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Stadtfest zum Wiederaufbau nach der FlutDiese Geschäfte sind neu in Euskirchen

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Freut sich, wieder Eis zu verkaufen: Fabio Castro.

Euskirchen – Aus dem „Mer ston widder op“ ist ein „Mer sin widder do“ geworden. Die Euskirchener Innenstadt ist wieder da – wenn auch mit teilweise neuem Gesicht. Auch einige Flutnarben sind noch zu erkennen. Besonders deutlich sind die an der Wilhelmstraße sichtbar. Und am Klosterplatz. 

Lukas Podolski und der Mangal-Döner

Lukas Podolski kommt nach Euskirchen und wird in der Kreisstadt ein Geschäft seiner Mangal-Döner-Kette eröffnen.

Fabio Costa und das Glücksgefühl

Kein Geheimnis ist, dass  Fabio Castro glücklich ist. Der „Eis-Dealer“ von der Bahnhofstraße hat seit wenigen Tagen wieder geöffnet. „Ich bin einfach glücklich und dankbar, wieder öffnen zu können“, sagt er. Sein Eiscafé San Marco neben der Bäckerei Merzenich hat er „einmal auf links gedreht“, wie er es formuliert. Herausgekommen ist eine neue Aufteilung: Die Theke befindet sich nun rechts anstatt links. Und die 19 Plätze für die Gäste? „Sie kommen praktisch in mein Wohnzimmer. Hier können sie sich wie zu Hause fühlen“, sagt Castro.

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Stadtfest zum Wiederaufbau am 27. August

Veybach-Center

 In der Innenstadt, auf der Neustraße und dem Platz am Gardebrunnen bieten Clowns, Superhelden und Jongleure von 12 bis 17 Uhr Unterhaltung  abseits des Einkaufsbummels. Auf dem Herz-Jesu-Vorplatz bietet das Duo Taff Enough Einrad-Slapstick, Leiterartistik und Jonglage (13.30 bis 14 und 15.30 bis 16 Uhr). Musiker verschiedenster Genres geben sich auf dem Alten Markt die Ehre. So singen Röser & Bönsch Lieder über Euskirchen (11.30 bis 12.30 Uhr), der Kinderliedersänger Uwe Reetz unterhält die kleinen Gäste (15 bis 15.40 Uhr), und Marita Köllner sorgt zum Abschluss für Stimmung (17.30 bis  18.30 Uhr). Auch Max Goedecke (13 bis 14.30 Uhr) und Schohnzeit (16 bis  17 Uhr) treten auf.

Feuerwehr zum Anfassen

Mit dabei ist auch die Feuerwehr, die sich und ihre Arbeit zwischen 11 und 18 Uhr unter dem Motto „Feuerwehr zum Anfassen“ auf dem Klosterplatz präsentiert. „Wir werden den Fokus auch ein wenig auf die Flut legen“, sagt Markus Neuburg, Vize-Chef der Euskirchener Feuerwehr.

Etwas ruhiger wird es im Klostergarten zugehen, wo man ab 11 Uhr im kleinen Garten der Poesie entspannen kann.

Sonderausstellung im Stadtmuseum

Unter dem Titel „Euskirchen und die Flut im Juli 2021– Gemeinsam durch die Katastrophe“ startet zudem an diesem Tag eine Sonderausstellung im Stadtmuseum Euskirchen, die bis zum 2. Oktober zu sehen sein wird. Die Sonderausstellung zeigt eine Auswahl von Fotografien, die nicht nur die zerstörerische Kraft des Wassers, sondern auch die große Solidarität in diesen Tagen dokumentieren.

Viele Geschäfte und Unternehmen beteiligen sich ebenfalls am Stadtfest.

Zum Abschluss des Tages findet auf dem Annaturmplatz ab 18.30 Uhr ein kostenloses Konzert von „Boore“ und „Die Filue“ statt.  Mit dem Konzert möchte die Stadt Euskirchen nach eigener Angabe insbesondere allen Helferinnen und Helfern, die sich während und nach der Flut im Stadtgebiet Euskirchen so  engagiert haben, „Danke!“ sagen.

Am Sonntag, 28. August, findet zudem von 11 bis 18 Uhr der Treff Natur in der Erftaue statt – noch ohne Max-Buddels-Lauf.

„Wir haben uns für den Tag etwas Besonderes einfallen lassen und ein sehr facettenreiches Programm auf die Beine gestellt“, freut sich Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt. (tom)

Das Eislabor, in dem er stetig auf der Suche nach neuen Eiskreationen ist, befindet sich nun in der ersten Etage. „Da steht es hoffentlich sicher“, sagt der Argentinier, der seit 30 Jahren seine Eisdiele betreibt.

Dominik Fabrycki und das Eisbällchen

Auch am Ende der Wilhelmstraße, kurz vor dem Europa-Kreisel, gibt es nun Eis. Dort hat am 22. Juli das „Eisbällchen“ eröffnet. Ab 12 Uhr gibt es dort aktuell jeden Tag selbst gemachtes Eis.

Das Eiscafé ist klein, aber fein und mit Liebe zum Detail eingerichtet. „Die Idee kam uns recht spontan. Mein Sohn und ich essen eben gerne Eis“, sagt Betreiber Dominik Fabrycki.

Die Telekom und der Industrie-Chic

An der Neustraße mit der Hausnummer 15 wird kräftig gearbeitet. Am Dienstag, 2. August, wird dort die Telekom ihren Shop wiedereröffnen. Wer bei den Arbeiten einen Blick durch die offene Tür wirft, erkennt, dass der Laden so gestaltet ist wie viele Geschäfte in Euskirchen, die nach der Flut wiedereröffnet worden sind.

Und so verwundert es nicht, dass auch die Telekom auf eine Mischung aus Industrie-Chic und Vintage-Style setzt. Recht dunkle Decken, die durch den hohen Magenta-Anteil, aber alles andere als dunkel wirken.

Der Alte Markt und die Synergien

Der Alte Markt ist längst zum alten, aber auch irgendwie neuen Herzen der Kreisstadt geworden. Wer eine Pause nach dem Shoppingbummel benötigt, ist dort genau richtig. Ähnlich wie rund um den Platz am Gardebrunnen gleicht das kulinarische Angebot einer Reise durch Europa – bei der die Grenzen mehr und mehr verschwinden. So nutzt das Eiscafé Nandi von Montag bis Donnerstag die Außengastronomie des Maat Stüffje, das aktuell nur Freitag und Samstag geöffnet hat.

„Wir freuen uns über die Möglichkeit, weil wir nun auch Plätze mit natürlichem Schatten anbieten können“, sagt Nandi-Chefin Jadlaine Rosetti. Dass das Eiscafé die Sitzplätze des Maat Stüffje nutzt, geht auf die Stadt zurück. „Es sieht nicht gut aus, wenn größere Teile der Außengastronomie nicht genutzt werden“, sagt Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt. Die Verwaltung habe mit allen Beteiligten gesprochen und sei zu dieser Lösung gekommen. Es ist nicht der einzige Synergieeffekt am Alten Markt.

So können Gäste des Café „Le Journal“ auch Speisen von der Karte der Cocktailbar „Le Due“ bestellen. „Ich freue mich über die Zusammenarbeit. So muss es sein. Man arbeitet miteinander und nicht gegeneinander“, freut sich Verwaltungschef Reichelt.

Die Baustellen und der Schönheitsfaktor

Auffällig in der Euskirchener Innenstadt ist, dass bei den Geschäften, die noch nicht wieder geöffnet haben, seit der Flut gefühlt noch gar nichts passiert ist.

Selbst die Wasserlinien sind an manchen Schaufenstern noch zu erkennen. Nicht unbedingt einladend ist zudem die Baustelle am ehemaligen Meurer-Breuer-Haus gegenüber vom Schuhhaus Lange/Bollig. Der Zaun steht offen, Netze wehen im Wind.

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