Herrlich jeck: Hier fassen wir die Highlights aus dem Straßenkarneval der Gemeinde Kall zusammen. Zum Abschluss: Der Zoch in Scheven.
Karneval 2026So raderdoll ist die Gemeinde Kall – Scheven ist tierisch jeck

Kleine und große Piraten hatten den Schevener Zug geentert und verteilten Kamelle.
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An den Karnevalstagen finden Sie hier die schönsten Bilder aus dem Gemeindegebiet Kall.
In Scheven gab es einen Zoo mit exotischen Tieren
Die ein oder andere Schneeregenschauer konnte die Jecken beim Schevener Zug nicht aufhalten. Dem schlechten Wetter wurde getrotzt, bis dann wieder die Sonne hervorkam.
Einen fahrbaren Märchenwald hatten die Fußballer des FC Scheven mitgebracht. „Der FC Scheven ist im Märchen mit dabei“ lautete ihr Motto. „Tierisch jeck“ war die Gruppe um Fabian Kloster, die sich als exotische Tiere verkleidet hatten und den dazugehörigen Zoo auf einen Anhänger gepackt hatten.
Das Sötenicher Dreigestirn mit Jungfrau Adrien I., Prinz Timo II. und Bauer Bene I. teilte sich einen Wagen mit dem Kinderprinzenpaar John I. und Mila I. Kleine, und große Piraten der Gruppe von Claudia Bergheim enterten den Zug.
Die Kaller Musikkapelle sorgte für Stimmung im Zoch
Für Stimmung im Zug sorgte anschließend die Kaller Musikkapelle, ehe das kleine Prinzenpaar aus Kall mit Prinz Lukas III. und Prinzessin Emma I. mit den Jecken feierte. Weiter ging es mit Prinzessin Emily I., die strahlte und den Umzug sichtlich genoss. Die Mitglieder der KG Feytaler Jecken verteilten Vitamine. Das Obst wurde mit kleinen Keschern unter die Leute gebracht.
Die Keldenicher Karnevalsmäuse, die Tanzgarden der Schevener KG und die Mädchen der Showtanzgruppe Fusion verteilten fleißig Kamelle. Viel Qualm gab es von den Wagen des Keldenicher Racing-Teams und der Formel-1-Crew um Alexander Schmitz.
Sistig stellt einen rekordverdächtigen Zoch auf die Beine
Vom neuen Zoch-Termin in Sötenich profitierte in diesem Jahr auch der Rosenmontagszug des Kinderkarnevalsvereins Sistig: Weil die Schlipse diesmal nicht zeitgleich bei ihrem eigenen Umzug unterwegs waren, konnten sie Rosenmontag mit den Kollegen in Sistig feiern. „Allein das hat uns drei zusätzliche Gruppen eingebracht“, freute sich Zugleiterin Ayleen Linden. Aber auch sonst war die Nachfrage nach Startplätzen beachtlich. „Insgesamt sind es diesmal 19 Gruppen – so viele Teilnehmer hatten wir schon lange nicht mehr, habe ich mir sagen lassen“, so die junge Zoch-Verantwortliche.
Um den karnevalistischen Nachwuchs muss man sich in Sistig offenbar wenig Sorgen machen, denn auch diesmal stellte der Jugendclub, der mit einem eigenen Feuerwehrauto als „Löschclub“ unterwegs war, die größte Gruppe im Zug. Die 54 Mitglieder haben sich im Vorfeld für das Motto entschieden und die überdimensionale Drehleiter – wenn auch nur mit aufgemaltem Leiterpark – gebaut.
Noch jünger waren im Durchschnitt die Sistiger Bambinis: Die Kindergartenkinder, die sich bei ihrer zweiten Zugteilnahme als „Tiere des Waldes“ kostümiert hatten, wurden auf ihrem Wagen von reichlich Fachpersonal begleitet: Die Eltern waren als Wildhüter und Ranger mit von der Partie.
Die Tanzgruppe der „Uschis“ hat im Gegensatz dazu schon eine langjährige Erfahrung – sowohl auf den Bühnen in der Region, als auch im heimischen Rosenmontagszug. Die etwa zehn Tänzerinnen hatten sich in diesem Jahr ihren großen Auftritt als Zirkus-Stars verschafft, wobei sie von einer unbestimmten Anzahl an Partnern und Kindern begleitet wurden.
Eine feste Größe im Sistiger Zoch sind auch die Jecken aus der Schergasse – obwohl sie meisten Gruppenmitglieder dort gar nicht mehr Zuhause sind. Als farbenfrohe Gärtnerinnen verbreiteten sie trotz Schneeregen in Sistig einen Hauch von Frühling.
Vom Sessionshit 2026 hatte sich die Dorfgemeinschaft Frohnrath für ihr Motto beim Rosenmontagszug inspirieren lassen: Die „Karnevalsmaus“ lief bei der Gruppe aus dem kleinen Sistiger Nachbarort in Dauerschleife. Und ganz zum Schluss des rekordverdächtigen Zuges nahmen die beiden Sistiger Dreigestirne die Ovationen ihrer närrischen Untertanen entgegen: Prinz Trixi (Caputo), Bauer Diana (Pärschke) und Jungfrau Liane (Wisskirchen) sowie das Kinder-Dreigestirn mit Prinz Fabian (Becker), Bauer Damian (Klinkhammer) und Jungfrau David (Becker) ließen sich auch von den zwischenzeitlichen Schneeschauern nicht vom Feiern abhalten.
Stockenten und Karnevalsmäuse fühlen sich in Keldenich pudelwohl
Auch die gelegentlichen Schneeschauer konnten die Jecken am und im Keldenicher Zoch nicht aufhalten. Gleich zum Auftakt sorgten die Karnevalsmäuse für gute Laune. Die Gruppe um Sarah Koller war mit einem Wagen und einer Fußgruppe dabei.
Die Wiever der Stockenten waren als Glücksbringer gekommen. Allerhand Hochprozentiges für die Besucher hatten die Mitglieder der Senioren-WG in einem kleinen Wagen dabei. Außerdem verteilte die Gruppe um Ben Becker Süßigkeiten an die Besucher am Straßenrand.
Im „Zirkus RonKathi“ von Markus Conraths waren Clowns und wilde Tiere zu sehen, die Karneval feierten. Bei der Fußgruppe von Anna Ferfer war „De janze Stall op Jück“. Die Hühner liefen um ihren kleinen Wagen herum und warfen Kamelle und Süßes. Dazu passte die Gruppe von jecken Hühnern, die am Straßenrand ihren Spaß hatten.
„Studieren kann jeder! Bergmann werden nur die Besten“ meinten die „Coal Miners“ aus Sötenich, die als Minenarbeiter nicht zu übersehen waren. Die Keldenicher Jugend war mit ihrem Racing-Team-Wagen gestartet. Die Fahrer hatten passende Rennanzüge an. Die Mädels der Tanzgruppen der Schevener KG tanzten sich warm und präsentierten sich in Feierlaune.
Auch waren die Löstige Bröder aus Kall mit ihren Wagen den Berg raufgekommen. Die Prinzengarde hatte auch den Nachwuchs mit dabei auf dem großen Wagen. Kamelle ließ dann das Kinderprinzenpaar Lukas III. und Emma I. auf die Besucher regnen. Prinzessin Emily I. und ihr Gefolge standen dem nicht nach und verteilten nicht nur gute Laune, sondern auch allerhand Süßigkeiten.
Die „Kallida“ fliegt zurück zur Basis Bürgerhalle in Kall
Ein bunter und lauter Umzug mit 23 Wagen und Fußgruppen machte sich am Sonntag auf den Zugweg, der wegen der Sperrung der Hindenburgstraße durch den Weiherbenden führte und deshalb kürzer ausfiel als in anderen Jahren. Ihren Spaß hatte die Gruppe der Lebenshilfe Kall, die als Pumuckl und Meister Eder Süßigkeiten verteilten. „8 Cafés im Dorf, unser Traum wird wahr, ganz Kall ist eine Candy Bar“ – das meinte die Gruppe um Nicole Bartoly mit einem Augenzwinkern. Verkleidet waren sie als Süßigkeiten von M&M bis Tic Tac.
Hans Lambert war mit den Wilden Kallern und dem Raumschiff „Kallida“ zurück zur Basis Bürgerhalle, die in diesem Jahr erstmals wieder für die Feier nach dem Zug zur Verfügung stand. Die Mädels der Showtanzgruppe Fusion waren als Cowboys beim Zug dabei und sangen und tanzten. Simon Linden und sein Racing Team Keldenich feierten auf seinem Wagen. Prinzessin Mia I. war mit ihrem Hofstaat aus Wahlen gekommen und ließ Kamellen und andere Süßigkeiten regnen.
Eine große Abordnung hatten die Jecke vom Hahnebömche aus Scheven nach Kall geschickt. Dazu gehörten die Showtanzgruppe Limitless und die Garden der KG sowie der Elferrat auf seinem Festwagen. Die Minenarbeiter der Sötenicher Traumtänzer wollten am liebsten im Dunkeln arbeiten.
Die Sötenicher KG war mit Prinzengarde, den Kindertollitäten John I. und Mila I. sowie dem großen Dreigestirn mit Prinz Timo II., Bauer Bene I. und Jungfrau Adrien I. vertreten. Die Rinner Jecke feierten 100 Jahre Sportverein und bildeten das Gefolge des Sötenicher Dreigestirns, die alle drei aus Rinnen kommen. Bei den Wikingerhühnern des EHC Straßbüsch verteilte auch Bürgermeister Emmanuel Kunz reichlich Süßigkeiten.
Den prächtigen Zugabschluss bildeten die Kaller Prinzengarde, das Kinderprinzenpaar Lukas III. und Prinzessin Emma I. sowie Prinzessin Emily I.
Die Sötenicher Schlipse wagen das Samstagsexperiment
Immer wieder samstags? Vielleicht ja. Das Experiment der Süetenicher Schlipse, mit dem sie den Zugkalender der Gemeinde Kall neu ordnen, scheint erfolgreich verlaufen zu sein. Vom Rosenmontag war der Termin für den Zug in Absprache mit den anderen Vereinen aus der Gemeinde auf den Karnevalssamstag gelegt worden.
„Bisher sind die Züge in Sötenich, Sistig und Keldenich immer parallel am Rosenmontag gegangen“, so der Präsident der Schlipse, Erik Hensch. Die Idee sei gewesen, dass man sich in der Gemeinde gegenseitig besuchen und an den verschiedenen Zügen teilnehmen kann, um nicht nur die Reihen der Teilnehmer zu verstärken, sondern auch das Publikum mitzubringen.
Mit den Jecke vom Hahnebömche aus Scheven, den Löstige Bröder aus Kall und der IG Rinner Karneval waren drei Gesellschaften mit ihren Jecken und den diversen Wagen nach Sötenich gekommen. Dabei durften auch die Tollitäten der Nachbarn aus Kall nicht fehlen. Auf ihren Wagen waren das Kinderprinzenpaar Lukas III. (Jaschke) und Emma I. (Jaschke) sowie die Erwachsenenprinzessin Emily I. (Bloch).

Ein Fest für die kleinen Schlipse-Tollitäten: Prinz John und Prinzessin Mila ließ sich von den Jecken am Zugweg feiern.
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Die Prinzengarde des Sötenicher Schlipse durfte nicht im Zug fehlen.
Copyright: Stephan Everling
Insgesamt 171 Teilnehmer gingen in dem Zug mit. Als Coal Miners war etwa die Männer-Showtruppe „Sötenicher Traumtänzer“ unterwegs, wobei die Gruppe durch viele Frauen verstärkt wurde. 100 Jahre Sportverein Rinnen thematisierte die IG Rinner Karneval.
Viel Zeit für die Tollitäten Während der als Schiff gestaltete Wagen des Elferrates den Zug eröffnete, hatte Zugleiter Jörg Döhler die Wagen der Sötenicher Tollitäten als Höhepunkt am Ende des Zuges positioniert.
Nach Kinderprinz John I. (Hensch) und Kinderprinzessin Mila I. (Nießen) kam das Sötenicher Dreigestirn Prinz Timo II. (Herrmanns), Bauer Bene I. (Benedikt Müller) und Jungfrau Adrien I. (Breuer). Minutenlang blieben ihre Wagen kurz vor der Kreuzung mit der Landstraße stehen, so dass das Trifolium genügend Zeit hatte, Kamelle unter die feiernden Zuschauer zu werfen.
Bei den Krohe in Wahlen starteten die Kaller zünftig in den Straßenkarneval
Einen zünftigen Auftakt zum Straßenkarneval feierten die Jecken in Wahlen, als die Zugleiter Michaela Walber und Stefan Lang 16 Wagen und Gruppen auf den Weg schickten. Für die feierfreudigen Besucher, die in großer Zahl aus den umliegenden Ortschaften gekommen waren, gab es reichlich Gelegenheit, beim ersten Zug der Session in der Gemeinde Kall Kamelle zu sammeln. Und die Freude wurde auch nicht durch das Wetter getrübt: Die Regenschauer, die seit Tagen durch die Meteorologen prophezeit worden waren, machten freundlicherweise einen großen Bogen um Wahlen.
Eine Arche für die Jugend Karneval pur war angesagt, denn es gab außer den liebevoll gestalteten Wagen auch mehrere Fußgruppen von karnevalsbegeisterten Jecken aus Wahlen und Umgebung, die mit ihren Kindern bunt kostümiert durch den Ort zogen. Da gab es zum Beispiel die Zeitreise in die Siebzigerjahre oder auch die „Jecken Höhner“, die mit ihrem farbenfrohen Federkleid im Zug mitgingen. Wahlener sind eben nicht nur Krohe.

Ob Krohe oder Höhner: In Wahlen sind sie im Karneval alle tierisch jeck.
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Filmreif mit 101 Dalmatinern und Disney-Figuren war der SC Wahlen.
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Auf den Klimawandel machte der Jugendclub aufmerksam.
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Politisch wurde es bei den Wahlener Jugendlichen, die mit einer Arche Noah auf die Folgen der Klimakrise hinwiesen. Aus den Dörfern rund um Wahlen waren die „Jeggen aus der Eifelegge“ zusammengekommen. Auch der SC Wahlen durfte mit seiner Fußgruppe nicht fehlen, die sich bei ihren Kostümen von Disneyfilmen hatten inspirieren lassen. Die Brücke zwischen Großwagen und Freundesgruppen bildeten die Geisterkrohe, die auf ihrem Piratenschiff durch die Untiefen des Wahlener Karnevals steuerten.
Im Feuerwehrdesign hat der Jugendclub Sistig seinen Wagen gestaltet. Einem schönen Brauchtum folgten die Seilbahnjecke aus Bergheim: Seit Jahren besuchen die Vereine sich gegenseitig mit den Wagen bei ihren Zöch, wie Prinz Philipp berichtet, der mit seiner Prinzessin Christina die Narrenherrschaft in Bergheim hat. In diesem Jahr passte es noch besser, verriet er: Prinzessin Christina stammt aus Wahlen.
Auch die Jecken vom Kinderkarnevalsverein Sistig und die Süetenicher Schlipse feierten den Start in die tollen Tage in Wahlen. Den Abschluss des bunten Treibens bildete der Festwagen der Wahlener Jugendprinzessin Mia I.. Während sie aus dem Obergeschoss Kamelle auf die Jecken regnen ließ, hatte sich auf der unteren Ebene eine Große Koalition der Lokalpolitik gebildet. Einträchtig feierten der Bürgermeister Emmanuel Kunz und sein Amtsvorgänger Hermann-Josef Esser – unterschiedliche Parteizugehörigkeiten spielen im Fastelovend keine Rolle.
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Wir wünschen schöne Karnevalstage. Alaaf!

