, wo das Pflaster fehle und provisorisch nur Schotter eingebaut wurde. Ein Beispiel dafür ist die Hofeinfahrt von Kirfel. Die Pflastersteine, die auf ihren Einbau warten, liegen bei ihm im Hof.
Er habe darüber auch schon mit einem Mitarbeiter der Gemeinde Kall gesprochen. Der habe ihm einen Ansprechpartner bei E.ON genannt. „Der hat mir dann gesagt, dass eine neue Firma mit den Arbeiten beauftragt worden sei und es nun vorangehe.“
Einige Hausanschlüsse müssen noch verlegt werden
„Wir haben viele Kinder und vor allem auch Erstklässler, die zur Schule gehen. Die müssen jetzt wegen der Baustellen auf den Gehwegen öfter die Straßenseite wechseln“, warnt der Wahlener vor Gefahren für die Schüler. Aktuell habe er den Eindruck, dass die Arbeiten nicht fortgeführt werden.
„In Wahlen gab es wie in Kall zahlreiche Beschwerden“, erklärte Markus Auel, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. „Straßen werden aufgerissen, Verkehrswege eingeschränkt und Anwohnerinnen und Anwohner teilweise über längere Zeit unnötig belastet.“ Aktuell sei die Firma noch dabei, bereits festgestellte Mängel zu beheben.
Seitdem ein anderes Unternehmen die Arbeiten übernommen habe, laufe es insgesamt besser. In Wahlen müssen laut Auel noch einige Hausanschlüsse verlegt werden. Die Baufirma habe mitgeteilt, dass die Arbeiten in Kall und in Wahlen bis Ende Oktober abgeschlossen sein sollen. Danach werde es eine Abnahme durch Mitarbeiter der Gemeinde geben. Wahlen sei auch bereits an eine Glasfasertrasse angebunden. Deshalb könnten die Wahlener ihre Anschlüsse voraussichtlich auch zügig nutzen.
Ausbau muss besser geplant und kommuniziert werden
Eine flächendeckende und leistungsfähige Breitbandversorgung stärke den Wirtschaftsstandort, verbessere die Lebensqualität und schaffe die Grundlage für moderne Arbeits- und Bildungsangebote. Der Ausbau müsse zukünftig aber besser geplant, koordiniert und kommuniziert werden.
„Die Menschen in Kall haben Verständnis für notwendige Baumaßnahmen, erwarten aber zu Recht, dass der Ausbau konsequent, nachhaltig und zukunftsorientiert vorangetrieben wird und die Belastungen so gering wie möglich gehalten werden.“ Die Gemeinde sei aber nicht der Auftraggeber und könne nur mit den Unternehmen sprechen.
Auch im Zentralort hatte es massive Beschwerden wegen Stolperfallen mit scharfen Kanten, nicht zugemachten Gräben und schlechten Beschilderungen der Baustellen gegeben. Daraufhin hatte die Gemeinde mit E.ON vereinbart, dass erst einmal keine weiteren Gräben aufgerissen werden, bis vorhandene Mängel abgearbeitet worden sind. Doch auch das war nur bedingt erfolgreich. Zudem hatte die Gemeinde wegen der Probleme einen ehemaligen Mitarbeiter des Bauhofs als geringfügig Beschäftigten eingestellt. Er soll die Bauausführung in den Orten kontrollieren.
Im September vergangenen Jahres ging die Posse weiter. Die beauftragte Baufirma musste Insolvenz anmelden und ein anderes Unternehmen die Arbeiten übernehmen.
